copy-stop: Kampf gegen Plagiate
![]() | "Es braucht einiges an Aufwand, bis allen Lernenden klar ist, dass eine kleine selbst recherchierte und verfasste Forschungsarbeit, möglicherweise in sehr holprigem Deutsch, weit mehr zählt als viele Seiten von patchworkartig zusammengesetzten und nur halb verstandenen Textbausteinen, deren Quellen ungenügend oder gar nicht angegeben sind." Martin Ludwig, Berufsschullehrer und Mediotheksbeauftragter |
Bei immer mehr Vertiefungs- und Maturaarbeiten stellt sich die Frage, woher die Lernenden ihre Texte haben: Selber verfasst oder aus dem Internet abgeschrieben? Mit Hilfe einer Software können Lehrpersonen präventiv gegen Plagiate wirken. Martin Ludwig ist Berufschullehrer und als Mediotheksbeauftragter am Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich Initiant des Projektes copy-stop.
Weshalb haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit (k)eine Berufslehre absolviert?
Von der Familientradition her war es eigentlich klar, dass ich eine gymnasiale Laufbahn einschlagen sollte, und mir war dieser Weg recht.
Von der Familientradition her war es eigentlich klar, dass ich eine gymnasiale Laufbahn einschlagen sollte, und mir war dieser Weg recht.
Beschreiben Sie die Ausgangslage, weshalb der Kanton Zürich die Einführung einer Plagiat-Software plante?
Im Jahr 2005 war an unserer Schule zum ersten Mal das eingetreten, was die Kritiker der Abschlussarbeit an den Berufsfachschulen schon seit ihrer Planung im Schulversuch von 1992 bis 1996 befürchteten: Es sind zehntausende von Arbeiten vorhanden, meist digital, und es ist ein Leichtes, an einer Schule eine Arbeit einzureichen, die schon einmal als Abschlussarbeit ihren Dienst getan hatte. Da ich als Berufsschullehrer selbst in den - kläglich gescheiterten - Versuch involviert war, den beiden fehlbaren Schülern das Vollplagiat nachzuweisen, und gleichzeitig schon seit zwei Jahren als Mediotheksbeauftragter der Sekundarstufe II am Mittelschul- und Berufsbildungsamt tätig war, lag der Schluss nahe, ein Projekt zur Prävention von solchen Fehlleistungen zu initiieren.
Mir war es ein Anliegen, den Support für das breite und umfassende Recherchieren, den unsere Recherchierwebsite www.digithek.ch schon seit 2003 leistet, durch ein weiteres Projekt aus dem Umfeld der Informationskompetenzförderung zu ergänzen. Die Plagiatserkennung, aufgefasst als umfassende Prävention, regt die Lehrpersonen dazu an, ihren Lernenden ausführlicher und vermehrt Methoden zu vermitteln, wie sie die Resultate ihrer Recherchen in ihre Arbeiten einbauen können. Wir machen an unserer Schule sehr gute Erfahrungen mit dem expliziten Durcharbeiten folgender Erkenntnismethoden: Erfahrungsbericht, Interview, Bearbeitung von Fachliteratur, Beobachtung und Befragung mit Fragebogen.
In unserem Projektteam setzten wir von Anfang an auf die Prävention, das heisst, wir suchten Wege, wie wir es unseren Kolleginnen und Kollegen der Berufsfach- und Mittelschulen schmackhaft machten könnten, den korrekten Umgang mit fremden Texten zu einem positiv besetzten Bildungsanliegen der Sekundarstufe II zu machen. Unsere Überlegung war die folgende: Die Lehrpersonen sollten ein einfaches Tool zur Verfügung haben, mit dem sie flächendeckend und mit wenig Aufwand auch Semesterarbeiten auf Plagiate überprüfen können. Dann würden sie entdecken, dass die meisten Lernenden nur dann zu plagiieren versucht sind, wenn ihnen zum einen das Rüstzeug für das Erstellen einer kleinen Forschungsarbeit, die Kenntnis von verschiedenen Methoden, fehlt und wenn sie zum andern nicht davon überzeugt sind, dass das korrekte Verhalten belohnt und das Fehlverhalten entdeckt wird.
