Digitalisierung und Bildung

Die Schweiz braucht entsprechende Kompetenzen, um die Wissensgesellschaft zu entwickeln und die Vorteile von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) vollumfänglich nutzen zu können. Der Vermittlung von ICT-Kompetenzen über das Bildungssystem kommt daher eine zentrale Bedeutung zu, denn die fortschreitende Digitalisierung transformiert den Kontext, in dem Lehren und Lernen stattfindet. Durch die orts- und zeitungebundene Verfügbarkeit von Wissen werden Lernprozesse neu ausgerichtet und die Rollen der Lehrenden und Lernenden verändert.

Digitale Befähigung stärken

Aufgabe der Schule ist es, Kinder und Jugendliche auf lebenslanges Lernen, eine immer komplexere Gesellschaft und eine Arbeitswelt in dauerndem Umbruch vorzubereiten. Eine der Herausforderungen besteht darin, der Schweizer Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten, mittels ICT kompetent an politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Prozessen teilzunehmen sowie risikobewusst und eigenverantwortlich mit den Gefahren im Online-Bereich umgehen zu können. Die Rahmenbedingungen zur Steuerung und Organisation müssen darauf ausgerichtet sein, Potenziale auszuschöpfen und einen hohen Sicherheitsschutz zu gewährleisten.

Die Strategie «Digitale Schweiz» gibt die Stossrichtung für die Integration der ICT und der Digitalisierung vor. Damit die Schweiz den Transformationsprozess, der mit der Digitalisierung einhergeht, zum Nutzen ihres Gemeinwesens gestalten kann, gibt die Strategie die Leitlinien für das staatliche Handeln vor.

Zusammenarbeit Bund – Kantone

Das Thema Digitalisierung in der Bildung hängt zusammen mit dem Verfassungsauftrag (Art. 61a BV), der eine verstärkte Zusammenarbeit sowohl zwischen Bund und Kantonen, wie auch interkantonal, fordert. Der Bund wird durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) vertreten. Die Kantone koordinieren sich über die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), die sich aus den 26 Erziehungsdirektorinnen und -direktoren zusammensetzt.

Im Rahmen der bildungspolitischen Zusammenarbeit gewichten Bund und Kantone die mit der Digitalisierung einhergehenden Herausforderungen für das Bildungssystem in besonderem Masse, ermitteln den damit verbundenen Handlungsbedarf und tragen gemeinsam im Rahmen ihrer Zuständigkeit zur Qualitätssicherung und Durchlässigkeit des Bildungsraumes Schweiz bei.

Um sicherzustellen, dass sich das schweizerische Bildungssystem an die digitale Entwicklung anpasst, hat der Bundesrat das SBFI beauftragt, die Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz vertieft zu untersuchen. Auf der Basis des Berichts «Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz» vom Juli 2017 konnte, in Zusammenarbeit mit den Kantonen, ein Aktionsplan und Massnahmen im Bildungsbereich für die Periode 2019-2020 definiert werden.

  • Aktionsfeld 1: Verbesserung der digitalen Kompetenzen in der Schule

  • Aktionsfeld 2: Nutzung der ICT beim Lehren und Lernen

  • Aktionsfeld 3: Rasche Anpassung des Bildungssystems an die Anforderungen des Marktes

  • Aktionsfeld 4: Koordination und Kommunikation in der Bildungszusammenarbeit

Gemeinsame Instrumente
Bund und Kantone gehen die Transformation der Bildungswelt durch die Digitalisierung bereichsübergreifend, interdisziplinär und vernetzt an. Sie unterstützen die Netzwerkbildung der wichtigen Akteure und einen koordinierten Dialog auf nationaler Ebene. Zu diesem Zweck bedienen sie sich folgender gemeinsamer Instrumente:

  • Das Bildungszusammenarbeitsgesetz (BiZG) schafft die nötigen Voraussetzungen für eine kohärente gesamtschweizerische Politik zur Gestaltung des Bildungsangebots im digitalen Wandel.
    Bildungszusammenarbeitsgesetz (BiZG) (pdf)

  • Der Koordinationsausschuss Digitalisierung in der Bildung (KoA Digi), als Plattform für den strategisch angelegten Austausch zwischen Bund, Kantonen und ihren Partnern, koordiniert bereichsübergreifend und interdisziplinär die gemeinsamen Strategiemassnahmen im Bereich der Digitalisierung des Bildungswesens.
    Koordinationsausschuss Digitalisierung in der Bildung (KoA Digi)

  • Das Monitoring des digitalen Bildungsraums zielt darauf ab, mithilfe von Daten aus Forschung und Statistik, die Voraussetzungen zu schaffen für eine Weiterentwicklung des Bildungssystems im Hinblick auf die Digitalisierung.
    Monitoring des digitalen Bildungsraums

  • educa.ch unterstützt in ihrer Rolle als Fachagentur für ICT und Bildung die Akteure des Bildungssystems bei Aufgaben im Bereich der digitalen Transformation. Sie nimmt eine wichtige Rolle wahr zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität im Bereich von ICT in der obligatorischen Schule und auf Sekundarstufe II.
    educa.ch – Fachagentur für ICT und Bildung

  • Die Massnahmen zur Nachwuchsförderung im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) haben zum Ziel, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Kompetenzen zu fördern, an die digitale Gesellschaft gestellt werden.
    educamint.ch

Nationale Digitalisierungsstrategie

Die EDK hat sich am 21. Juni 2018 auf die Zielsetzung für eine nationale Digitalisierungsstrategie verständigt und die «Strategie der EDK für den Umgang mit Wandel durch Digitalisierung im Bildungswesen» verabschiedet. Die Digitalisierungsstrategie schliesst an die Ziele der ICT-Strategie der EDK aus dem Jahr 2007 an und setzt gleichzeitig neue Schwerpunkte etwa zur Datennutzung oder Datensicherheit.

Ziele der Digitalisierungsstrategie
Übergeordnetes Ziel der Digitalisierungsstrategie ist es, alle Schülerinnen und Schüler und alle Lernenden in einer durch Digitalisierung sich stetig verändernden Welt bestmöglich zu unterstützen.

Die Ziele der Strategie betreffen dabei sieben Bereiche:

  1. Datennutzung im Bildungswesen, das heisst der Umgang mit den durch Digitalisierung generierten Daten und Datensicherheit

  2. Notwendige Kompetenzen und Ressourcen für Schulen und Schulleitungen (Ausstattung, Infrastruktur, digitale Identität)

  3. Digitale Kompetenz von Schülerinnen, Schülern und Lernenden

  4. Kontinuierliche Stärkung der Lehrerinnen und Lehrer in Fragen der Digitalisierung durch Aus- und Weiterbildung

  5. Nutzbarmachung der Potenziale der Digitalisierung durch Forschung und Innovation

  6. Klärung der Rolle von neuen Akteuren

  7. Nutzung neuer technologischer Möglichkeiten im Netzwerk der Bildungsbehörden

Massnahmen der Digitalisierungsstrategie
Die EDK konkretisiert bis im Frühjahr 2019 in einem Massnahmenplan, welche Ebene (Kantone / EDK) mit welchen Massnahmen zur Zielerreichung beiträgt. Das können bereits laufende, zu verstärkende oder neue Massnahmen sein.

Bereits beschlossen sind folgende zwei Massnahmen:

  • Einführung eines Informatik-Obligatoriums an Gymnasien

  • Aufbau von FIDES (Föderation von Identitätsdiensten für den Bildungsraum Schweiz)
    FIDES

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.09.2018

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