MINT

Zur Förderung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) in Schule und Gesellschaft gibt es zahlreiche Initiativen und Projekte. Seit 2011 verfolgen Bund und Kantone das gemeinsame Ziel, Jugendliche – vor allem junge Frauen – von einem Studium der Naturwissenschaften zu überzeugen und ihnen so zu helfen, die Welt zu verstehen, in der sie leben.

Schulisches Umfeld

Studien über die Auswirkungen der Digitalisierung zeigen, dass fächerübergreifende Kompetenzen eine immer massgeblichere Rolle spielen. In diesem Zusammenhang ist die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) der Überzeugung, dass die Förderung von Informatik und Technik Hand in Hand gehen muss mit der von Mathematik und Naturwissenschaften, auch wenn diese Fächer in den meisten Fällen getrennt unterrichtet werden.

Informatik und Technik

Die Präsenz von Informatik und Technik in den Lehrplänen ist ein erster Schritt. In der deutschsprachigen Schweiz gibt die schrittweise Einführung des Moduls Medien und Informatik dem Bereich Informatik und Technik einen konkreten Platz im Lehrplan der obligatorischen Schule (Lehrplan 21 (LP21)). Der LP21, ebenso wie sein Tessiner Pendant, führt ein in die Grundbegriffe von Programmierung und Algorithmen, während der Plan d'études romand (PER), da er schon älter ist, in diesem Bereich weniger weit geht. Derzeit sind Überlegungen im Gange, wie man die Unterschiede zwischen den drei Sprachregionen abschwächen kann.

Auf Gymnasiumsebene wird Informatik spätestens mit Schuljahresbeginn 2022/2023 obligatorisch. Derzeit gehört es zu den fakultativen Fächern. Der Rahmenlehrplan für den allgemeinbildenden Unterricht in der beruflichen Grundbildung sieht den obligatorischen Bereich «Technologie» vor, speziell die Analyse des Einflusses von Technologien, die Beurteilung von Chancen und Risiken sowie die sinnvolle Anwendung von ICT.

Gefahr

Wenn sich die digitalen Fähigkeiten der Bevölkerung nicht verbessern, riskiert die Schweiz einen Mangel an qualifizierten Fachkräften. Diese Situation würde sich auf die Innovation und auf die Leistung des Wirtschaftsstandorts Schweiz sowie die Integration jedes Einzelnen in die Informationsgesellschaft auswirken. Die Schnelligkeit, mit der die digitalen Technologien in den verschiedenen Bereichen Einzug halten, kompliziert die Situation noch zusätzlich.

Potenzial

Allgemeine Kenntnisse und Fähigkeiten in den MINT-Bereichen sind wesentlich, um unsere von Technologie geprägte Gesellschaft verstehen und sich in ihr zurechtfinden zu können. Worin liegt also der Mehrwert des Unterrichts in MINT-Bereichen und welche Kompetenzen werden in Zukunft verlangt werden? Im internationalen Rahmen wurde jetzt ein Referenzmodell (Kompetenzen des 21. Jahrhunderts) erarbeitet.

Herausforderungen

Das Bildungssystem insgesamt muss flexibel bleiben, um schnell auf Entwicklungen und Bedürfnisse der Gesellschaft reagieren zu können. Um die Kohärenz ihrer Strategien und die Umsetzung der Massnahmen auf den verschiedenen Ebenen zu gewährleisten, stimmen sich Bund und Kantone im Bereich Bildung und Wissenschaft ab.

Förderung

Vor allem wirkt sich die schulische und ausserschulische Frühförderung von Kindern im MINT-Bereich nachhaltig aus. Wenn man junge Leute dazu bewegen möchte, einen naturwissenschaftlichen oder technischen Beruf zu ergreifen, ist es sehr wichtig, ihr Interesse so früh wie möglich zu wecken und es während der gesamten Schulzeit zu fördern.

Die vorgesehenen didaktischen und pädagogischen Massnahmen sollen den Unterricht interessant gestalten und die Chancengleichheit fördern. Eines der Ziele von MINT ist es, Mädchen dahingehend zu unterstützen, dass sie Vertrauen in ihre MINT-Fähigkeiten haben. Derzeit sind schulische Infrastruktur und informatische Ausrüstung ebenso ein Hindernis, wie der Mangel an Koordination im Bereich Unterrichtsmaterial und an pädagogischem Support an den Schulen.

MINT-Förderung der Kantone

educamint.ch: Attraktive Angebote für Schule und Freizeit

MINT @Serhiy Kobyakov/Shutterstock.com

Eine Plattform mit faszinierenden Angeboten zur Belebung des Unterrichts. Um die Suche zu vereinfachen, ist das Angebotsverzeichnis mit Filtern für Zielgruppen, Fachbereiche, Angebotsart und sogar Orte versehen. Ebenso kann man nach Angeboten für ein «weibliches» oder «männliches» Publikum suchen.

educamint.ch

Zusammenarbeit im Hochschulbereich

P-9: Aufbau der wissenschaftlichen Kompetenzen in den Fachdidaktiken

Pädagogische Hochschulen verfügen über hochqualifizierte, fachdidaktisch versierte Dozierende, um angehenden Lehrpersonen der obligatorischen Schule eine naturwissenschaftliche Ausbildung von Qualität geben zu können.

Weiterführende Informationen

P-10: Nationales Netzwerk MINT-Unterricht

Lehrpersonen, die so ausgebildet wurden, dass sie die MINT-Disziplinen interessant präsentieren und sie den Lernenden, insbesondere den Schülerinnen, schmackhaft machen können.

Weiterführende Informationen

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.09.2018

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