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Fachhochschulen: Was ist neu?
 
Rechtliche Grundlagen
Folgende Gesetze und Verordnungen bilden die rechtlichen Grundlagen für die Fachhochschulen:
 
ListenpunktBundesgesetz über die Fachhochschulen (Fachhochschulgesetz, FHSG) vom 6. Oktober 1995,
ListenpunktVerordnung über Aufbau und Führung von Fachhochschulen vom 11. September 1996,
ListenpunktVerordnung des EVD über die Zulassung zu Fachhochschulstudien vom 2. September 2005,
ListenpunktVerordnung des EVD über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen vom 2. September 2005
 
Fachhochschulgesetz
Die Teilrevision des Fachhochschulgesetzes vom 17. Dezember 2004 schuf wichtige Rahmenbedingungen, damit sich die Fachhochschulen (FH) weiterhin als konkurrenzfähige Ausbildungsstätten im nationalen und internationalen Hochschulraum behaupten und weiterentwickeln können. Der Geltungsbereich des Gesetzes wurde auf die Bereiche Gesundheit, Soziale Arbeit und Kunst ausgeweitet. Mit der revidierten Bundesverfassung vom 1. Januar 2000 war dem Bund neu die Kompetenz über die Berufe im Bereich Gesundheit, Soziales und Kunst (GKS) übertragen worden.
Ferner stellt die Revision des Fachhochschulgesetzes die rechtlichen Grundlagen für ein zweistufiges Studiensystem mit Bachelor- und Masterabschlüssen bereit und verankert ein System der Akkreditierung und Qualitätssicherung. Die Teilrevision wurde in der Wintersession 2004 vom Parlament verabschiedet. Das teilrevidierte Fachhochschulgesetz und die Ausführungserlasse sind am 5. Oktober 2005 in Kraft gesetzt worden, damit die Fachhochschulen im Wintersemester 2005/2006 ihre ersten Bachelor-Studiengänge starten können.

Hochschullandschaft
Nach Ablauf der Gültigkeitsdauer des Universitätsförderungsgesetzes soll auf Bundesebene ein neues, für alle Hochschulen (universitäre Hochschulen, Fachhochschulen einschliesslich Pädagogische Hochschulen) geltendes Gesetz geschaffen werden. Für die Steuerung des Gesamtsystems "Hochschullandschaft" ist auf der Grundlage eines neuen Bildungsartikels in der Bundesverfassung eine gemeinsame Hochschulkonferenz von Bund und Kantonen vorgesehen. Diese soll auf behördlicher Ebene das einzige Organ sein, das die schweizerische Hochschullandschaft steuert. Die neue Hochschulgesetzgebung hat folgende Ziele:
 
ListenpunktSchaffung eines einheitlichen gesamtschweizerischen Hochschul- und Forschungsraums,
ListenpunktStärkung der Steuerung des Gesamtsystems,
ListenpunktVereinheitlichung und Vereinfachung der Finanzierungsregeln zum Zweck der Steigerung der Qualität von Lehre, Forschung und Dienstleistungen,
ListenpunktSchaffung von Mechanismen zur Verbesserung der Aufgabenteilung zwischen den Hochschulen.
 
Masterplan Fachhochschulen
Im Masterplan Fachhochschulen (FH) haben sich Bund und Kantone über die strategischen Prioritäten in den Jahren 2004 - 2007 und deren Finanzierung verständigt sowie Massnahmen zur Effizienzsteigerung beschlossen:
 
ListenpunktEine qualitativ hochstehende Ausbildung und der Ausbau von Forschung und Entwicklung haben an den Fachhochschulen oberste Priorität.
ListenpunktBund und Kantone einigen sich auf gemeinsame Kriterien für die Finanzierung des Fachhochschulsystems.
 
Das Projekt Masterplan hat zu mehr Kostentransparenz geführt und wird für die Planungsperiode 2008 - 2011 fortgeführt.

Zweistufiges Studienmodell gemäss Bologna
Der Fachhochschulrat der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) erliess am 5. Dezember 2002 Richtlinien für die Umsetzung der Erklärung von Bologna an den Fachhochschulen (FH) und den Pädagogischen Hochschulen (PH). Diese Richtlinien stellen die gesamtschweizerische Koordination der umfassenden Studienreform sicher, die mit der "Erklärung von Bologna" im Jahre 1999 europaweit initiiert wurde. Bis zum Jahr 2010 sollen sämtliche Studiengänge auf das neue, zweistufige Studienmodell umgestellt sein. Die erste Studienstufe wird mit dem Bachelordiplom abgeschlossen, die zweite Studienstufe mit dem Masterdiplom.

Bachelor
Die Bachelor-Studiengänge sind in der Regel berufsqualifizierend und lösen das bisherige Fachhochschuldiplom ab. Sie führen frühestens nach einer Studienleistung im Umfang von drei Jahren zum Abschluss. Erste Bachelor-Studiengänge an den Fachhochschulen starten im Wintersemester 2005.

Master
Die Masterstudiengänge vermitteln zusätzlich vertieftes und spezialisiertes Wissen. Sie können frühestens nach einer Studienleistung im Umfang von eineinhalb Jahren abgeschlossen werden.
Die Zulassung zum Fachhochschulstudium auf der Masterstufe setzt ein Bachelordiplom oder einen gleichwertigen Hochschulabschluss voraus. Die stark interdisziplinäre Ausgestaltung der zweiten Ausbildungsstufe (Master) und die Vernetzung mit anderen Kompetenzträgern dürften zu einer verstärkten Zusammenarbeit mit den Eidgenössisch Technischen Hochschulen (ETH) und den universitären Hochschulen führen. An den Fachhochschulen (FH) soll ab 2008 eine kleine Zahl von Master-Studiengängen angeboten werden. Ihre Einführung soll gesamtschweizerisch koordiniert erfolgen. Zur Zeit erarbeiten Bund und Kantone Kriterien für das zukünftige Master-Studienangebot.

Chancengleichheit
An den Fachhochschulen (FH) der Bereiche Technik, Wirtschaft und Informatik sind Frauen stark untervertreten. Hingegen weisen die Bereiche Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Gesundheit, Soziale Arbeit und Kunst einen weit höheren Frauenanteil auf. Die Sensibilisierung für Gleichstellungsfragen ist ein wichtiges Ziel der Fachhochschulpolitik des Bundes. Im Zentrum stehen folgende Absichten:
ListenpunktChancengleichheit ist als Qualitätskriterium in den Strategien der Fachhochschulen (FH) zu verankern und mittels praxisorientierter Konzepte umzusetzen.
ListenpunktEs sollen mehr Frauen an den Fachhochschulen (FH) studieren, forschen und lehren.
 
Um diese Ziele zu realisieren wurde ein Aktionsplan ausgearbeitet. Für die 2. Programmphase 2004 - 2007 steht ein Kredit von zehn Millionen CHF zur Verfügung.
 
Weiterführendes Kapitel
 
Interner LinkUniversitäre Hochschulen
 
Zuständige Institutionen im Fachhochschulbereich
 
Externer LinkBundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT)
Externer LinkSchweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK)
Externer LinkKonferenz der Fachhochschulen der Schweiz (KFH)
Externer LinkEidgenössische Fachhochschulkommission