ABB Low Voltage Power
![]() | "In der heutigen, flachen Führungshierarchie hat die Führung an kurzer Leine durch entsprechend strenge Werkstatt-Meister ausgedient, deshalb wird von den Lernenden ein hohes Mass an Eigenverantwortung gefordert. Fritz Hopp, Geschäftsleiter Low Voltage Power ABB Schweiz AG |
ABB Low Voltage Power ist als Geschäftseinheit von ABB Schweiz AG "Abnehmerin" von Berufslernenden der Lernzentren. Fritz Hopp ist Teamsprecher der Geschäftsleitung. Er hat Elektrotechnik und Maschinenbau in München studiert und arbeitet seit 1981 für die BBC (heute ABB).
Weshalb haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit keine Berufslehre absolviert?
Das Berufsziel "Ingenieur" stand für mich schon relativ früh fest. Durch den Besuch der 2-jährigen Fachoberschule in Deutschland (Bundesland Bayern) konnte ich meine Ausbildungszeit verkürzen und durch die vielen Schul- und später studienbegleitenden Praktika doch Grundkenntnisse in verschiedene handwerklichen Tätigkeiten wie fräsen, bohren usw. bekommen.
Das Berufsziel "Ingenieur" stand für mich schon relativ früh fest. Durch den Besuch der 2-jährigen Fachoberschule in Deutschland (Bundesland Bayern) konnte ich meine Ausbildungszeit verkürzen und durch die vielen Schul- und später studienbegleitenden Praktika doch Grundkenntnisse in verschiedene handwerklichen Tätigkeiten wie fräsen, bohren usw. bekommen.
Welche Bedeutung hat die technische Berufsbildung in einem Weltkonzern wie ABB?
Eine Berufslehre ist nach wie vor sehr gefragt. Trotz oder gerade wegen der Globalisierung konzentriert sich ABB in der Schweiz auf anspruchsvolle Arbeiten in der Wertschöpfungskette. Hierzu braucht es gut ausgebildete Facharbeiter sowie weitergebildete, praxiserfahrene Absolventen von höheren Fachschulen (ehemals TS) und Fachhochschulen.
Eine Berufslehre ist nach wie vor sehr gefragt. Trotz oder gerade wegen der Globalisierung konzentriert sich ABB in der Schweiz auf anspruchsvolle Arbeiten in der Wertschöpfungskette. Hierzu braucht es gut ausgebildete Facharbeiter sowie weitergebildete, praxiserfahrene Absolventen von höheren Fachschulen (ehemals TS) und Fachhochschulen.
Wie erleben Sie die Jugendlichen, die nach zwei Jahren Grundausbildung in der Lehrwerkstatt in Ihren Betrieb kommen?
Die Jugendlichen kommen meist sehr gut vorbereitet aus den ABB Lernzentren in unseren Betrieb. Da von Beginn an auf Arbeit im Team und unternehmerisches Denken Wert gelegt wird funktioniert der Übergang in eine operative Einheit recht gut. Alte Tugenden wie Ordnung am Arbeitsplatz, Zuverlässigkeit und Qualitätsbewusstsein werden bei uns im Betrieb bewusst weiter gepflegt.
Da jedoch in der heutigen, flachen Führungshierarchie die Führung an kurzer Leine durch entsprechend strenge Werkstatt-Meister ausgedient hat, wird ein hohes Mass an Eigenverantwortung gefordert. Die Entwicklung der Eigeninitiative und Selbstverantwortung ist denn auch ein Hauptziel von Lernenden und Betreuenden im 3. und 4. Lehrjahr im Betrieb.
Die Jugendlichen kommen meist sehr gut vorbereitet aus den ABB Lernzentren in unseren Betrieb. Da von Beginn an auf Arbeit im Team und unternehmerisches Denken Wert gelegt wird funktioniert der Übergang in eine operative Einheit recht gut. Alte Tugenden wie Ordnung am Arbeitsplatz, Zuverlässigkeit und Qualitätsbewusstsein werden bei uns im Betrieb bewusst weiter gepflegt.
Da jedoch in der heutigen, flachen Führungshierarchie die Führung an kurzer Leine durch entsprechend strenge Werkstatt-Meister ausgedient hat, wird ein hohes Mass an Eigenverantwortung gefordert. Die Entwicklung der Eigeninitiative und Selbstverantwortung ist denn auch ein Hauptziel von Lernenden und Betreuenden im 3. und 4. Lehrjahr im Betrieb.
Wie rekrutieren Sie die künftigen Mitarbeiter für Ihren Betrieb?
Für die Fabrikation stellen wir ausschliesslich Mitarbeiter mit abgeschlossener einschlägiger Lehre ein. Wenn immer möglich übernehmen wir dabei geeignete und willige Lehrabsolventen. Seit mehreren Jahren findet deshalb in unserem Betrieb eine Art Generationenwechsel statt. D.h. in Rente gehende, vor vielen Jahren angelernte Mitarbeitende werden ersetzt durch flexibler einsetzbare Facharbeiter. Für Arbeiten in der Arbeitsvorbereitung und in der Projektleitung fördern wir geeignete interne Nachwuchskräfte, welche dann meistens auch eine nebenberufliche Weiterbildung an einer höheren Fachschule (z.B. ABB Technikerschule) absolviert haben.
