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Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz
 
"In der Arbeitsteilung sind die Kantone zuständig für den Erlass von Ausführungsbestimmung, die Umsetzung, die Aufsicht und ca. 75% der Finanzierung."
Jean-Daniel Zufferey, Geschäftsführer Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz
 
Die Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz ist in der Verbundaufgabe Berufsbildung das interkantonale Koordinationsgremium. Jean-Daniel Zufferey ist Geschäftsführer dieser im "Haus der Kantone" in Bern angesiedelten Fachkonferenz.
 
Weshalb haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit (k)eine Berufslehre absolviert?
Ich wollte Bauingenieur ETH werden und habe demzufolge ein Gymnasium absolviert und dann an der ETH Zürich studiert. Ich habe die Berufsbildung als Berufsbildner im Lehrbetrieb kennengelernt.
SBBK, DBK, SDBB, SDK, EDK…viele Abkürzungen! Können Sie uns einen kurzen Überblick über diese Insitutionen im (Beruf)-Bildungswesen geben?
ListenpunktEDK: Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren
ListenpunktSBBK: Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz
ListenpunktSDK: Schweizerische Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen
 
Sie finden weitere Definition im Lexikon der Berufsbildung (www.lex.dbk.ch). Dieses Lexikon ist Teil des Handbuchs betriebliche Grundbildung. Die Einträge sind auf französisch, deutsch und italienisch zu finden.
Die Organisation der Kantone im Bereich Berufsbildung finden Sie unter www.csfp.ch
 
Welches sind die wichtigsten Aufgaben und Ziele der Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK?
Die Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) ist ein Zusammenschluss der Vorsteherinnen und Vorsteher der für die Berufsbildung zuständigen Ämter für Berufsbildung der Kantone und des Fürstentums Liechtenstein. Sie ist eine Fachkonferenz der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und hat ihren Sitzt im Haus der Kantone in Bern. Sie ist die Verwaltungsstelle, die für die interkantonale Koordination im Berufsbildungsbereich zuständig ist.
Die Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK:
Listenpunktbildet eine nationale Plattform für den Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Vorsteherinnen und Vorstehern der für die Berufsbildung zuständigen kantonalen Ämter,
Listenpunktunterstützt die interkantonale Koordination und Kooperation in der Berufsbildung,
Listenpunktberücksichtigt die Sensibilität und Besonderheiten der verschiedenen Regionen,
Listenpunktunterstützt die Kantone bei der Gestaltung und Vollzug der Berufsbildung,
Listenpunktunterstützt und fördert die gesamtschweizerische Bildungsentwicklung in allen Teilbereichen und
Listenpunktfördert die Kontakte zwischen Berufsbildung und Arbeitswelt sowie Berufsbildung und Allgemeinbildung.
 
Die Aufgaben der Konferenz werden von sieben ständigen Kommissionen erfüllt, welche die folgenden Bereiche abdecken:
- Berufsentwicklung
- Schulische Grundbildung
- Betriebliche Grundbildung
- Qualifikationsverfahren
- Höhere Berufsbildung und Weiterbildung
- Finanzen Berufsbildung
- Informatik Berufsbildung
 
Die Berufsbildung ist in der Schweiz in erster Linie durch Bundesrecht geregelt. Weshalb braucht es dennoch kantonale Koordinationsgremien?
Gemäss BBG Art. 1 ist die Berufsbildung eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Die interkantonalen Gremien sind zuständig für ein gemeinsames Auftreten bei den Gesprächen mit dem Bund und den Organisationen der Arbeitswelt. In der Arbeitsteilung sind die Kantone zuständig für den Erlass von Ausführungsbestimmung, die Umsetzung, die Aufsicht und ca. 75% der Finanzierung. Die interkantonalen Gremien koordinieren die Aktivitäten der Kantone in diesen Bereichen.

Mit welchen Themen, die die Berufsschulen betreffen, beschäftigen Sie sich in der SBBK momentan?
Die SBBK fasst ihre Tätigkeiten in einem jährlichen Dokument "Herausforderungen, Zielsetzungen und Massnahmen"  zusammen. Für 2010 sind unsere Prioritäten:
Listenpunkt
Verbundpartnerschaft mit OdA stärken und entwickeln
Aufgaben, Zuständigkeiten und Kompetenzen der Verbundpartnerschaft erläutern und auf allen Ebenen gemäss den Magglinger Leitlinien umsetzen. Regelmässige Absprachen mit den Organisationen der Arbeitswelt durchführen.
Listenpunkt
Strategie der Kantone zur Stärkung des Tertiär Berufsbildungs-Bereichs konsolidieren
Auf der Basis der Ergebnisse des Berichts "Masterplan zur interkantonalen Fianzierung der höheren Berufsbildung" eine neue interkantonale Vereinbarung ausarbeiten. Mitwirkung an der Lösungssuche für die Finanzierung der Berufs- und höheren Fachprüfungen.
Listenpunkt
Transparenz in der Finanzierung der Berufsbildung durch Monitoring und Benchmarking sicherstellen
Monitoring und Benchmarking der Berufsbildungskosten in den Kantonen einführen. Die Zahlen für die nächsten BFI Botschaften vorbereiten und kontrollieren.
Listenpunkt
Im Rahmen der interinstitutionellen Zusammenarbeit (IIZ), Lösungen für Jugendliche mit Mehrfachproblematik sicherstellen
Durch direkten Kontakt mit den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt neue zweijährige berufliche Grundbildungen in Berufsfeldern, die noch keine EBA's anbieten, schaffen. Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten für lernschwächere Jugendliche gemäss BBG. Organisation eines Good-Practice-Austausch.
Listenpunkt
Die Berufsbildung an die veränderten Anforderungen der Arbeitswelt anpassen
In enger Zusammenarbeit mit der SDBB eine nationale Informationsplattform über die Berufsbildung entwerfen und umsetzen. Die Aufgaben aller Beteiligten festlegen. Lösungen für den Fachkräftemangel in den Schlüsselbereichen der Wirtschaft finden.
 
Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung?
Die zwei grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung sind meiner Meinung nach die Globalisierung und die rückläufigen Schülerzahlen. Auf dem globalen Arbeitsmarkt sind Mobilität und Durchlässigkeit zentral, sei es für Lernende, Studierende oder Fachkräfte. Entsprechend muss die Schweiz massgeschneiderte Rahmenbedingungen und Kooperationsformen für ihre Bildungsakteure bereitstellen, damit diese ihre Kompetenzen, Fachkräfte und Zusammenarbeitsschemen den Trends anpassen können. Durch die zurückgehenden Schülerzahlen werden die Behörden und Politiker mit organisatorischen und bildungspolitischen Fragen konfrontieren. Auseinandersetzung mit z.B. Schliessung von Klassen oder Schulen oder dem Eintrittsniveau an Gymnasien werden sicher nicht einfach zu lösen sein.

13. April 2010

Kontakt
E-Mail Jean-Daniel Zufferey: zufferey@edk.ch
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
 
Weitere Informationen
 
Externer Linkwww.sbbk.ch
Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz
Externer Linkwww.lex.dbk.ch
Lexikon der Berufsbildung
 
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