Fachmann/frau für Systemgastronomie
![]() | "Im Gegensatz zur herkömmlichen Gastronomie gehören in der Systemgastronomie in der Regel mehrere Betriebe einem Konzept an. Das bedeutet, dass in jedem Restaurant Abläufe standardisiert sind, es werden dieselben Qualitätsanforderungen an Produkte, Dienstleistungen und Mitarbeiter gestellt." Judith Sparber, Head of Human Resources bei Marché International |
Systemgastronom/ Systemgastronomin ist eine neue Berufsausbildung, die in einem Pilotversuch im Kanton Zürich erstmals angeboten wird. Judit Sparber ist Head of Human Resources bei Marché International (ehemals Mövenpick) und Projektleiterin des Ausbildungsversuches in der Schweiz.
Weshalb haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit (k)eine Berufslehre absolviert?
Ich habe mich nach Abschluss des Gymnasiums für ein Studium entschieden, da ich vor allem auch die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge in Unternehmen kennenlernen wollte.
Ich habe mich nach Abschluss des Gymnasiums für ein Studium entschieden, da ich vor allem auch die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge in Unternehmen kennenlernen wollte.
Fachmann/frau für Systemgastronomie - ein neuer Lehrberuf. Weshalb?
In Deutschland und Österreich gibt es dieses Berufsbild schon seit Jahren. Auch wir bilden in diesen Ländern ca. 150 Lernende zu Fachfrauen/Fachmänner der Systemgastronomie erfolgreich aus. Unsere Lernenden gehören bei nationalen und internationalen Wettbewerbern immer wieder zu den Siegern. Der grosse Unterschied zu den herkömmlichen Berufen wie Koch und Restaurantfachfrau ist folgender: Im Gegensatz zur herkömmlichen Gastronomie gehören in der Systemgastronomie in der Regel mehrere Betriebe einem Konzept an. Das bedeutet, dass in jedem Restaurant Abläufe standardisiert sind, es werden dieselben Qualitätsanforderungen an Produkte, Dienstleistungen und Mitarbeiter gestellt. Was bedeutet dieses Berufsbild? Im Gegensatz zur herkömmliche Koch- bzw. Restaurantfachmann/frau- Ausbildung greift die Ausbildung zum Systemgastronomen globaler. Das Berufsbild vereinigt kaufmännisches Grundwissen, kundenorientiertes, kostenbewusstes Verhalten mit dem praktischen Einsatz in der Herstellung der Speisen und der Betreuung des Gastes. Kommunikation, Verkauf, Umgang mit den Gästen gehören wie Teamfähigkeit, Organisation und Kosten- und Qualitätskontrolle zum Ausbildungsprogramm. Die Lernenden lernen alle operativen Aufgaben und Abteilungen in einem Betrieb kennen und sind nach Abschluss der Ausbildung in den Startlöchern als potentielle Führungskraft von morgen!
In der Schweiz ist der Beruf Systemgastronom noch nicht anerkannt, wir sind aber eine Gruppe von Unternehmen, die sich für diese Ausbildung interessieren:
Marché Restaurants Schweiz AG,
McDonald's
Burger King
SV Service
ZFV
Candrian Catering
COOP
MIGROS
Momentan kann nur Marché in den Zürcher Betrieben eine Ausbildung zum Fachmann/Fachfrau der Systemgastronomie anbieten. Das Berufs- und Mittelschulamt Zürich war bereit, einen Pilotversuch zu unterstützen, bei dem wir die praktische Ausbildung hier in der Schweiz anbieten, die schulische Ausbildung (da diese in der Schweiz nicht angeboten wird) findet in Blockkursen in Österreich statt. Marché übernimmt alle Kosten sowohl für die Schule wie die Unterkunft und Reise.
In Deutschland und Österreich gibt es dieses Berufsbild schon seit Jahren. Auch wir bilden in diesen Ländern ca. 150 Lernende zu Fachfrauen/Fachmänner der Systemgastronomie erfolgreich aus. Unsere Lernenden gehören bei nationalen und internationalen Wettbewerbern immer wieder zu den Siegern. Der grosse Unterschied zu den herkömmlichen Berufen wie Koch und Restaurantfachfrau ist folgender: Im Gegensatz zur herkömmlichen Gastronomie gehören in der Systemgastronomie in der Regel mehrere Betriebe einem Konzept an. Das bedeutet, dass in jedem Restaurant Abläufe standardisiert sind, es werden dieselben Qualitätsanforderungen an Produkte, Dienstleistungen und Mitarbeiter gestellt. Was bedeutet dieses Berufsbild? Im Gegensatz zur herkömmliche Koch- bzw. Restaurantfachmann/frau- Ausbildung greift die Ausbildung zum Systemgastronomen globaler. Das Berufsbild vereinigt kaufmännisches Grundwissen, kundenorientiertes, kostenbewusstes Verhalten mit dem praktischen Einsatz in der Herstellung der Speisen und der Betreuung des Gastes. Kommunikation, Verkauf, Umgang mit den Gästen gehören wie Teamfähigkeit, Organisation und Kosten- und Qualitätskontrolle zum Ausbildungsprogramm. Die Lernenden lernen alle operativen Aufgaben und Abteilungen in einem Betrieb kennen und sind nach Abschluss der Ausbildung in den Startlöchern als potentielle Führungskraft von morgen!
