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Toplehrstellen in der Gebäudetechnik
 
"Wir müssen positive Aspekte aufzeigen. Etwa, dass unsere Berufsleute einen wichtigen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt und der natürlichen Ressourcen leisten. Dass die Fachspezialisten innovative, energie- und umweltbewusste Technik einsetzen und ökologisch einwandfreie Materialien verwenden."
Benjamin Mühlemann, Leiter Kommunikation Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband
 
Die Gebäudetechnik-Branche lanciert eine gross angelegte, nationale Kampagne zur Nachwuchsförderung. Benjamin Mühlemann will als Leiter Kommunikation des Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverbandes mit der Internetplattform www. toplehrstellen.ch sowie TV-Spots für die attraktiven Berufe werben.
 
Weshalb haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit (k)eine Berufslehre absolviert?
Ich absolvierte nach der obligatorischen Schulzeit die Kantonsschule in Glarus und schloss mit der Matura ab. Bereits nach der Primarschule hatte ich den Wunsch, ein Studium zu absolvieren - damals faszinierten mich etwa die Rechtswissenschaften oder die Ingenieurberufe. Tatsächlich habe ich mich damals nie ernsthaft damit auseinandergesetzt, welchen Weg ich wählen soll.
 
Was ist das Ziel Ihrer Kampagne für Lehrstellen?
Die Situation in der Gebäudetechnikbranche punkto Lehrstellenmarkt ist keine einfache: Es ist äusserst schwierig, junge Leute für die Handwerksberufe zu motivieren. Hinzu kommt, dass für "unsere" Berufe ein solider Schulabschluss nötig ist - wir brauchen qualitativ gute Leute. Mit unserer Kampagne wollen wir den jungen Leuten aufzeigen, wie attraktiv die Berufe Sanitär- oder Heizungsinstallateur, Spengler oder Lüftungsanlagenbauer und Gebäudetechnikplaner sowie Haustechnikpraktiker wirklich sind. Gebäudetechniker setzen sich ein für Komfort, Wohlbefinden, Gesundheit und Hygiene - für Lebensqualität. Und gerade im Bereich des energieeffizienten Bauens und Sanierens sind sie die Profis. Die Berufe sind somit aktueller denn je. Gleichzeitig wollen wir die attraktiven Perspektiven bekannt machen, die diese Berufe bieten. Alles immer mit dem Ziel, dass die offenen Lehrstellen mit guten Leuten besetzt werden können.

Mit welchen Mittel versuchen Sie die Jugendlichen zu erreichen?
Im Zentrum unserer Aktivitäten steht die Webplattform www.toplehrstellen.ch. Daneben fahren wir eine umfassende Begleitkommunikation, um auf die Website aufmerksam zu machen. Dieses Jahr erstmals mit TV-Spots in den grösseren Schweizer TV-Stationen, mit Inseraten in der Tagespresse, aber auch mit der Nutzung von Social-Media-Plattformen zur Verbreitung unserer Botschaften. Grosse Leistungen erbringen auch unsere regionalen/kantonalen Sektionen, die Schulen besuchen oder an Gewerbe- und Berufsmessen auftreten und für die Gebäudetechnikberufe werben.
 
Die Gebäudetechnikbranche befasst sich doch eigentlich mit buchstäblich lebenswichtigen Elementen wie  Klima, Umwelt, Wasser, Alternativenergien und ist deshalb eine Zukunftsbranche. Weshalb ist das Image bei den  Jugendliche dennoch nicht so gut?
Wohl weil in der Wahrnehmung eher die unangenehmen Seiten des Berufs dominieren - etwa die schmutzigen Hände oder das Arbeiten bei Wind und Wetter auf der Baustelle. Genau hier setzen wir an. Wir müssen positive Aspekte aufzeigen. Etwa, dass unsere Berufsleute einen wichtigen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt und der natürlichen Ressourcen leisten. Dass die Fachspezialisten innovative, energie- und umweltbewusste Technik einsetzen und ökologisch einwandfreie Materialien verwenden. Dass sie die besten Lösungen für einen sinnvollen Wasser-, Energie- und Lufthaushalt von Gebäuden realisieren - auch unter ästhetischen Gesichtspunkten. Dass sie für Komfort und Wohlbefinden der Hausbewohner sorgen - und damit für Lebensqualität. Und natürlich, dass viel Potential für Karriere besteht.

Suissetec ist ein groser Verband, der viele Lehrstellen anbietet. Was wünschen Sie von den Berufsschulen und Berufsschullehrern?
Wir wünschen uns eine qualitativ gute und praxisorientierte Ausbildung der Lernenden, weil gut ausgebildete Fachkräfte das positive Image unserer Branche fördern.
 
Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung?
Die grösste Herausforderung ist die Stärkung der Berufsbildung, die ein wesentlicher Pfeiler unseres Reichtums in der Schweiz bildet. Wir sind überzeugt, dass 2050 weit mehr als die Hälfte der Jugendlichen eine Berufslehre absolvieren werden.
 
8. Juni 2010

Kontakt
E-Mail Benjamin Mühlemann: benjamin.muehlemann@suissetec.ch
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
 
Weitere Informationen
 
Externer Linkwww.toplehrstellen.ch
Externer Linkwww.suissetec.ch
 
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