Berufspädagogik an der PH St. Gallen
![]() | "Tradition und Zentralisierung ist eine Seite der Medaille, regionale Angebote in den Kantonen die andere. Unser Angebot entspricht ganz offensichtlich einem Bedürfnis nach einem Angebot in der Ostschweiz." Titus Guldimann, Pädagogische Hochschule Kanton St. Gallen |
An der PH St. Gallen kann neu ein Master of Advanced Studies in Berufspädagogik erworben werden. Titus Guldimann leitet das Kompetenzzentrum Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule des Kantons St. Gallen und ist Verantwortlicher für die neue Ausbildungsmöglichkeit für Lehrpersonen an Berufsfachschulen.
Weshalb haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit (k)eine Berufslehre absolviert?
Eine Lehre hatte ich damals mit meinen Eltern ernsthaft geprüft und mich dann jedoch fürs Lehrerseminar entschlossen. Auch aus heutiger Sicht wären für mich beide Wege attraktiv gewesen.
Eine Lehre hatte ich damals mit meinen Eltern ernsthaft geprüft und mich dann jedoch fürs Lehrerseminar entschlossen. Auch aus heutiger Sicht wären für mich beide Wege attraktiv gewesen.
Sie bieten neu den Master of Advanced Studies in Berufspädagogik an, also eine Ausbildung zur Lehrperson an Berufsfachschulen. Weshalb?
Wir haben durch unsere Zusammenarbeit mit dem beruflichen Zentrum für Weiterbildung ZbW Erfahrung in Ausbildungen für Berufsbildner in überbetrieblichen Kursen. Wir konzentrieren uns bei diesem Master auf Berufsfachschullehrpersonen in berufskundlichen Fächern. Die Nachfrage nach einer Ausbildung in der Region ist sehr gross, ebenso das Bedürfnis nach einem berufsbegleitenden Studium. Der Studiengang ist in drei Zertifikatslehrgänge (CAS) gegliedert. Jeder Zertifikatslehrgang und die Masterarbeit geben je 15 ECTS - Punkte; d.h. insgesamt 60 ECTS/1800 Lernstunden wie vom BBT vorgeschrieben.
Dozierende der PHSG waren bereits bisher in EHB-Kursen (DIK) eingesetzt.
Ebenso haben die Dozierenden unserer Kooperationspartner, insbesondere diejenigen des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen, breite Erfahrung in der Ausbildung von Lehrpersonen für diese Stufe.
Wir haben durch unsere Zusammenarbeit mit dem beruflichen Zentrum für Weiterbildung ZbW Erfahrung in Ausbildungen für Berufsbildner in überbetrieblichen Kursen. Wir konzentrieren uns bei diesem Master auf Berufsfachschullehrpersonen in berufskundlichen Fächern. Die Nachfrage nach einer Ausbildung in der Region ist sehr gross, ebenso das Bedürfnis nach einem berufsbegleitenden Studium. Der Studiengang ist in drei Zertifikatslehrgänge (CAS) gegliedert. Jeder Zertifikatslehrgang und die Masterarbeit geben je 15 ECTS - Punkte; d.h. insgesamt 60 ECTS/1800 Lernstunden wie vom BBT vorgeschrieben.
Dozierende der PHSG waren bereits bisher in EHB-Kursen (DIK) eingesetzt.
Ebenso haben die Dozierenden unserer Kooperationspartner, insbesondere diejenigen des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen, breite Erfahrung in der Ausbildung von Lehrpersonen für diese Stufe.
Sie haben neue Stellen für den Forschungsschwerpunkt Berufsbildung geschaffen und besetzt. Was erhoffen Sie sich davon?
Die PHSG hat mit vier Nationalfonds-Projekten eine Tradition in der Lehr-Lernforschung. Zudem bildet sie u.a. Lehrpersonen für die Sekundarstufe I inkl. Berufswahlvorbereitung aus. Der neue Forschungsschwerpunkt ‚Kompetenzentwicklung in der Berufsbildung' verbindet die Lehr-Lernforschung mit dem Ausbildungsbereich und konzentriert sich auf die Entwicklung der Lernkompetenzen im Schnittbereich zwischen der Sekundarstufe I und der Berufsbildung. Ziel ist die Untersuchung und Optimierung der Kompetenzentwicklung im Spannungsfeld Sekundarstufe I, Berufsschule, Lehrbetrieb und Ausbildungszentren. Die PHSG leistet damit einen Beitrag zu einem spannenden und zentralen Forschungsbereich unseres Bildungssystems und zur Optimierung der Ausbildung auf der Sekundarstufe I und der Berufsbildung, was wiederum Synergien schafft für den Master of Advanced Studies in Berufspädagogik. Für den Forschungsschwerpunkt haben wir ein kompetentes Team eingesetzt.
Die PHSG hat mit vier Nationalfonds-Projekten eine Tradition in der Lehr-Lernforschung. Zudem bildet sie u.a. Lehrpersonen für die Sekundarstufe I inkl. Berufswahlvorbereitung aus. Der neue Forschungsschwerpunkt ‚Kompetenzentwicklung in der Berufsbildung' verbindet die Lehr-Lernforschung mit dem Ausbildungsbereich und konzentriert sich auf die Entwicklung der Lernkompetenzen im Schnittbereich zwischen der Sekundarstufe I und der Berufsbildung. Ziel ist die Untersuchung und Optimierung der Kompetenzentwicklung im Spannungsfeld Sekundarstufe I, Berufsschule, Lehrbetrieb und Ausbildungszentren. Die PHSG leistet damit einen Beitrag zu einem spannenden und zentralen Forschungsbereich unseres Bildungssystems und zur Optimierung der Ausbildung auf der Sekundarstufe I und der Berufsbildung, was wiederum Synergien schafft für den Master of Advanced Studies in Berufspädagogik. Für den Forschungsschwerpunkt haben wir ein kompetentes Team eingesetzt.
