Die Schlussfolgerungen unseres Grundlagenberichts «Daten in der Bildung – Daten für die Bildung» vom August 2019 sind heute immer noch aktuell. Die Coronavirus-Pandemie und der Fernunterricht haben die Potenziale und Herausforderungen im Zusammenhang mit der zunehmenden Datenproduktion im Bildungssystem weiter verdeutlicht.

«Daten möglichst gut nutzen, Missbrauch möglichst gut verhindern»

In ihrer Antwort betonten die zum Runden Tisch eingeladenen Experten und Expertinnen, dass die künftige Data Governance pragmatische Lösungen bieten muss, um die derzeitigen Lücken zu schliessen. Ziel dieser Politik muss es sein, «die Daten möglichst gut zu nutzen und Missbräuche möglichst gut zu verhindern». So ist es für die Experten «wichtig, dass alle Akteure in den verschiedenen Bereichen (Ethik, Sicherheit usw.) von Anfang an ein Mitspracherecht haben [...] und gemeinsam praktikable Lösungen finden». Damit diese Politik nachhaltig und ausgewogen sein kann, ist es wichtig, die Risiken transparent zu machen.

Fachstelle für Datennutzung im Bildungswesen

Um diese schweizweite Datennutzungspolitik im Bildungsraum zu etablieren, arbeiten wir derzeit im Rahmen eines Mandats an einer konkreten Massnahme: den Aufbau einer temporären, nationalen Fachstelle für Datennutzung im Rahmen der Leistungsperiode 2021–2024. Die Fachstelle wird einen schweizweit kohärenten Rahmen für die gezielte und vertrauensvolle Nutzung von Daten im Bildungsraum schaffen. Folgende Dienstleistungen sind vorgesehen:

  • ein Programm zur Realisierung von Datennutzungsprojekten
  • eine Anlaufstelle für Datennutzungsfragen (Beratungsleistungen)
  • einen gezielten Erkenntnistransfer zuhanden der Entscheidungsträger

ähnliche Beiträge

24.8.2022

Bei der Konzeption einer Datenföderation für die Berufsbildung muss der Datenschutz von Beginn an mitgedacht werden. Die Datenspeicherung wie auch die Einhaltung der Datenschutzgesetze sind dabei zentrale Themen, mit denen wir uns vertieft auseinandersetzen.

17.5.2022

Daten sind eine zentrale Ressource im digitalen Bildungsraum. Dabei ist es wichtig, nicht nur organisatorische, technische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Nutzung festzulegen, sondern auch ethische. Eine erste Massnahme könnte sein, ethische Grundorientierungen für den digitalen Bildungsraum Schweiz zu definieren und einzufordern.

9.6.2022

Dieser Frage sind wir an der Dialogveranstaltung «Esprit Data» Ende April nachgegangen. Der Anlass will zwischen den verschiedenen Akteuren im Bildungswesen Brücken schlagen, um gemeinsame Wege im Umgang mit Daten zu finden. 

15.6.2022

Gerd Kortemeyer, Leiter Lehrentwicklung und -technologie der ETH Zürich, zeigt anhand von Beispielen wie verifizierbare Nachweise im digitalen Raum funktionieren - und wozu sie nutzen. Verifizierbar heisst: Die digitalen Nachweise können einfach, sicher und vertrauenswürdig überprüft werden.