Für die Fabrikation stellen wir ausschliesslich Mitarbeiter mit abgeschlossener einschlägiger Lehre ein. Wenn immer möglich übernehmen wir dabei geeignete und willige Lehrabsolventen. Seit mehreren Jahren findet deshalb in unserem Betrieb eine Art Generationenwechsel statt. D.h. in Rente gehende, vor vielen Jahren angelernte Mitarbeitende werden ersetzt durch flexibler einsetzbare Facharbeiter. Für Arbeiten in der Arbeitsvorbereitung und in der Projektleitung fördern wir geeignete interne Nachwuchskräfte, welche dann meistens auch eine nebenberufliche Weiterbildung an einer höheren Fachschule (z.B. ABB Technikerschule) absolviert haben.
Wie arbeiten Sie mit den Berufsschulen Ihrer Berufslernenden zusammen? Welche Erwartungen haben Sie als Abnehmer von jugendlichen Berufslernenden
an die Lehrpersonen in den Berufsschulen?
Die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen konzentriert sich in unserem Fall auf die ABB Lernzentren. Im Sinne einer unité de doctrine erwarten wir, dass auch die Lehrpersonen in der Berufsschule die unter Frage 3 behandelte Stossrichtung positiv unterstützen. D.h. konkrete Führung der Jugendlichen hin zu Eigeninitiave, Übernahme von Selbstverantwortung usw.
an die Lehrpersonen in den Berufsschulen?
Die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen konzentriert sich in unserem Fall auf die ABB Lernzentren. Im Sinne einer unité de doctrine erwarten wir, dass auch die Lehrpersonen in der Berufsschule die unter Frage 3 behandelte Stossrichtung positiv unterstützen. D.h. konkrete Führung der Jugendlichen hin zu Eigeninitiave, Übernahme von Selbstverantwortung usw.
Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das Schweizerische System der Berufsbildung? Wird im Jahr 2050 noch die Mehrheit der Jugendlichen eine Berufslehre machen?
Meine Aussagen zu dieser Frage konzentrieren sich auf die Berufsbildung im industriellen Umfeld. Trotz anhaltendem Trend hin zur Dienstleistungsgesellschaft und der Verlagerung von Industriebetrieben in Billiglohnländer bleibt meiner Meinung nach die produzierende Industrie auch weiterhin ein wichtiger Pfeiler für die schweizerische Wirtschaft. Nur das stetige Streben nach weltweiter Spitzentechnologie kann diesen Pfeiler halten und stärken. Dazu braucht es jedoch weiterhin alle Komponenten der Berufs- Grund- und Weiterbildung.
Ob in der ferneren Zukunft genügend Jugendliche für den anspruchsvollen Weg der schweizerischen technischen Berufsbildung motiviert werden können, hängt meiner Meinung nach stark von den persönlichen Entwicklungsperspektiven ab, d.h. mit welcher finanziellen und gesellschaftlichen Anerkennung Absolventen belohnt werden. Bedarf für diese Art von Berufsleuten ist vor dem Hintergrund der Umweltproblematik, des weltweiten Bevölkerungswachstums sowie der zunehmenden Ressourcen Verknappung mehr als genug vorhanden.
01.06.2007
Kontakt
E-Mail Fritz Hopp: fritz.hopp@ch.abb.com
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
Meine Aussagen zu dieser Frage konzentrieren sich auf die Berufsbildung im industriellen Umfeld. Trotz anhaltendem Trend hin zur Dienstleistungsgesellschaft und der Verlagerung von Industriebetrieben in Billiglohnländer bleibt meiner Meinung nach die produzierende Industrie auch weiterhin ein wichtiger Pfeiler für die schweizerische Wirtschaft. Nur das stetige Streben nach weltweiter Spitzentechnologie kann diesen Pfeiler halten und stärken. Dazu braucht es jedoch weiterhin alle Komponenten der Berufs- Grund- und Weiterbildung.
Ob in der ferneren Zukunft genügend Jugendliche für den anspruchsvollen Weg der schweizerischen technischen Berufsbildung motiviert werden können, hängt meiner Meinung nach stark von den persönlichen Entwicklungsperspektiven ab, d.h. mit welcher finanziellen und gesellschaftlichen Anerkennung Absolventen belohnt werden. Bedarf für diese Art von Berufsleuten ist vor dem Hintergrund der Umweltproblematik, des weltweiten Bevölkerungswachstums sowie der zunehmenden Ressourcen Verknappung mehr als genug vorhanden.
01.06.2007
Kontakt
E-Mail Fritz Hopp: fritz.hopp@ch.abb.com
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
| Hören Sie, wie Fritz Hopp Low Voltage Power erklärt 924 KB / .mp3 |
| Sehen Sie Automatikern bei der Arbeit zu 1772 KB / .wmv |
| Kompetenzmodell der ABB Technikerschule 49 KB / .pdf |