Die Sicherung der Qualität der Abschlüsse an der Sekundarstufe II ist eine zentrale Aufgabe des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Zürich. So lag es nahe, das Projekt Plagiatsprävention hier anzusiedeln, und die Idee stiess auch sofort auf Zustimmung. Es war bald klar, dass es sinnvoll ist, das Projekt schon in einem frühen Stadium über die Kantonsgrenze hinauszutragen, denn der Kanton Zürich als überregionaler Anbieter von Ausbildungen im tertiären Bereich hat ein vitales Interesse daran, dass der verantwortungsvolle Umgang mit fremden Texten in den Gymnasien und Berufsfachschulen in möglichst vielen Kantone gelehrt wird.
Für die Berufsfachschulen sind die Plagiate deshalb ein drängendes Problem, weil sich unsere Lernenden in Bezug auf das, was sie nicht als ihr eigentliches Fachgebiet betrachten, das Verfassen von Texten, gerne von einem scheinbar schnellen und effizienten Weg verführen lassen. Es braucht einiges an Aufwand, bis allen Lernenden klar ist, dass eine kleine selbst recherchierte und verfasste Forschungsarbeit, möglicherweise in sehr holprigem Deutsch, weit mehr zählt als viele Seiten von patchworkartig zusammengesetzten und nur halb verstandenen Textbausteinen, deren Quellen ungenügend oder gar nicht angegeben sind.
Zur zahlenmässigen Dimension der Fehlverhaltensfälle im Sinne eines Plagiates können keine Aussagen gemacht werden. Ich könnte nicht einmal von meinen eigenen Klassen Zahlen angeben. Ein Plagiat ist an sich von der Definition her klar: Fremde Texte mittels fehlender oder ungenauer Quellenangaben trotz oder mangels Kenntnis der Regeln als eigene Texte ausgeben. Schon wenn ein Lernender diesen selben Fehler mehrmals macht, haben wir beim zahlenmässigen Erfassen ein Problem. Wichtig ist für uns nur eine Zahl: Schaffen wir es, dass hundert Prozent der Lernenden die präventiven Massnahmen, die wir vorschlagen, so ernst nehmen, dass wir keine voll plagiierten Abschlussarbeiten haben und deutlich unter zehn Prozent plagiierte Textstellen?
Ich definiere als Vollplagiat 70% Übereinstimmung mit einem bestehenden Text eines andern Schülers. Diese Zahl ist diskutierbar, aber letztlich auch nicht zentral.
Im Jahr 2005 war an unserer Schule zum ersten Mal das eingetreten, was die Kritiker der Abschlussarbeit an den Berufsfachschulen schon seit ihrer Planung im Schulversuch von 1992 bis 1996 befürchteten: Es sind zehntausende von Arbeiten vorhanden, meist digital, und es ist ein Leichtes, an einer Schule eine Arbeit einzureichen, die schon einmal als Abschlussarbeit ihren Dienst getan hatte. Da ich als Berufsschullehrer selbst in den - kläglich gescheiterten - Versuch involviert war, den beiden fehlbaren Schülern das Vollplagiat nachzuweisen, und gleichzeitig schon seit zwei Jahren als Mediotheksbeauftragter der Sekundarstufe II am Mittelschul- und Berufsbildungsamt tätig war, lag der Schluss nahe, ein Projekt zur Prävention von solchen Fehlleistungen zu initiieren.
Mir war es ein Anliegen, den Support für das breite und umfassende Recherchieren, den unsere Recherchierwebsite www.digithek.ch schon seit 2003 leistet, durch ein weiteres Projekt aus dem Umfeld der Informationskompetenzförderung zu ergänzen. Die Plagiatserkennung, aufgefasst als umfassende Prävention, regt die Lehrpersonen dazu an, ihren Lernenden ausführlicher und vermehrt Methoden zu vermitteln, wie sie die Resultate ihrer Recherchen in ihre Arbeiten einbauen können. Wir machen an unserer Schule sehr gute Erfahrungen mit dem expliziten Durcharbeiten folgender Erkenntnismethoden: Erfahrungsbericht, Interview, Bearbeitung von Fachliteratur, Beobachtung und Befragung mit Fragebogen.
