Leitfaden - Unterrichtsmethode
Die Unterrichtsmethode gibt Auskunft über Modelle und Vorbilder, die den Lernenden angeboten werden. Ihre Beobachtung ermöglicht es, sich bewusst zu werden, wie bestimmte Methoden (Kooperationsmodell, Konkurrenzmodell, Einsatz von ICT) die Beteiligung der Lehrenden - insbesondere die der unterrepräsentierten Personen - begünstigen. Der Turnus der Lehrpersonen bzw. jener in Zweierteams beinflussen die Repräsentationen. Schliesslich ist die Aufgabenteilung in einem gemischten Zweierteam ein guter Indikator für die zugewiesenen (Geschlechter-)Rollen.
Wie ist das Beobachtungsraster anzuwenden?
Hier geht es darum, auf die Unterrichtsmethoden zu achten. Welche Methode wird bevorzugt?
Zudem geht es darum, die Organisation von Gruppenarbeiten näher zu betrachten. So können zum Beispiel Anweisungen weit verbreitete Praktiken beeinflussen, neue Praktiken hervorheben oder eine Neuverteilung der Aufgaben gestatten.
Die Beobachtung der Aufgabenteilung ist in einem gemischten Zweierteam besonders interessant. Die hier angebotene Liste ist nicht erschöpfend und kann während der Beobachtung vervollständigt werden. Nach dem Ausfüllen ist zu evaluieren, wie jede Aufgabe bewertet wird. Wird der Vorbereitung des Materials oder der Präsentation der Kursstruktur ebenso viel Bedeutung und Prestige beigemessen wie dem theoretischen Inhalt oder der Analyse? Wer stellt sich in den Dienst der Studierenden? Und wer stellt die neuesten Studien vor? Wer setzt in seinem Unterricht ICT ein und welcher Wert wird diesem Werkzeug beigemessen? All dies sind Informationen über die Verteilung der Aufgaben und die Hierarchie, die unter den Lehrpersonen und den Unterrichtsmethoden gelten.
Was zeigen die Beobachtungen?
Interessiert man sich für die Geschlechterbeziehungen, so ist eine Analyse der Arbeitsorganisation und der Arbetisteilung essentiell. In einem gemischten Zweierteam haben wir eine nicht-traditionelle Verteilung der Aufgaben beobachtet: Der Mann übernahm eher administrative Aufgaben (Anwesenheitsliste, Vorbereitung des Klassenzimmers, Verwaltung des Stundenplans), die Frau war für die pädagogischen und analytischen Aufgaben zuständig (Präsentation der Anweisungen und der Vorgehensweise). Gegen Mitte des Vormittags stellte ein Studierender die Vorgehensweise in Frage und griff die Lehrerin direkt an. Nach diesem Zwischenfall veränderte sich die Aufgabenteilung in Richtung eines klassischen Modells (der Mann im Vordergrund, die Frau im Hintergrund). Die "Krise" hatte die Hierarchie der Geschlechter wieder in Ordnung gebracht.
Bei Gruppenarbeiten mühen die Frauen sich häufig ab, ihren Platz zu finden und anerkannt zu werden. Bei einer Beobachtung haben wir drei gemischte Gruppen verfolgt: In zwei Fällen machten die Frauen Notizen, die Männer waren mit dem Nachdenken befasst, passten die Überlegungen an. Im Plenum erfolgte die Berichterstattung zweimal durch Männer. Die Verwendung des Computers könnte diese Praktiken verändern: Bei einer anderen Beobachtung hat sich gezeigt, dass die Männer sich sofort an die Tastatur setzten und so im Grunde die Sekretariatsaufgaben in den Gruppen erledigten.
Was sagt die Literatur dazu?
Die Arbeiten haben sich vor allem mit den Lernenden befasst, so konnte man die unterschiedliche Art und Weise beobachten, auf die Mädchen und Jungen Wissen erfassen (Mosconi, Ollagnier, Solar). Diese in der Sozialisation gründenden Unterschiede sind nicht "naturgegeben". Indem Lehrpersonen verschiedene Unterrichtsmethoden einsetzen, gestatten sie es Frauen und Männern, diejenige zu finden, die für sie am besten geeignet ist.
Die Verteilung der Aufgaben zwischen den Lehrpersonen gibt Auskunft über die Art und Weise, wie die Hierarchie zwischen den Geschlechtern festgeschrieben oder in Frage gestellt wird. Die Aufgaben - ebenso wie die Kompetenzen - werden nicht auf die gleiche Weise bewertet. Daher fördert die nähere Betrachtung wichtige Hinweise auf die Einteilung und die Anerkennung der Arbeit zutage.
In der Erwachsenenbildung spielt die Tatsache eine wichtige Rolle, dass die Geschlechternormen für die Lernenden wie die Lehrpersonen selbstverständlich sind. Vorurteile und Stereotypen werden in beiden Richtungen weitergegeben und reproduziert. Es sind nicht nur die Lehrpersonen, die die Lernenden beeinflussen und konditionieren, sondern auch die Lernenden, die ihrerseits geschlechtsbedingte Erwartungen an die Lehrperson knüpfen.
