Daten sind eine zentrale Ressource im digitalen Bildungsraum. Sie helfen, das Bildungssystem und den Lernerfolg zu verbessern und haben das Potenzial zu innovieren. Dank ihnen können individuelle Bildungsangebote und Unterstützungsmassnahmen entwickelt werden. Daten dienen auch dazu – rasch und gezielt – Steuerungswissen zur Verfügung zu stellen. 

Im Bildungsraum Schweiz bestehen Unsicherheiten bezüglich der Nutzung und des Schutzes von Daten. Der Umgang damit ist komplex. Dies zeigt auch unsere Erhebung bei den Schulen und kantonalen Bildungsämtern. Um hier Unterstützung zu bieten, betreiben wir seit dem 1. Juli 2022 im Auftrag der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) die Anlaufstelle für Fragen zu Datennutzung und Datenschutz

Es werden praxisnahe Support- und Beratungsleistungen in den Bereichen Datenschutz und Datennutzung für Schulleitungen und Personen aus der Bildungsverwaltung angeboten. Beantwortet werden dabei technische, rechtliche und ethische Fragestellungen mit Schwerpunkt Volksschule und Sekundarstufe II.

Potentielle Fragestellungen sind:

  • Wie können Lernsoftware und digitale Lehrmittel datenschutzkonform im Unterricht eingesetzt werden?
  • Welche Daten werden in der Cloud gespeichert?
  • Unter welchen Bedingungen dürfen Personendaten weitergegeben werden?
  • Wie werden eigene mobile Geräte im Schulalltag verwendet (so genannt «Bring Your Own Device (BYOD)»)?
  • Wie sieht es mit Urheberrechten bei Musik, Daten und Bildern aus?

Entwicklung einer Datennutzungspolitik 

Die Ergebnisse aus der Anlaufstelle wie auch Erkenntnisse aus dem Programm für Datennutzungsprojekte fliessen in die Entwicklung einer Datennutzungspolitik für den Bildungsraum Schweiz ein. Ziel der Anlaufstelle ist es dabei, die drängendsten Fragen sowie den wichtigsten Handlungsbedarf im Bereich Datennutzung und -schutz zu kennen und dabei einen kontinuierlichen Wissensaufbau zu gewährleisten. Letztendlich soll im Rahmen des existierenden Datenschutzes für einen sicheren und ethisch angemessenen Umgang mit Daten im Bildungswesen gesorgt und deren gezielte Nutzung ermöglicht werde

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Unsere neu kreierte Rubrik will informieren, Wissen vermitteln und zu Diskussionen anregen. Unser erstes Educa Dossier widmen wir der hochaktuellen Thematik «Blockchains in der Bildung». Auch unsere diesjährige Fachtagung Educa23 stand ganz unter diesem Thema, dazu mehr in unserem Rückblick.

Für eine Datennutzungspolitik, die auch Fragen der Bildungsgerechtigkeit berücksichtigt, braucht es den Dialog mit allen Beteiligten: der Forschung, dem schulischen Umfeld, EdTech-Unternehmen und der Bildungsverwaltung. Warum das zentral ist, erläutert Prof. Dr. Kenneth Horvath Leiter des Forschungsprojekts «Algorithmic Sorting in Education» an der PH Zürich in seinem Gastbeitrag.

Das Projekt IDENTI des Kantons Luzerns beschäftigt sich mit der digitalen Identität der Schülerinnen und Schüler und beleuchtet die Rahmenbedingungen von digitalen Lehrmitteln und Applikationen. Karin Weber und Reto Buchmann, Co-Projektleitung, haben für uns erste Lösungsansätze für die identifizierten Herausforderungen skizziert.

Um die künftige Datennutzungspolitik für den Bildungsraum Schweiz zu entwickeln, haben wir ein Programm für Datennutzungsprojekte geschaffen. Wir haben die Beteiligten gefragt, warum sie Interesse haben an unserem Programm mitzuwirken.