In der Schweiz ist der Beruf Systemgastronom noch nicht anerkannt, wir sind aber eine Gruppe von Unternehmen, die sich für diese Ausbildung interessieren:
Marché Restaurants Schweiz AG,
McDonald's
Burger King
SV Service
ZFV
Candrian Catering
COOP
MIGROS
Momentan kann nur Marché in den Zürcher Betrieben eine Ausbildung zum Fachmann/Fachfrau der Systemgastronomie anbieten. Das Berufs- und Mittelschulamt Zürich war bereit, einen Pilotversuch zu unterstützen, bei dem wir die praktische Ausbildung hier in der Schweiz anbieten, die schulische Ausbildung (da diese in der Schweiz nicht angeboten wird) findet in Blockkursen in Österreich statt. Marché übernimmt alle Kosten sowohl für die Schule wie die Unterkunft und Reise.
Was muss man sich unter einem "Systemgastronomen" vorstellen?
Schwerpunkte der Ausbildung sind:
Schwerpunkte der Ausbildung sind:
| Gäste betreuen und beraten | |
| Produkte herstellen, präsentieren und verkaufen | |
| Qualitätsstandards sicherstellen | |
| Arbeitsabläufe organisieren | |
| Personaleinsatz planen | |
| Personalvorgänge bearbeiten | |
| Kostenkontrolle durchführen | |
| Kostenkontrolle durchführen |
| Marketing Massnahmen anwenden |
Die Ausbildung bietet einen tieferen Einblick in organisatorische und administrative Aufgaben und bereitet somit den Weg um zukünftig Führungsposition einzunehmen. Wir bilden zukünftige Unternehmer aus, die alle Bereiche eines Betriebes abdecken können.
Im Bereich Gastronomie gibt es bereits viele Berufe, die Jugendliche lernen können. Weshalb nun nochmals ein neuer Beruf?
Die Gastronomieszene hat sich in den vergangen Jahren sehr stark verändert und die herkömmlichen Lehrberufe passen nicht mehr zu den entstandenen Betriebsstrukturen der Systemgastronomie. Ich denke, dass wir als Systemgastronomie auch andere Zielgruppen von Lernenden ansprechen: Menschen die einen globaleren Einblick bekommen wollen und zukünftig Verantwortung als Führungsperson übernehmen wollen. Das Angebot an Lehrstellen wird sich sicherlich auf unterschiedliches Firmen erstrecken von Marché über McDonald's, Coop, SV Service, Burger King, Candrian Catering etc. Ich habe gar keine Bedenken, dass es ein Monopol der Ausbilder geben wird. Ich bin überzeugt, dass Interessierte eine breite Auswahl an Ausbildungsbetrieben haben werden und somit aussuchen können, welches Konzept ihnen am besten entspricht.
Die Gastronomieszene hat sich in den vergangen Jahren sehr stark verändert und die herkömmlichen Lehrberufe passen nicht mehr zu den entstandenen Betriebsstrukturen der Systemgastronomie. Ich denke, dass wir als Systemgastronomie auch andere Zielgruppen von Lernenden ansprechen: Menschen die einen globaleren Einblick bekommen wollen und zukünftig Verantwortung als Führungsperson übernehmen wollen. Das Angebot an Lehrstellen wird sich sicherlich auf unterschiedliches Firmen erstrecken von Marché über McDonald's, Coop, SV Service, Burger King, Candrian Catering etc. Ich habe gar keine Bedenken, dass es ein Monopol der Ausbilder geben wird. Ich bin überzeugt, dass Interessierte eine breite Auswahl an Ausbildungsbetrieben haben werden und somit aussuchen können, welches Konzept ihnen am besten entspricht.
Wo liegen die Schwerpunkte in der Ausbildung?
