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Unterrichtsmaterialien und Bildungstraditionen
 
Unterrichtsmaterialien sind immer Abbild einer bestimmten Bildungstradition mit ihrer Schulkultur. Sie werden in der Schule eingesetzt, um die Erfüllung des jeweiligen Bildungsauftrags zu unterstützen. Sie setzen das um, was die Gesellschaft von ihr im Lehrplan verlangt und präsentieren diese in einer Form, die kulturell angemessene und sozial anerkannte Vermittlungsmethoden erlaubt.

Kulturellen Hintergrund miteinbeziehen
Bei der Erarbeitung oder Aufbereitung von Unterrichtmaterialien muss man deshalb den spezifischen kulturellen und gesellschaftlichen Hintergrund mitbedenken. Dies gilt auch in einer globalisierten Welt, denn gerade die Schule als diejenige Instanz, welche die gesellschaftlichen und kulturellen Werte an die nachfolgende Generation weitergibt, zeigt ganz besonders starke lokale Wurzeln und ist gegenüber Wandel eher konservativ und resistent. Und dies gilt für Afrika, das hier von besonderem Interesse ist, auf seine besondere Weise.

Typisch afrikanische Muster
Typisch für die Schulkultur in den meisten afrikanischen Ländern ist (hier verkürzt und holzschnittartig dargestellt),
 
Listenpunktdass Unterrichtsmaterialien oft fehlen oder lediglich der Lehrperson oder ein paar wenigen Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen;
Listenpunktdass die Unterrichtsmethode des Vor- und Nachsprechens, die der oralen Tradition entspricht, weit verbreitet ist;
Listenpunktdass die Autorität der Lehrpersonen gross ist; Widerspruch gegenüber den Lehrpersonen ist oft undenkbar; deren Autorität und Wissen werden weitgehend respektiert.
 
Solche tief verankerten Bildungstraditionen müssen mit bedacht werden. Wenn man Unterrichtsmaterialien gestaltet, muss man sie aufnehmen und an sie anknüpfen. Gleichzeitig kann aber auch davon ausgegangen werden, dass viele Lehrpersonen bereit sind, Schule und Unterricht zu verändern und sich aktuellen Wandlungsprozessen im Hinblick auf eine globalisierte Welt zu stellen.