In unserem Projektteam setzten wir von Anfang an auf die Prävention, das heisst, wir suchten Wege, wie wir es unseren Kolleginnen und Kollegen der Berufsfach- und Mittelschulen schmackhaft machten könnten, den korrekten Umgang mit fremden Texten zu einem positiv besetzten Bildungsanliegen der Sekundarstufe II zu machen. Unsere Überlegung war die folgende: Die Lehrpersonen sollten ein einfaches Tool zur Verfügung haben, mit dem sie flächendeckend und mit wenig Aufwand auch Semesterarbeiten auf Plagiate überprüfen können. Dann würden sie entdecken, dass die meisten Lernenden nur dann zu plagiieren versucht sind, wenn ihnen zum einen das Rüstzeug für das Erstellen einer kleinen Forschungsarbeit, die Kenntnis von verschiedenen Methoden, fehlt und wenn sie zum andern nicht davon überzeugt sind, dass das korrekte Verhalten belohnt und das Fehlverhalten entdeckt wird.
Die Sicherung der Qualität der Abschlüsse an der Sekundarstufe II ist eine zentrale Aufgabe des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Zürich. So lag es nahe, das Projekt Plagiatsprävention hier anzusiedeln, und die Idee stiess auch sofort auf Zustimmung. Es war bald klar, dass es sinnvoll ist, das Projekt schon in einem frühen Stadium über die Kantonsgrenze hinauszutragen, denn der Kanton Zürich als überregionaler Anbieter von Ausbildungen im tertiären Bereich hat ein vitales Interesse daran, dass der verantwortungsvolle Umgang mit fremden Texten in den Gymnasien und Berufsfachschulen in möglichst vielen Kantone gelehrt wird.
Für die Berufsfachschulen sind die Plagiate deshalb ein drängendes Problem, weil sich unsere Lernenden in Bezug auf das, was sie nicht als ihr eigentliches Fachgebiet betrachten, das Verfassen von Texten, gerne von einem scheinbar schnellen und effizienten Weg verführen lassen. Es braucht einiges an Aufwand, bis allen Lernenden klar ist, dass eine kleine selbst recherchierte und verfasste Forschungsarbeit, möglicherweise in sehr holprigem Deutsch, weit mehr zählt als viele Seiten von patchworkartig zusammengesetzten und nur halb verstandenen Textbausteinen, deren Quellen ungenügend oder gar nicht angegeben sind.
Zur zahlenmässigen Dimension der Fehlverhaltensfälle im Sinne eines Plagiates können keine Aussagen gemacht werden. Ich könnte nicht einmal von meinen eigenen Klassen Zahlen angeben. Ein Plagiat ist an sich von der Definition her klar: Fremde Texte mittels fehlender oder ungenauer Quellenangaben trotz oder mangels Kenntnis der Regeln als eigene Texte ausgeben. Schon wenn ein Lernender diesen selben Fehler mehrmals macht, haben wir beim zahlenmässigen Erfassen ein Problem. Wichtig ist für uns nur eine Zahl: Schaffen wir es, dass hundert Prozent der Lernenden die präventiven Massnahmen, die wir vorschlagen, so ernst nehmen, dass wir keine voll plagiierten Abschlussarbeiten haben und deutlich unter zehn Prozent plagiierte Textstellen?
Ich definiere als Vollplagiat 70% Übereinstimmung mit einem bestehenden Text eines andern Schülers. Diese Zahl ist diskutierbar, aber letztlich auch nicht zentral.
Welche Ziele wollen Sie mit dem Projekt copy-stop erreichen?
Es braucht die Plagiatserkennung aus folgenden Gründen:
Ich schätze, dass gut ein Drittel unserer Lernenden nach der Lehre irgendeine Form von tertiärer Ausbildung machen, manche erst Jahre später. Die meisten der tertiären Ausbildungen schliessen mit einer Abschlussarbeit ab. Das ist heute Standard. Den korrekten Umgang mit fremden Texten zu thematisieren und zu lehren ist Sache der Sekundarstufe II. Während der Tertiärausbildung ist der wirtschaftliche Druck meist hoch. Man hat wenig Zeit, muss viel produzieren und hofft, mit geringem Aufwand die Papiere zu erlangen. Wenn die Tertiärausbildungsstätten bei Plagiatsfällen mit Ausschluss, erzwungenem Abbruch etc. reagieren, ist das ihr gutes Recht, aber es ist menschlich für die Person und volkswirtschaftlich angesichts der teuren Ausbildungen, die abgebrochen werden, eine Katastrophe.
