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Home > Unterricht > Thematische Dossiers > Nord-Süd Schulpartnerschaften > Schulpartnerschaften: Worauf ist zu achten? > 
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Wie baut man Nord-Süd-Partnerschaften auf?
 
Beim Aufbau einer Nord-Süd-Schulpartnerschaft kann man unterschiedlich vorgehen; das hängt unter anderem auch davon ab, ob schon Verbindungen zu potenziellen Partnern be-stehen und was für Rahmenbedingungen man hat. Hilfreich ist, bei der Planung und Organi-sation von einem idealtypischen Zugang auszugehen. Das Verfahren kann dann den beson-deren Umständen angepasst werden.
Ein Vorschlag für idealtypisch zu verfolgende Schritte beim Aufbau einer Nord-Süd-Schulpartnerschaft gibt das Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen:
 
ListenpunktBildung einer Arbeitsgruppe
ListenpunktPartnersuche
ListenpunktVerständigung mit dem Partner
ListenpunktIntegration der Partnerschaft in der Schule und Schulleben
ListenpunktÖffentlichkeitsarbeit
 
Im Folgenden wird auf besonders häufig auftretende Stolpersteine hingewiesen, die es zu beachten gilt.
 
ListenpunktPartnerschaften zur gesamtschulischen Aufgabe machen
Der Anstoss für eine Nord-Süd-Schulpartnerschaft geht in der Regel von Einzelpersonen aus und kommt oft aus dem Norden. Es ist dann wichtig, in einem sorgfältigen Prozess weitere Interessierte für die Partnerschaft zu gewinnen und die Partnerschaft zu einem gesamtschulischen Anliegen zu machen. Dazu gehört die Überzeugung von Schlüssel-personen. Nur wenn eine ausreichende Anfangsbeteiligung garantiert werden kann, soll-te eine Nord-Süd-Schulpartnerschaft tatsächlich angegangen werden. Man kann sich dann aber auch darauf verlassen, dass der Funken der Nord-Süd-Partnerschaft bei ei-nem erfolgreichen Verlauf immer mehr auf weitere Kreise überspringen wird.
ListenpunktZusätzliche Unterstützung beiziehen
Solche Prozesse brauchen Zeit und gelingen eher, wenn Unterstützung von aussen bei-gezogen wird, sei es für Anregungen inhaltlicher Art, als Hilfe bei der Partnersuche, zur Bereitstellung von materiellen Ressourcen für alle Partner oder in Form von Vernetzun-gen, die u.a. wichtige Impulse liefern können.
ListenpunktAlle Partner bestimmen die Ausrichtung der Partnerschaft
Nord- und Südpartner müssen die Ziele gemeinsam festlegen. Dabei muss man auch die finanziellen Aspekte thematisieren, sonst gibt es später Enttäuschungen. Gemeinsam sind Themen und Aktivitäten zu bestimmen, wobei die Ziele für die Nord-Partner andere sein können als für die Süd-Partner. Damit die Partnerschaft kein Hilfeprojekt wird son-dern ein gleichwertiges Zusammenarbeiten erlaubt, müssen die Inhalte relevant für beide Seiten sein, und alle Partner müssen Verantwortung übernehmen. Konkret bedeutet dies, dass das Wissen und die Erfahrungen aller Partner für die gemeinsam formulierten The-men von Bedeutung sind und ernst genommen werden und dass alle Parteien (finanziel-le) Eigenleistungen einbringen. Auch die afrikanische Seite kann Eigenleistungen z.B. in der Form von Arbeitszeit oder Unterkunft beitragen. Dies ist nicht nur wichtig, um das Selbstbewusstsein der Süd-Partner zu stärken, sondern auch um die Identifikation (Ow-nership) mit der Partnerschaft zu gewährleisten. Die gemeinsam ausgehandelten Abma-chungen sollten schliesslich in einem Nord-Süd-Schulpartnerschafts-Vertrag verbrieft werden.
ListenpunktVerlässlichkeit in der persönlichen Beziehung anstreben
Nord-Süd-Schulpartnerschaften spielen sich nicht nur auf der Sachebene ab. Von gros-ser Bedeutung ist auch die Verbindung durch Personen. Regelmässiger Kontakt ist wich-tig, persönliche Begegnungen sind unabdingbar, insbesondere bei Menschen in Afrika. Dabei sollte auch auf eine personelle Kontinuität geachtet werden, denn menschliche Beziehungen sind nicht beliebig austauschbar.
ListenpunktDie Motivation aufrechterhalten
Es ist ratsam, sich auf eher wenige, dafür gut durchdachte und sorgfältig vorbereitete Ak-tivitäten zu beschränken, die intensive Lernerlebnisse auslösen und nachhaltige Lerner-folge bewirken. Dies wirkt sich positiv auf die Motivation aus. Wenn man zuviel will, feh-len schon sehr bald die Energie, die Zeit und die Finanzen; die Partnerschaft "plätschert dahin", wird zur Belastung und verursacht ein schlechtes Gewissen.
Wesentliche Impulse erfährt eine Partnerschaft, wenn periodisch inne gehalten wird, die Erfahrungen gemeinsam reflektiert werden und auf dieser Basis nächste Schritte ange-gangen, überarbeitet und geplant werden. Solche Reflexionen halten die Partnerschaft wach und geben ihr Dauer.
 
Nord-Süd-Partnerschaften sind Prozesse. Sie entwickeln sich aus einem Einzelengagement, sind abhängig von den einbezogenen Personen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, können wachsen, aber auch mal ruhen.