Warum war es für den Kanton Appenzell Ausserrhoden wichtig, Edulog beizutreten?

Anna-Tina Steiner: Edulog ist eine Massnahme der Digitalisierungsstrategie der EDK (Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren), schützt die digitalen Identitäten und sichert einen einfachen Zugang zu Online-Diensten. Damit erfüllt Edulog eine der Gelingensbedingungen für die erfolgreiche Digitalisierung der Bildung. Für das Departement Bildung und Kultur von Appenzell Ausserrhoden war es darum ein logischer Schritt, Edulog beizutreten und damit seiner Digitalisierungsstrategie ein weiteres Puzzle-Teil hinzuzufügen. Mit Edulog kann eine lernende Person die verschiedenen Online-Dienste (digitalen Lernmedien und Online-Lernplattformen) mit einem einzigen Login nutzen und mit dem zentralen Identitätsmanagement ist der Schutz ihrer digitalen Identität gewährleistet.

Wie ist der Beitritt des Kantons Appenzell Ausserrhoden erfolgt?

Marcel Rüegg: Mit dem Beschluss des Departements Bildung und Kultur vom 20. April 2021 zum Beitritt zu Edulog wurde die AR Informatik AG (ARI) mit der Umsetzung und der Übernahme der Rolle des zentralen Identitätsanbieters beauftragt.  Das e-Government-Gesetz von Appenzell Ausserrhoden bindet alle öffentlichen Schulen in die zentrale IT-Infrastruktur der ARI ein. Die eingebundenen Schulen nutzen zentral erfasste Identitäten, die direkt aus dem Schulverwaltungsprogramm generiert werden. Diese Ausgangslage vereinfachte die Einbindung von Edulog, auch wenn aktuell noch nicht alle Schulen in die zentrale Infrastruktur integriert sind.

Die bei der Umsetzung der Anbindung an Edulog zu klärenden Grundsatzfragen und die zu lösenden technischen Herausforderungen und Spezifikationen erforderten eine gute Abstimmung mit den involvierten Partnern. In enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Edulog gelang es, zeitnah ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und die Problemstellungen zu lösen. Edulog unterstützte die ARI auch in den zu bewältigenden administrativen Aufgaben und begleitete den Prozess effizient. Damit konnte der Beitritt zu Edulog innert kürzester Zeit realisiert werden.

«  Edulog erfüllt eine der Gelingensbedingungen für die erfolgreiche Digitalisierung der Bildung.  »

Anna-Tina Steiner

Was wird Edulog ändern?

Anna-Tina Steiner: Mit Edulog wird der Schutz der digitalen Identitäten aller Lernenden in Appenzell Ausserrhoden gesichert und der Zugang zu Online-Dienste (Lernmedien) für alle Lernenden vereinfacht. Der diesbezüglich bisher grosse administrative Aufwand wird auf ein Minimum reduziert, vorausgesetzt, die bedeutenden Anbietenden von Lernmedien treten als Dienstleistungsanbieter von Edulog bei. Wenn dies erfolgt ist, kann eine lernende Person in Appenzell Ausserrhoden mit nur einer Identität (Kennwort) auf alle ihr zur Verfügung gestellten Lernmedien zugreifen. Damit wird eine effiziente Nutzung der Lernzeit erleichtert.

Gesprächspartner

Anna-Tina Steiner und  Marcel Rüegg
Anna-Tina Steiner
Leiterin von Projekten im Amt für Volksschule und Sport

Marcel Rüegg
Projektleiter bei der AR Informatik AG

ähnliche Beiträge

Digitale Identitäten: Ethisch handeln in Schule und Gesellschaft

Cornelia Diethelm, Expertin für digitale Ethik, erklärt im Videointerview, welche Fragen mit Blick auf die verantwortungsvolle Nutzung digitaler Identitäten zentral sind: zwischen digitaler Selbstbestimmung, Fairness, Datensparsamkeit und Verantwortung.

«Edulog spart Zeit und sorgt für Datenschutz auf höchstem Niveau»

Das Berufsbildungsportal Yousty unterstützt Jugendliche bei der Berufswahl und der Lehrstellensuche und hilft Lehrbetrieben, passende Lernende zu finden. Jetzt ist Yousty auch Teil von Edulog. Domenica Mauch, Geschäftsführerin Yousty.ch, berichtet unter anderem über die Gründe für den Beitritt zu Edulog.

Digitale Identität aus Sicht der Jugendlichen

Jugendliche wachsen mit digitalen Profilen, sozialen Medien und personalisierten Algorithmen auf. Wie erleben sie ihre eigene digitale Identität? Daniel Betschart, Experte Medienkompetenz bei Pro Juventute, gibt im Video-Interview einen Einblick in die Perspektiven von Jugendlichen.

Digitale Identitäten: Entscheidungen mit Systemwirkung

In der Diskussion rund um digitale Identitäten müssen verschiedene Entscheidungen in Schulzimmern, von Schulleitungen oder ganzen Verwaltungen getroffen werden. Beth Havinga lädt ein, digitale Identitäten nicht als rein administrative Notwendigkeit, sondern als strategische Weichenstellung für die Zukunft des Bildungswesens zu verstehen.