Geisteswissenschaftliches Arbeiten bekommt mit jedem Plagiat, das nicht entdeckt wird oder mit solchen, die allgemein bekannt werden, mehr den Anstrich, es handle sich um eine Abschreibübung und alle Masters und Doktoranden würden das so tun. Dabei geht es darum, dass jemand, egal auf welcher Stufe, mit den Methoden und dem Wissen, das er erworben hat, eine für ihn (und meistens auch für alle andern) neue und bedeutende Fragestellung zu beantworten versucht und dazu selbstverständlich alles, was bisher dazu herausgefunden wurde, recherchiert. Wenn eine solche Art von Prüfung nur deswegen, weil sie schlechter kontrollierbar ist, gegenüber den Wissensprüfungen diskreditiert wird, dann müssen wir uns als Ausbilder wehren.
Der korrekte Umgang mit fremden Texten wird nur dann wirklich zum Thema an einer Schule, wenn auch etwas passiert, falls man die Empfehlungen der Lehrpersonen in den Wind schlägt.
Wir als Lehrpersonen plagiieren häufig. Wir nehmen Texte aus Lehrbüchern etc., meist ohne Quellenangabe. Das Einlesen der Daten in www.copy-stop.ch macht es jedem von uns nochmals deutlich, dass es kaum sinnvoll ist, bei den Lernenden jedem plagiierten Satz nachzurennen und selbst keine Quellenangaben zu machen.
Die Zusammenarbeit mit andern Kantonen funktioniert sehr gut. Die Kantone Aargau, Bern und Thurgau werden sich in den nächsten Monaten anschliessen. In Kanton Freiburg sind wir daran, ein französisches Pendant mit der Fachstelle fri-tic aufzubauen. Fri-tic wird die "Filiale" für die Westschweiz sein.
Es braucht die Plagiatserkennung aus folgenden Gründen:
Ich schätze, dass gut ein Drittel unserer Lernenden nach der Lehre irgendeine Form von tertiärer Ausbildung machen, manche erst Jahre später. Die meisten der tertiären Ausbildungen schliessen mit einer Abschlussarbeit ab. Das ist heute Standard. Den korrekten Umgang mit fremden Texten zu thematisieren und zu lehren ist Sache der Sekundarstufe II. Während der Tertiärausbildung ist der wirtschaftliche Druck meist hoch. Man hat wenig Zeit, muss viel produzieren und hofft, mit geringem Aufwand die Papiere zu erlangen. Wenn die Tertiärausbildungsstätten bei Plagiatsfällen mit Ausschluss, erzwungenem Abbruch etc. reagieren, ist das ihr gutes Recht, aber es ist menschlich für die Person und volkswirtschaftlich angesichts der teuren Ausbildungen, die abgebrochen werden, eine Katastrophe.
Geisteswissenschaftliches Arbeiten bekommt mit jedem Plagiat, das nicht entdeckt wird oder mit solchen, die allgemein bekannt werden, mehr den Anstrich, es handle sich um eine Abschreibübung und alle Masters und Doktoranden würden das so tun. Dabei geht es darum, dass jemand, egal auf welcher Stufe, mit den Methoden und dem Wissen, das er erworben hat, eine für ihn (und meistens auch für alle andern) neue und bedeutende Fragestellung zu beantworten versucht und dazu selbstverständlich alles, was bisher dazu herausgefunden wurde, recherchiert. Wenn eine solche Art von Prüfung nur deswegen, weil sie schlechter kontrollierbar ist, gegenüber den Wissensprüfungen diskreditiert wird, dann müssen wir uns als Ausbilder wehren.
Der korrekte Umgang mit fremden Texten wird nur dann wirklich zum Thema an einer Schule, wenn auch etwas passiert, falls man die Empfehlungen der Lehrpersonen in den Wind schlägt.
