Unsere Vision der Datenföderation bilden wir mit Hilfe eines Ansatzes ab, der nicht nur die Technologie, sondern auch die kulturellen und bildungspolitischen Gegebenheiten berücksichtigt. Wir bauen eine Architektur der Datenföderation, die sich auf in einem Dialog zu definierenden Prinzipien stützt. Dabei muss der Datenaustausch auf eine sichere und rechtskonforme Weise verantwortungsvoll sowie nachvollziehbar geschehen.

Wie soll die Datenföderation in Zukunft aussehen?

Die Datenföderation besteht aus einem Netz von Teilnehmenden und ergänzt die bestehende Landschaft der Applikationen und Datenbanken der Berufsbildung. Gemeinsam tragen diese die Verantwortung für die Verwaltung und Verarbeitung von Daten, die für die Entscheidungsfindung verwendet werden und um schulische und berufliche Leistungen anzuerkennen.

Die Föderation handelt im Dienst der Berufsbildung. Sie stellt Infrastruktur, technische Dienste und Registrare bereit. Diese ergänzen die bestehenden Komponenten des Berufsbildungssystems, ersetzen sie aber nicht. Dadurch werden Multiplikatoreffekte erzielt, in dem Verknüpfungen gezielter gestaltet und somit Synergien genutzt werden. Durch die Datenföderation können zudem alle angeschlossenen Komponenten nützliche Erkenntnisse gewinnen (z. B. für die Überprüfung der Rechtskonformität von Übertragungen).

Im Mittelpunkt steht der Gedanke, dass Daten die Berufsbildung widerspiegeln. Sie sind nicht Eigentum der teilnehmenden Parteien. Darüber hinaus werden die Leistungen der Lernenden zwar von den Organisationen der Berufsbildung (z.B. Berufsschulen, Lehrbetriebe etc.) bescheinigt, bleiben aber letztlich in der Kontrolle der betreffenden Person. Sie kann selbst bestimmen, ob und wann ihre Daten offengelegt werden.

Worauf basiert die Datenföderation?

Ziel der Architektur ist es, die Grundstrukturen der Datenföderation festzulegen und die Regeln zu definieren, die das dynamische Zusammenspiel aller Komponenten koordinieren.

Das Berufsbildungssystem muss dabei möglichst genau abgebildet werden. Durch die Diskussion und das Formulieren von Architekturprinzipien schaffen wir das Fundament der neuen Strukturen. Gemeinsam mit den Anspruchsgruppen werden diese Prinzipien in einem Dialog verfeinert. Entscheidungen beziehen sich beispielsweise auf den Zweck des Datenaustausches, die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Akteure und die daraus folgenden Konsequenzen. Diverse Geschäftsszenarien können anschliessend erstellt werden, aufgrund derer auch der Mehrwert einer Datenföderation für die Berufsbildung erkennbar wird. Daraus lässt sich ableiten, welche Architekturprinzipien für einen einfachen Zugang zu und einen verbesserten Austausch von Daten im Berufsbildungssystem notwendig sind.

Beispiele von Anforderungen an die Architektur der Datenföderation

Eine zu Beginn zu klärende Frage könnte sein: Dienen die Daten als Entscheidungsgrundlage? Dann wären die Parteien innerhalb der Datenföderation verantwortlich, «ihre» Daten zur Verfügung zu stellen und zu teilen.

Folgende Anforderungen an die Architektur könnten dazu definiert werden:

  • Eine netzartige (statt eine lineare) Architektur ist für den Datenaustausch notwendig, da verschiedene Akteure einbezogen werden.
  • Ein sorgfältiger Umgang mit Daten, Transparenz und somit auch Vertrauen sind essenziel. Bestimmte Daten müssen aus rechtlichen Gründen geschützt werden. Um dies zu gewährleisten, bietet sich unter bestimmten Bedingungen beispielsweise eine Blockchain-Technologie an.
  • Die Verteilung von Abfragen statt der Aggregation von Daten ist das neue Paradigma.

Durch den digitalen Wandel entstehen neue Möglichkeiten und unbekannte Türen gehen im Bildungssystem auf. Innovative Ansätze und technologische Entwicklungen verändern die Strukturen der Berufsbildung. Die Datenföderation unterstützt dabei das Berufsbildungssystem in Zeiten des Wandels.

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