Die Schwerpunkte der Lehre habe ich oben angeführt. Das Zielpublikum für eine Ausbildung zum Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie hat die folgenden Voraussetzungen:
Die Schwerpunkte der Lehre habe ich oben angeführt. Das Zielpublikum für eine Ausbildung zum Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie hat die folgenden Voraussetzungen:
| Mindestalter von 16 Jahren | |
| Guter Schulabschluss Sekundarschule oder sehr guter Schulabschluss Realschule | |
| Freude am Umgang mit Produkten | |
| Spass am Kontakt mit unseren Gästen | |
| Team- und Kommunikationsfähigkeit | |
| Ein Auge fürs Detail | |
| Ausdauer und Verlässlichkeit |
| Neugier für Neues | |
| Kaufmännisches Grundverständnis |
Interessierte finden Schnupperstellen beim Support Office von Marché Restaurants Schweiz AG, Alte Poststrasse 2, CH 8310 Kemptthal oder per mail: frische.ausbildung@marche-int.com
Wir vermitteln den nächstgelegenen Schnupperbetrieb von Marché.
Wir vermitteln den nächstgelegenen Schnupperbetrieb von Marché.
Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung? Wird im Jahr 2050 noch die Mehrheit der Jugendlichen eine Berufslehre machen?
Die Durchlässigkeit der Systeme und die Möglichkeit sich auch nach Abschluss der Lehre weiterzubilden sind die wichtigsten Eckpunkte in Zukunft z.B. Berufsmatur, Fachhochschulen etc. Meiner Meinung nach wird der Wechsel zwischen unterschiedlichen Berufen zur Regel und die Voraussetzung wechseln zu können und entsprechende Möglichkeiten auch in einem anderen Beruf zu haben, wird die Berufswahl stark beeinflussen. Die Anforderungen an Flexibilität was Aufgabe, Zeit, Ort etc. anbelangt wird von Seiten des Arbeitsmarktes immer grösser und entsprechend wird auch die Kontinuität in den Berufslaufbahnen weniger werden. Globale Ausbildungen- wie sie zum Beispiel in der Systemgastronomie bietet - gewinnen an Attraktivität, da man von allem etwas versteht und bei Bedarf in einzelnen Gebieten vertiefen kann. Der Bedarf nach Menschen, die Zusammenhänge übergreifend erfassen und entsprechende Erfahrungen schon während der Lehrzeit machen konnten, nimmt stetig zu. Es wird sehr stark vom Angebot der möglichen Lehrberufe und wie gesagt von der Kompatibilität der verschiedenen Möglichkeiten abhängen. Aber sicher ist, dass eine fundierte Berufsausbildung immer die Basis für ein Weiterkommen ist - auch in Zukunft. Aus diesem Grunde denke ich, dass die Berufslehre, vielleicht in anderer Form, auch 2050 noch eine attraktive Möglichkeit für Jugendliche sein wird.
21.04.2008
Kontakt
E-Mail Judith Sparber: Judith.Sparber@marche-int.com
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
Die Durchlässigkeit der Systeme und die Möglichkeit sich auch nach Abschluss der Lehre weiterzubilden sind die wichtigsten Eckpunkte in Zukunft z.B. Berufsmatur, Fachhochschulen etc. Meiner Meinung nach wird der Wechsel zwischen unterschiedlichen Berufen zur Regel und die Voraussetzung wechseln zu können und entsprechende Möglichkeiten auch in einem anderen Beruf zu haben, wird die Berufswahl stark beeinflussen. Die Anforderungen an Flexibilität was Aufgabe, Zeit, Ort etc. anbelangt wird von Seiten des Arbeitsmarktes immer grösser und entsprechend wird auch die Kontinuität in den Berufslaufbahnen weniger werden. Globale Ausbildungen- wie sie zum Beispiel in der Systemgastronomie bietet - gewinnen an Attraktivität, da man von allem etwas versteht und bei Bedarf in einzelnen Gebieten vertiefen kann. Der Bedarf nach Menschen, die Zusammenhänge übergreifend erfassen und entsprechende Erfahrungen schon während der Lehrzeit machen konnten, nimmt stetig zu. Es wird sehr stark vom Angebot der möglichen Lehrberufe und wie gesagt von der Kompatibilität der verschiedenen Möglichkeiten abhängen. Aber sicher ist, dass eine fundierte Berufsausbildung immer die Basis für ein Weiterkommen ist - auch in Zukunft. Aus diesem Grunde denke ich, dass die Berufslehre, vielleicht in anderer Form, auch 2050 noch eine attraktive Möglichkeit für Jugendliche sein wird.
21.04.2008
Kontakt
E-Mail Judith Sparber: Judith.Sparber@marche-int.com
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
| Flyer Fachfrau/FachmannSystemgastronomie 1876 KB / .pdf |