Wir als Lehrpersonen plagiieren häufig. Wir nehmen Texte aus Lehrbüchern etc., meist ohne Quellenangabe. Das Einlesen der Daten in www.copy-stop.ch macht es jedem von uns nochmals deutlich, dass es kaum sinnvoll ist, bei den Lernenden jedem plagiierten Satz nachzurennen und selbst keine Quellenangaben zu machen.
Die Zusammenarbeit mit andern Kantonen funktioniert sehr gut. Die Kantone Aargau, Bern und Thurgau werden sich in den nächsten Monaten anschliessen. In Kanton Freiburg sind wir daran, ein französisches Pendant mit der Fachstelle fri-tic aufzubauen. Fri-tic wird die "Filiale" für die Westschweiz sein.
Wie funktioniert die Überprüfung auf Plagiat?
Die schriftlichen Arbeiten werden von den Lernenden zusätzlich zur Printversion in elektronischer Form abgegeben, in einer einzigen Datei im Format Word, PDF oder .txt. Die Datei soll keine Bilder enthalten und kleiner als 0.5 MB sein.
Aus Gründen des Datenschutzes sind der Name des Autors / der Autorin und der Name der Lehrperson, bei der die Arbeit eingereicht wird, in der elektronischen Version sowohl auf dem Titelblatt als auch in der Fuss- oder Kopfzeile zu löschen.
Die Lehrperson prüft die Arbeit mit der professionellen Plagiatserkennungssoftware docoloc, zu der sie über ein Webinterface und die persönliche User-ID Zugang hat. Der Prüfvorgang beinhaltet auch das Hochladen der Datei in eine geschlossene Datenbank. Die Software docoloc vergleicht den Text der Arbeit mit den im Internet publizierten Texten. Ausserdem vergleicht sie die Arbeit mit allen bisher schon geprüften Arbeiten der Sekundarstufe II aus der Schweiz.
Während des maschinellen Prüfvorgangs wird die Arbeit kurzzeitig in den Arbeitsspeicher des prüfenden Computers übernommen und anschliessend wieder gelöscht. Die Arbeit ist während des Prüfvorgangs für niemanden einsehbar. Zusätzlich zur Überprüfung wird der Text der Arbeit indexiert, das heisst mit den wichtigsten Stichworten erfasst. Die Indexierung erlaubt keine Rückschlüsse auf den ganzen Text.
Die Lehrperson erhält einige Zeit nach der Auslösung des Prüfvorgangs den Prüf- oder Herkunftsrapport. Es werden maximal sechs Internetadressen angegeben, mit denen Textpassagen der geprüften Arbeit teilweise oder vollständig übereinstimmen. Die Internetadressen können angeklickt und eingesehen werden. Falls eine Übereinstimmung mit einer schon geprüften Arbeit festgestellt wird, die an einer Mittel- oder Berufsfachschule eingereicht wurde, dann erscheint nur der Verweis auf diese Arbeit, nicht aber die ganze Arbeit.
Die schriftlichen Arbeiten werden von den Lernenden zusätzlich zur Printversion in elektronischer Form abgegeben, in einer einzigen Datei im Format Word, PDF oder .txt. Die Datei soll keine Bilder enthalten und kleiner als 0.5 MB sein.
Aus Gründen des Datenschutzes sind der Name des Autors / der Autorin und der Name der Lehrperson, bei der die Arbeit eingereicht wird, in der elektronischen Version sowohl auf dem Titelblatt als auch in der Fuss- oder Kopfzeile zu löschen.
Die Lehrperson prüft die Arbeit mit der professionellen Plagiatserkennungssoftware docoloc, zu der sie über ein Webinterface und die persönliche User-ID Zugang hat. Der Prüfvorgang beinhaltet auch das Hochladen der Datei in eine geschlossene Datenbank. Die Software docoloc vergleicht den Text der Arbeit mit den im Internet publizierten Texten. Ausserdem vergleicht sie die Arbeit mit allen bisher schon geprüften Arbeiten der Sekundarstufe II aus der Schweiz.