Literaturhinweise
Wie ist das Beobachtungsraster anzuwenden?
Hier geht es darum, auf die Unterrichtsmethoden zu achten. Welche Methode wird bevorzugt?
Zudem geht es darum, die Organisation von Gruppenarbeiten näher zu betrachten. So können zum Beispiel Anweisungen weit verbreitete Praktiken beeinflussen, neue Praktiken hervorheben oder eine Neuverteilung der Aufgaben gestatten.
Die Beobachtung der Aufgabenteilung ist in einem gemischten Zweierteam besonders interessant. Die hier angebotene Liste ist nicht erschöpfend und kann während der Beobachtung vervollständigt werden. Nach dem Ausfüllen ist zu evaluieren, wie jede Aufgabe bewertet wird. Wird der Vorbereitung des Materials oder der Präsentation der Kursstruktur ebenso viel Bedeutung und Prestige beigemessen wie dem theoretischen Inhalt oder der Analyse? Wer stellt sich in den Dienst der Studierenden? Und wer stellt die neuesten Studien vor? Wer setzt in seinem Unterricht ICT ein und welcher Wert wird diesem Werkzeug beigemessen? All dies sind Informationen über die Verteilung der Aufgaben und die Hierarchie, die unter den Lehrpersonen und den Unterrichtsmethoden gelten.
Was zeigen die Beobachtungen?
Interessiert man sich für die Geschlechterbeziehungen, so ist eine Analyse der Arbeitsorganisation und der Arbetisteilung essentiell. In einem gemischten Zweierteam haben wir eine nicht-traditionelle Verteilung der Aufgaben beobachtet: Der Mann übernahm eher administrative Aufgaben (Anwesenheitsliste, Vorbereitung des Klassenzimmers, Verwaltung des Stundenplans), die Frau war für die pädagogischen und analytischen Aufgaben zuständig (Präsentation der Anweisungen und der Vorgehensweise). Gegen Mitte des Vormittags stellte ein Studierender die Vorgehensweise in Frage und griff die Lehrerin direkt an. Nach diesem Zwischenfall veränderte sich die Aufgabenteilung in Richtung eines klassischen Modells (der Mann im Vordergrund, die Frau im Hintergrund). Die "Krise" hatte die Hierarchie der Geschlechter wieder in Ordnung gebracht.
Bei Gruppenarbeiten mühen die Frauen sich häufig ab, ihren Platz zu finden und anerkannt zu werden. Bei einer Beobachtung haben wir drei gemischte Gruppen verfolgt: In zwei Fällen machten die Frauen Notizen, die Männer waren mit dem Nachdenken befasst, passten die Überlegungen an. Im Plenum erfolgte die Berichterstattung zweimal durch Männer. Die Verwendung des Computers könnte diese Praktiken verändern: Bei einer anderen Beobachtung hat sich gezeigt, dass die Männer sich sofort an die Tastatur setzten und so im Grunde die Sekretariatsaufgaben in den Gruppen erledigten.
Was sagt die Literatur dazu?
Die Arbeiten haben sich vor allem mit den Lernenden befasst, so konnte man die unterschiedliche Art und Weise beobachten, auf die Mädchen und Jungen Wissen erfassen (Mosconi, Ollagnier, Solar). Diese in der Sozialisation gründenden Unterschiede sind nicht "naturgegeben". Indem Lehrpersonen verschiedene Unterrichtsmethoden einsetzen, gestatten sie es Frauen und Männern, diejenige zu finden, die für sie am besten geeignet ist.
Die Verteilung der Aufgaben zwischen den Lehrpersonen gibt Auskunft über die Art und Weise, wie die Hierarchie zwischen den Geschlechtern festgeschrieben oder in Frage gestellt wird. Die Aufgaben - ebenso wie die Kompetenzen - werden nicht auf die gleiche Weise bewertet. Daher fördert die nähere Betrachtung wichtige Hinweise auf die Einteilung und die Anerkennung der Arbeit zutage.
In der Erwachsenenbildung spielt die Tatsache eine wichtige Rolle, dass die Geschlechternormen für die Lernenden wie die Lehrpersonen selbstverständlich sind. Vorurteile und Stereotypen werden in beiden Richtungen weitergegeben und reproduziert. Es sind nicht nur die Lehrpersonen, die die Lernenden beeinflussen und konditionieren, sondern auch die Lernenden, die ihrerseits geschlechtsbedingte Erwartungen an die Lehrperson knüpfen.
Literaturhinweise
| Lamamra, Nadia (2007). " Les TIC dans l'enseignement : nouveaux questionnements sur les rapports de genre ? " | |
| Mosconi, Nicole (1994). Femmes et savoir. La société, l'école et la division sexuelle des savoirs, Paris: L'Harmattan. | |
| Ollagnier, Edmée (1997). "Compétences attendues: vers une nouvelle valorisation du rapport au savoir des femmes", Education et recherche, 19, 190-204. | |
| Solar, Claudie (1993). "Femmes et savoir", Conférence organisée par l'Institut Romand de Recherches et de Documentation Pédagogiques et le Collège de Psychologie et des Sciences de l'Education, Université de Neuchâtel, Cahier du GCR, 26. |
