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Als Experte an den Berufsweltmeisterschaften
 
Roger Müller, Chefexperte Metallbau"Mit einem zum Teil kleinen zusätzlichen Vorbereitungsaufwand, welcher dank grosszügiger Unterstützung des Berufsverbandes möglich ist, können die Schweizer Kandidaten schon weit vorne mitmischen."
Roger Müller, Metallbaumeister und Chefexperte SwissSkills Metallbau
 
Ohne Experten wären die Berufs-Weltmeisterschaften nicht durchführbar. Roger Müller nahm an der Berufs-WM in Japan als Experte WorldSkills im Beruf Stahlbau teil. Er ist gelernter Metallbauer und hat sich zum Metallbautechniker TS und Metallbaumeister weitergebildet. Er ist als Projektleiter in einer Metallbaufirma tätig.
 
Weshalb haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit (k)eine Berufslehre absolviert?
Es war für mich immer schon interessant, theoretisches Wissen auch in der Praxis anwenden zu können. Weiterhin nur in die Schule zu gehen, war für mich nicht vorstellbar.
 
Sie vertreten die Schweiz an der Berufs-WM als Experte im Beruf Stahlbauschlosser. Was bedeutet Ihnen die Teilnahme an diesem Wettbewerb?
Nach meiner Teilnahme als Kandidat an der Berufs-WM 2001, ist es für mich eine Ehre unseren Berufsstand nun auch als Experte an einer WM vertreten zu dürfen. Die Tätigkeit als Experte bringt natürlich eine Menge an neuen Erfahrungen mit sich, die zum Teil sicher auch im Alltag von Nutzen sein können. Vor allem lernt man aber auch viele neue Menschen auf der ganzen Welt kennen.
 
Wie läuft der Wettbewerb bei den Stahlbauschlossern konkret ab?
Die Kandidaten bekommen zu Beginn des Wettbewerbes eine Zeichnung des zu erbauenden Wettbewerbstückes. Dazu gehören auch die Bewertungsblätter und natürlich das notwendige Material. Nach dem letzten Wettbewerbstag werden dann die Arbeiten von den Experten bewertet.
Das Hauptproblem in unserem Wettbewerbsberuf ist, dass die gefragten Fertigkeiten (z.B. Schneidbrennen) nicht zu 100% mit dem Schweizer Beruf Metallbauer übereinstimmen. Aus diesem Grund absolviert der Kandidat ein kleines Vorbereitungstraining von ca. 6 Wochen. Im Weiteren muss der Kandidat auch über mentale Stärke verfügen, damit ihn äussere Einwirkungen (Zuschauer, Medien, etc.) nicht aus dem Konzept bringen können.
 
Welche Aufgaben haben Sie als Experte zu bewältigen?
Die Hauptaufgaben bestehen vor dem Wettbewerb vor allem in der richtigen Vorbereitung des Kandidaten, sowie der Ausarbeitung der Prüfungsaufgabe zusammen mit den Experten aus den anderen Ländern. Am Wettbewerb selber müssen die Experten die Prüfungsaufgabe fertig stellen, die notwendigen Übersetzungen in die jeweiligen Landessprachen vornehmen, den Wettbewerb überwachen und natürlich die Arbeiten bewerten. Daneben fallen auch noch kleinere, administrative Arbeiten an. Die Kommunikation geschieht vor dem Wettbewerb mittels Internet/E-Mail, meist in englischer Sprache.
 
Die Schweizer Teilnehmenden sind an den Berufsweltmeisterschaften regelmässig erfolgreich. Was ist der Grund?
Der Hauptgrund ist ganz sicher die wirklich gute Berufsausbildung in der Schweiz. Durch das duale Berufsbildungssystem ist eine flächendeckende, qualitativ hochstehende Grundausbildung möglich. Mit einem zum Teil kleinen zusätzlichen Vorbereitungsaufwand, welcher dank grosszügiger Unterstützung des Berufsverbandes möglich ist, können dann die Schweizer Kandidaten schon weit vorne mitmischen. Aus diesem Grund ist es immer interessant zu wissen, wie viel Vorbereitungszeit die ausländischen Konkurrenten für die Berufs-WM aufwenden müssen, um vorne dabei zu sein.
 
Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung? Wird im Jahr 2050 noch die Mehrheit der Jugendlichen eine Berufslehre machen?
Ich bin überzeugt, dass das Schweizer Berufsbildungssystem auch für die Zukunft der richtige Weg ist. Kleinere Anpassungen wird es immer geben und werden sicher auch notwendig sein um die Qualität halten zu können.
10.12.2007

Kontakt
E-Mail Roger Müller: Roger.Mueller@gurtner-metallbau.ch
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
 
Weiterführende Informationen
 
Externer Linkwww.swisscompetence
Verein zur Förderung junger Berufsleute für die Teilnahme an Internationalen Berufswettbewerben
Externer Linkwww.go4metal.ch
Informationsplattform für die Berufe der Metallbaubranche
Externer Linkwww.metallunion.ch/
Die Schweizerische Metall-Union ist Arbeitgeber- und Berufsverband
 
Downloads
 
DownloadExperte Berufs_WM.pdf
Interview als pdf-Dokument
37 KB / .pdf
 
DownloadBerufsverband
Hören Sie, wie weshalb der Berufsverband die Berufs-WM unterstützt
811 KB / .mp3
 
DownloadVorbereitung
Hören Sie, wie Roger Müller den Schweizer Kandidaten auf den Wettkampf vorbereitet hat
790 KB / .mp3
 
DownloadMentales Training
Hören Sie, wie die Kandidatinnen und Kandidaten mental auf den Wettbewerb vorbereitet wurden
790 KB / .mp3
 
DownloadBeruf Metallbauer/in
Hören Sie Roger Müller zu, wie er den Beruf Metallbauer beschreibt
1859 KB / .mp3