Während des maschinellen Prüfvorgangs wird die Arbeit kurzzeitig in den Arbeitsspeicher des prüfenden Computers übernommen und anschliessend wieder gelöscht. Die Arbeit ist während des Prüfvorgangs für niemanden einsehbar. Zusätzlich zur Überprüfung wird der Text der Arbeit indexiert, das heisst mit den wichtigsten Stichworten erfasst. Die Indexierung erlaubt keine Rückschlüsse auf den ganzen Text.
Die Lehrperson erhält einige Zeit nach der Auslösung des Prüfvorgangs den Prüf- oder Herkunftsrapport. Es werden maximal sechs Internetadressen angegeben, mit denen Textpassagen der geprüften Arbeit teilweise oder vollständig übereinstimmen. Die Internetadressen können angeklickt und eingesehen werden. Falls eine Übereinstimmung mit einer schon geprüften Arbeit festgestellt wird, die an einer Mittel- oder Berufsfachschule eingereicht wurde, dann erscheint nur der Verweis auf diese Arbeit, nicht aber die ganze Arbeit.
Wie sind die ersten Erfahrungen mit copy-stop?
Es geht bei der ganzen Plagiatserkennung in allererster Linie um Prävention. Das heisst, es wird den Lehrpersonen empfohlen, der Abschlussarbeit vorausgehende Arbeiten wie Semesterarbeit, Probeabschlussarbeit und anderes mehr routinemässig einer Plagiatskontrolle zu unterziehen.
Ich mache es so: Wenn ein Lernender bei einer solchen Arbeit viel plagiiert, dann frage ich ihn um Erlaubnis, den Prüfbericht am Beamer zeigen zu können. Ich erklären dann, dass ich alle gelben Stellen als nicht existent betrachte und lösche und dann gezwungen bin, vom übrig gebliebenen und zusammenhangslosen Gerippe eine Note zu machen,
Mein Ziel ist, keine Plagiate bei Abschlussarbeiten zu haben.
Es wird noch einige Jahre dauern, bis wir die Mehrzahl der Lehrpersonen überzeugt haben, dass das Einüben des korrekten Umgangs mit fremden Texten (und damit fremdem Wissen) zum Bildungsauftrag der Sekundarstufe II gehört.
Es geht bei der ganzen Plagiatserkennung in allererster Linie um Prävention. Das heisst, es wird den Lehrpersonen empfohlen, der Abschlussarbeit vorausgehende Arbeiten wie Semesterarbeit, Probeabschlussarbeit und anderes mehr routinemässig einer Plagiatskontrolle zu unterziehen.
Ich mache es so: Wenn ein Lernender bei einer solchen Arbeit viel plagiiert, dann frage ich ihn um Erlaubnis, den Prüfbericht am Beamer zeigen zu können. Ich erklären dann, dass ich alle gelben Stellen als nicht existent betrachte und lösche und dann gezwungen bin, vom übrig gebliebenen und zusammenhangslosen Gerippe eine Note zu machen,
Mein Ziel ist, keine Plagiate bei Abschlussarbeiten zu haben.
Es wird noch einige Jahre dauern, bis wir die Mehrzahl der Lehrpersonen überzeugt haben, dass das Einüben des korrekten Umgangs mit fremden Texten (und damit fremdem Wissen) zum Bildungsauftrag der Sekundarstufe II gehört.
Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung? Wird im Jahr 2050 noch die Mehrheit der Jugendlichen eine Berufslehre machen?
Ja, das System der Berufslehre hat sich seit dem Mittelalter bewährt. Es wird auch 2050 noch Handwerker geben, und die brauchen eine solide Ausbildung. Eben hat die Schweiz Indien dafür gewonnen, das System der Berufslehre ernsthaft zu prüfen, und einige Versuche sind schon angelaufen.
26.05.2008
Kontakt
E-Mail Martin Ludwig: martin.ludwig@mba.zh.ch
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
Ja, das System der Berufslehre hat sich seit dem Mittelalter bewährt. Es wird auch 2050 noch Handwerker geben, und die brauchen eine solide Ausbildung. Eben hat die Schweiz Indien dafür gewonnen, das System der Berufslehre ernsthaft zu prüfen, und einige Versuche sind schon angelaufen.
26.05.2008
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E-Mail Martin Ludwig: martin.ludwig@mba.zh.ch
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch

