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Besondere Schulung: Was ist neu?
 
Das Sonderschulwesen in der Schweiz entstand im 19. Jahrhundert. So wurden 1810 in Zürich die erste "Blindenanstalt", 1811 in Yverdon die erste "Taubstummenanstalt" und 1882 in La Chaux-de-Fonds die erste "Hilfsklasse" für Lernbehinderte eröffnet.
Durch die Einführung der Invalidenversicherung (IV) 1960 konnten private Stiftungen und Vereine, aber auch Gemeinden und Kantone flächendeckend Sonderschulen aufbauen. In den vergangenen Jahren nahm der Anteil der Kinder und Jugendlichen in Sonderklassen und in Sonderschulen stetig zu.

 
Erhöhtes Engagement der Eltern
Erziehung und Bildung von Kindern mit Behinderungen wird zu einem wesentlichen Teil auch von ihren Eltern geleistet. Wesentliche Impulse dazu gehen auf zahlreiche private Organisationen, insbesondere Elternvereine zurück.

Zunahme der besonderen Schulung
In den letzten Jahren hat der Anteil der Kinder vor allem in Sonderklassen und in etwas geringerem Masse auch in Sonderschulen ständig zugenommen. Klein- und Sonderklassen setzen sich zunehmend aus Kindern und Jugendlichen mit Lern-, Schul- und Verhaltensschwierigkeiten zusammen. Vor allem weisen diese Klassen einen steigenden Anteil an fremdsprachigen Kindern und Jugendlichen auf; fremdsprachige Kinder und Jugendliche sind in Sonderklassen überproportional stark vertreten.
Zugleich nahm auch die Anzahl der ambulanten Massnahmen zu. Diese Entwicklung kann auf eine Zunahme der besonderen Bildungsbedürfnisse, auf diagnostizierte komplexere Störungs- und Behinderungsbilder, auf Schwierigkeiten in der Zuweisung zu einer adäquaten Massnahme der besonderen Schulung oder auf eine Abnahme der Tragfähigkeit der Regelschule zurückgeführt werden. Immer stärker wird daher eine Pädagogik der Vielfalt gefordert, welche besser mit einer erhöhten Heterogenität im Klassenzimmer umgeht.

Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Regelklassen
Die Integration oder Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung gewinnt sowohl in der Schweiz als auch international an Bedeutung. Dabei wird auf kantonaler Ebene und zum Teil auch auf kommunaler Ebene eine grosse Vielfalt von integrativen Schulungsformen (ISF) umgesetzt. Trotz Zunahme der Integration nimmt aber auch der Anteil an Sonderschülerinnen und Sonderschülern zu.
 
Weiterführende Informationen
 
Externer LinkSchweizerische Zentralstelle für Heilpädagogik (SZH)
Externer LinkNetzwerk Integrative Schulungsformen
Externer LinkISF-Rahmenbedingungen