Berufsschullehrpersonen wurden traditionell am EHB (vormals SIBP) zentral in Bern ausgebildet. Weitere Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in Zürich am ZHSF. Entsteht da mit einem neuen Anbieter in St. Gallen nicht eine Konkurrenzsituation, die unnötig Kräfte bindet?
Tradition und Zentralisierung ist eine Seite der Medaille, regionale Angebote in den Kantonen die andere. Gemäss neuem Berufsbildungsgesetz BBG Art. 48b ist dies auch vorgesehen. Eine Diversifizierung kann den Markt beleben. Unser Angebot entspricht ganz offensichtlich einem Bedürfnis nach einem Angebot in der Ostschweiz.
Tradition und Zentralisierung ist eine Seite der Medaille, regionale Angebote in den Kantonen die andere. Gemäss neuem Berufsbildungsgesetz BBG Art. 48b ist dies auch vorgesehen. Eine Diversifizierung kann den Markt beleben. Unser Angebot entspricht ganz offensichtlich einem Bedürfnis nach einem Angebot in der Ostschweiz.
Welche Kontakte bestehen zu EHB und ZHSF?
Vor zwei Jahren haben Gespräche mit Martin Wild, damaligem Direktor des heutigen EHB, stattgefunden. Mit dem ZHSF sind wir seit längerem im Gespräch und tauschen uns gegenseitig aus. Wir richten uns nach den Vorgaben des vom Bund erlassenen Rahmenlehrplans. Seit dem 11. Juni 2008 läuft beim BBT das Anerkennungsverfahren für unseren Studiengang. Die PHSG strebt die Anerkennung an, die den Teilnehmenden einen eidgenössischen Abschluss in Aussicht stellt.
Vor zwei Jahren haben Gespräche mit Martin Wild, damaligem Direktor des heutigen EHB, stattgefunden. Mit dem ZHSF sind wir seit längerem im Gespräch und tauschen uns gegenseitig aus. Wir richten uns nach den Vorgaben des vom Bund erlassenen Rahmenlehrplans. Seit dem 11. Juni 2008 läuft beim BBT das Anerkennungsverfahren für unseren Studiengang. Die PHSG strebt die Anerkennung an, die den Teilnehmenden einen eidgenössischen Abschluss in Aussicht stellt.
Die erfolgreiche Lehrperson an einer Berufsfachschule. Beschreiben Sie bitte ihre Kompetenzen.
Gemäss unserem Nationalfonds-Projekt ‚Adaptive Lehrkompetenz' sollte eine Lehrperson neben dem Fachwissen, der didaktischen und diagnostischen Kompetenz und der Klassenführungskompetenz über die Fähigkeit verfügen, ihre Unterrichtsplanung und Durchführung den Voraussetzungen der Lernenden unter Beachtung der Lernziele anzupassen. Neben diesen Kompetenzen im engeren Sinne muss die Lehrperson die Jugendlichen für die Sache begeistern und in ihrer Persönlichkeit stärken können.
Gemäss unserem Nationalfonds-Projekt ‚Adaptive Lehrkompetenz' sollte eine Lehrperson neben dem Fachwissen, der didaktischen und diagnostischen Kompetenz und der Klassenführungskompetenz über die Fähigkeit verfügen, ihre Unterrichtsplanung und Durchführung den Voraussetzungen der Lernenden unter Beachtung der Lernziele anzupassen. Neben diesen Kompetenzen im engeren Sinne muss die Lehrperson die Jugendlichen für die Sache begeistern und in ihrer Persönlichkeit stärken können.
Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung? Wird im Jahr 2050 noch die Mehrheit der Jugendlichen eine Berufslehre machen?
Eine grosse Herausforderung in der Berufsbildung sehe ich im Spannungsfeld zwischen den schnellen Veränderungen in den Anforderungen der Berufswelt und einer standardisierten Aus- und Weiterbildung. Dabei wird das Zusammenspiel zwischen der Berufsschule, dem Ausbildungsbetrieb und den Ausbildungsverbänden beim Erwerb der Berufskompetenzen von zentraler Bedeutung sein. Zudem stellt sich verschärft die Frage, was mit den Jugendlichen mit fehlender bzw. abgebrochener Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt passiert.
01.07.2008
Kontakt
E-Mail Titus Guldimann: Titus.Guldimann@phsg.ch
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
Eine grosse Herausforderung in der Berufsbildung sehe ich im Spannungsfeld zwischen den schnellen Veränderungen in den Anforderungen der Berufswelt und einer standardisierten Aus- und Weiterbildung. Dabei wird das Zusammenspiel zwischen der Berufsschule, dem Ausbildungsbetrieb und den Ausbildungsverbänden beim Erwerb der Berufskompetenzen von zentraler Bedeutung sein. Zudem stellt sich verschärft die Frage, was mit den Jugendlichen mit fehlender bzw. abgebrochener Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt passiert.
01.07.2008
Kontakt
E-Mail Titus Guldimann: Titus.Guldimann@phsg.ch
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch

