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Bildungsverordnung Säger
 
"Kompetente Fachleute können schneller Führungsaufgaben übernehmen und bilden sich auch weiter."
Anton Fuchs, Projektleiter Revision Bildungsverordnung Säger
 
Wie in vielen anderen Berufen auch wird die Bildungsverordnung (BiVO) für den Beruf Säger/ Sägerin momentan überarbeitet. Anton Fuchs ist Projektleiter für die Revision der Bildungsverordnung Säger und Verantwortlicher Berufsbildung beim Verband Holzindustrie Schweiz.
 
Warum haben Sie nach der obligatorischen Schulzeit (k)eine Berufslehre absolviert?
Schon früh hantierte ich mit Holz, Nägeln und Werkzeugen in der Sägerei. Mit der Zeit faszinierten mich die Lastwagen, dies war der Grund, dass ich bei der Berna AG die Lehre als Maschinenschlosser  absolvierte. Entgegen meiner Zukunftsvorstellung musste ich aber anschliessend im elterlichen Sägereibetrieb mitarbeiten. Das gab mir den Kick die verkürzte Lehre als Säger anzuhängen und darauf folgte die Weiterbildung zum technischen Betriebsleiter an der Holzfachschule in Biel. Seit 1995 unterrichte ich als Fachlehrer Säger und Sägerinnen, ab1996 kam die Leitung der Subkommission "Neuausrichtung der Grundausbildung" dazu. 1998 übernahm ich beim Verband Holzindustrie Schweiz das Ressort Berufsbildung.
 
Warum hat der Verband "Holzindustrie Schweiz" eine neue Bildungsverordnung entwickelt? Welche Ziele wollen Sie erreichen?
Nach dem Berufsbildungsgesetz 2004 müssen alle Ausbildungsreglemente innerhalb von fünf Jahren revidiert werden. Die Berufsbildungskommission Holzindustrie Schweiz beschloss aus eigenem Antrieb im März 2005 die bisherige Bildungsverordnung  für die dreijährige Grundbildung Säger/Sägerin (seit 25.01.1999 in Kraft) zu revidieren und eine Bildungsverordnung für die zweijährige Grundbildung mit Attest, ein Berufsfeld mit Holzbau und Forst, auszuarbeiten. Das Projekt Attest wurde zurückgestellt, zugesagt hat Holzbau Schweiz, der Forst beteiligt sich vorderhand nicht. Der Neustart ist in diesem Jahr vorgesehen.
Im Modellehrgang für Säger 2002 wurden die betrieblichen Arbeits- und Ausbildungsbereiche, bzw. die Informationsziele für die einzelnen Sachgebiete und die Anforderungen in Form von Lernzielen formuliert. Im Bildungsplan sind nun die Fachkompetenzen in Form von Leit-, Richt- und Leistungszielen im Detail formuliert. Die Ausbildungsverantwortlichen der einzelnen Lernorte erhalten dadurch eine klare Zuweisung der Leistungsziele, dies wird bei einer korrekten Vermittlung und einem intensivem Mitmachen der Lernenden zu einem einheitlicheren Ausbildungsniveau führen. Dadurch wird die Arbeitsmarktfähigkeit der Ausgebildeten  verbessert und bietet eine solidere Grundlage für die Weiterbildung.
 
Neben der Fachkompetenz erhalten auch Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenzen eine verstärkte Bedeutung. Weshalb? Welche Kompetenzen haben eine besondere Bedeutung für Säger?
Im Ausbildungsreglement 1999 sind schon einige Kompetenzen umschrieben. In der neuen Verordnung sind die Ausbildungsinhalte aufgeteilt, die klaren Aussagen betonen die Wichtigkeit der einzelnen Punkte, die ein Säger, eine Sägerin kennen und beachten muss. Es sind alle Inhalte wichtig, von besonderer Bedeutung sind: Arbeitstechnik und Problemlösen; Prozessorientiertes, vernetztes Denken und Handeln; Teamfähigkeit; Qualitätsorientiertes Denken und Handeln; Eigenverantwortliches Handeln, Umgangsformen; Informations- und Kommunikationsstrategien. Kompetente Fachleute können schneller Führungsaufgaben übernehmen und bilden sich auch weiter.
Persönliche Anforderungen an Lernende sind: Freude an der Arbeit mit Holz und mit Maschinen, technisches Verständnis, Gewandtheit im Rechnen, gute Konstitution und Beweglichkeit, abgeschlossene Volksschule mit guten Leistungen.
 
