Welche Rolle spielen Daten in der Schule von morgen?

Daten spielen in der Schule schon heute eine Rolle. Lehrerinnen und Lehrer beurteilen heute schon aufgrund einer Vielzahl von Beobachtungen (also Daten) und destillieren Leistungen der Schülerinnen und Schüler in ein Zeugnis, welches diese im Wesentlichen quantifizieren. In der Zukunft dürften demnach auch in der Schule in allen Bereichen mehr datenbasierte Techniken zum Einsatz kommen.

Wo sehen Sie die grössten Potenziale beim Einsatz von datenbasierten Technologien?

Das grösste Potential haben datenbasierte Techniken in der individualisierten Förderung von Schülerinnen und Schülern. Diese ermöglichen die Anpassung der Vermittlung von Lerninhalten an verschiedene Lernstile, die gezielte Diagnose und Unterstützung von Stärken und Schwächen sowie die Erschliessung von neuartigen Ansätzen der Zusammenarbeit in Gruppen. Ausserdem könnten sie, wenn mit Nachsicht eingeführt, auch administrativen Abläufe vereinfachen.

Ein schönes Potpourri von Beispielen findet sich in den Projekten des Nationalen Forschungsprogramms 77 (NFP 77) des Schweizerischen Nationalfonds (SNF).

«  Es braucht eine Mischung von gesunder Skepsis und Experimentierfreude.  »

Welches sind die grössten Herausforderungen auf dem Weg zu einer solchen Schule?

Viele dieser Techniken sind neu und müssen zuerst das Vertrauen aller Beteiligten im Bildungswesen bezüglich deren Wirksamkeit, Sicherheit, Verlässlichkeit und Anwendungsfreundlichkeit gewinnen. Hierbei müssen wir sicherlich eine Mischung von gesunder Skepsis und Experimentierfreude walten lassen.

 

Gesprächspartner

Abraham Bernstein
Prof. Abraham Bernstein, Ph.D.
Professor am Institut für Informatik und geschäftsführender Direktor der Digital Society Initiative der Universität Zürich

Foto: John Flury

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