Nach über einem Jahr der Nutzung von Edulog fällt die Bilanz positiv aus. Edulog hat Educlasse (siehe unten «Über Educlasse») geholfen, die Datenverwaltung zu verbessern.

Co-Verantwortlicher Cyril Jeanbourquin erklärt, wie sich der Online-Dienst parallel zu den Rahmenbedingungen weiterentwickeln musste: «Unsere Idee war es immer, Educlasse allen Kantonen, aber auch der Frankophonie zur Verfügung zu stellen. Mit der Zeit stiessen wir zunehmend auf Probleme mit der Datenverwaltung. Lange konnten wir die Identitäten der Nutzerinnen und Nutzer verwalten (d. h. Daten wie Name, Vorname, Login, Passwort, E-Mail-Adresse). Aber das Risiko, dass diese Datenbank gehackt werden könnte, und unsere Verantwortung diesbezüglich haben uns dazu gebracht, unsere Meinung zu ändern.»

Die Verantwortlichen von Educlasse haben beschlossen, keine Identitäten mehr zu verwalten, also praktisch keine Daten von Schülerinnen und Schülern oder Lehrpersonen zu speichern. «Was wir nicht speichern, kann uns nicht gestohlen werden. Das ist eines der obersten Prinzipien des Datenschutzes», betont Cyril Jeanbourquin. Im Gegenzug erfolgt das Login der Lehrerinnen und Lehrer zu Educlasse künftig nur noch über Edulog. Das setzt voraus, dass der Identitätsanbieter der Benutzerin oder des Benutzers der Föderation beigetreten ist. Der Vorteil ist, dass der Aufwand und die Investition für den Zugang einmalig zu Beginn anfallen. Also nicht für jeden Identitätsanbieter ein separater Zugang eingerichtet werden muss. Diese Entscheidung gefiel nicht allen. «Einige Lehrpersonen aus Kantonen, die Edulog noch nicht beigetreten sind, würden trotzdem gerne Zugang zu Educlasse haben», fügt Cyril Jeanbourquin hinzu.

«  Was wir nicht speichern, kann uns nicht gestohlen werden. Das ist eines der obersten Prinzipien des Datenschutzes.  »

Edulog hat die Datenverwaltung der Nutzerinnen und Nutzer vereinfacht. «Heute speichern wir für Lehrerinnen und Lehrer die TechID, den Vor- und Nachnamen. Bei den Schülerinnen und Schülern nur den Vornamen und die TechID.» Die Föderation der Identitätsdienste hilft Probleme zu vermeiden, wenn Nutzerinnen und Nutzer die Institution wechseln oder wenn der Identitätsanbieter Änderungen an seinem Identitätsmanagement vornimmt. Die TechID ist der eindeutige Schlüssel, der diese erleichterte Verwaltung ermöglicht.

Cyril Jeanbourquin fühlt sich mit der Datenminimierung ruhiger. «Hacker, die diese Daten stehlen würden, könnten damit nicht viel anfangen. Als staatlich gebundener Dienstleistungsanbieter haben wir eine Verantwortung, denn die Nutzerinnen und Nutzer sind unsere Schülerinnen und Schüler, unsere Lehrerinnen und Lehrer. Es handelt sich also um ein sehr sensibles Thema.»

Auf technischer Ebene ist der Co-Verantwortliche von Educlasse zufrieden. «Wir mussten kaum Support für die Nutzerinnen und Nutzer leisten, da Edulog einfach und transparent ist.» Er weist jedoch auf eine Herausforderung hin: «Der Login-Prozess erfordert von den Schülerinnen und Schülern eine dreifache Eingabe (Pseudonym, E-Mail-Adresse, Passwort). Das ist für Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren etwas kompliziert.» Zu Beginn war der Prozess einfacher (automatisiertes Ausfüllen der E-Mail-Adressen). Um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten, hat die Geschäftsstelle Edulog Ende 2021 die dreifache Eingabe jedoch wieder eingeführt.

Während der Cyberdéfi 2022 konnte Educlasse das Login via Edulog auf seine Belastbarkeit testen. An dem Wettbewerb nahmen über 500 Klassen aus der Westschweiz teil. Es galt in Teams interdisziplinäre Aufgaben zu lösen. Die hohe Anzahl an Teilnehmenden stellte technisch kein Problem dar. Da sich die Lehrerinnen und Lehrer zudem wie üblich über Edulog einloggten, wurde der Zugang zum Wettbewerb erleichtert.

«Mit gutem Beispiel vorangehen»

«Es braucht jetzt möglichst viele, die mitmachen», betont Cyril Jeanbourquin. «Je mehr Dienstleistungs- und Identitätsanbieter es gibt, desto sinnvoller wird Edulog. Zwei Jahre nach dem Plenarbeschluss der EDK, Edulog einzurichten, ist die aktuelle Anzahl der Partner nicht zufriedenstellend.» Was kann man tun? «Mit gutem Beispiel vorangehen und Edulog beitreten. Wenn ich höre, dass einige Kantone Probleme mit dem Datenschutz bezüglich der AHV-Nummer haben, die übrigens nicht von Edulog gespeichert wird, nenne ich das Rumnörgeln. Es scheint weniger problematisch zu sein, Identitäten bei den GAFAMs zu speichern. Daher ist es besser, Edulog schnell beizutreten und die offenen Fragen nach und nach zu klären. Mit einem Service, der für unsere Bedürfnisse gemacht ist. Die GAFAM ihrerseits ändern ihre Arbeitsweise nicht so leicht.»

 

Über Educlasse

Das Ziel von Educlasse ist seit den Anfängen unverändert: Die Bereitstellung von fixfertigen Aktivitäten, die es ermöglichen, das Potenzial der digitalen Medien im Unterricht voll auszuschöpfen. Die Aktivitäten können über die kantonalen Koordinatoren der Fächer mit den Kompetenzen des PER verknüpft werden Die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler im Jura und im Berner Jura nutzt den Online-Dienst. Darüber hinaus gibt es Nutzerinnen und Nutzer in den meisten Kantonen sowie in Belgien, Frankreich und Kanada. Das frei zugängliche Educlasse richtet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler der obligatorischen Schule. Es bietet für jedes Schuljahr Lernressourcen für die meisten Fächer, z.B. Konjugations- und Sprechübungen, Quizze, Audio-Diktate und verschiedene Entdeckungs- und Übungsaktivitäten, die Medien, Fragebögen und Interaktion miteinander verbinden. Angemeldete Schülerinnen und Schüler profitieren zudem von Aktivitäten, die auf ihre bisherigen Leistungen zugeschnitten sind. Die fast 2'000 registrierten Lehrerinnen und Lehrer können Aktivitäten planen und Klassen sowie Schülerinnen und Schüler verwalten. Sie können auch einen Bereich nutzen, wo sie Hausaufgaben aufgeben und sich mit den Lernenden austauschen können. Der Bereich wurde aufgrund des Lockdowns und Schliessung der Schulen im Jahr 2020 eingerichtet.

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