Was sehen Sie vor, damit die Umsetzung der neuen BiVO und des Bildungsplanes in den Betrieben gelingt?
Für die Umsetzung der Berufsreform werden wir vom EHB in Zollikofen unterstützt. Die Lehrbetriebe erfahren im Spätherbst 2007 an Informationsveranstaltungen, was sich alles verändert und was neu dazu kommt. Vorgestellt wird das betriebliche Anforderungsprofil, dabei wird auf den Ausbildungsverbund hingewiesen. Wie bisher wird jeweils an Delegiertenversammlungen über den Stand der Revision und fortan über die Umsetzung der neuen BiVO informiert.
 
Wie beurteilt der Verband die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen und mit den Berufsschullehrern?
Für die Deutschschweiz haben wir den Berufsschulstandort Lenzburg mit 60 Lernenden, die von zwei Fachlehrern unterrichtet werden. In der Romandie gibt es den Standort Moutier mit 11 Lernenden und einem Fachlehrer. Die Zusammenarbeit  Verband - Berufsschulen ist optimal, die Lehrkräfte sind gut integriert. In der Kommission für Berufsentwicklung und Qualität ist je ein Fachlehrer pro Sprachregion vertreten, der Ressortleiter Berufsbildung ist für die Kommunikation mit den Rektoraten verantwortlich. Die Erarbeitung und Ergänzung von Lehrmitteln für den beruflichen Unterricht werden vom Verband unterstützt. Die zum Teil langen Anfahrtswege zum Berufsschulort wirken sich oft nachteilig aus. Bei der internen Vernehmlassung sind Meldungen darüber eingegangen, als Änderungsvorschlag wurde auf die Möglichkeit von Blockkursen hingewiesen.
 
Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen für das schweizerische System der Berufsbildung? Wird im Jahr 2050 noch die Mehrheit der Jugendlichen eine Berufslehre machen?
Ganz bestimmt wird auch 2050 die Mehrheit der Jugendlichen eine betriebliche Berufslehre absolvieren. Mit diesem Ausbildungsweg erwerben die Lernenden im beruflichen Alltag fachliche und soziale Kompetenzen, die von Ausgebildeten erwartet werden. Gewerbe und Industrie bemühen sich, die  Ausbildungsprogramme den laufenden Neuerungen anzupassen.
Mühe bereiten uns schwache Schulabgänger. Schüler mit schwachen Leistungen müssen möglichst früh, spätestens ab der 3. Klasse mit Förderkursen nachgeführt werden.  Wenn von diesen Schülern nur ein Viertel mehr eine Ausbildung absolvieren kann, dann profitieren  auch die Sozialwerke. Die Zunahme von Schulreformen, Mangel an Eigenverantwortung und Abgabe der Erziehungsaufgaben an die Schule sind nebst einem "legeren" Umgang Feststellungen, die verbesserungswürdig sind.
30. August 2007

Kontakt
E-Mail Anton Fuchs fuchs@holz-bois.ch
Die Fragen stellte Gallus Zahno, Redaktor Berufsbildung educa.ch
E-Mail: g.zahno@red.educa.ch
 
Weiterführende Informationen
 
Externer Linkwww.holz-bois.ch
 
Downloads
 
DownloadInterview als Download
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DownloadHören Sie, wie der Beruf zu seinem  Namen kam
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DownloadHören Sie, wie Toni Fuchs die Arbeiten in der Sägerei beschreibt
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