Argumente für die Förderung der ICT im Unterricht
Der Nutzen des Computers und des Internets im Unterricht ist umstritten. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit sind die digitalen Technologien ein umstrittenes Thema. Die Suche nach Fallbeispielen, die das Potential der digitalen Technologien aufzeigen, muss fortgesetzt werden. Dabei ist es aber auch wichtig, kritisch zu bleiben und positive wie negative Aspekte zu thematisieren.
Folgend eine Auswahl von Argumenten, die zeigen, wie sich der Einsatz von digitalen Technologien positiv auf den Unterricht, die Schule und die Gesellschaft auswirken kann:
Folgend eine Auswahl von Argumenten, die zeigen, wie sich der Einsatz von digitalen Technologien positiv auf den Unterricht, die Schule und die Gesellschaft auswirken kann:
| Hinführung der Lernenden zur Informations- und Wissensgesellschaft Die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien haben zu einem rasanten Anstieg des Informationsflusses geführt. Die Schüler lernen heutzutage schon im Unterricht mit diesem erhöhten Informationsfluss umzugehen und entwickeln dabei fast automatisch ihre Medienkompetenz. Menschen, die nicht gelernt haben, mit diesem Informationsfluss umzugehen und diesen zu bewältigen, drohen ins Abseits der Gesellschaft zu geraten. Die Hinführung der Lernenden auf die Informationsgesellschaft hat daher eine grosse Bedeutung. | |
| Vorbereitung auf die neue Berufswelt Die Berufswelt verändert sich und wird immer stärker von den Informations- und Kommunikationstechnologien geprägt. Durch den Gebrauch der Technologien im Unterricht wird der Schüler also auch auf die Anforderungen in der Berufswelt vorbereitet. In den Entwicklungsländern ist dies umso wichtiger, weil die Schule oft der einzige Ort ist, wo die Lernenden Zugang zu den Informations- und Kommunikationstechnologien haben. | |
| Aktivere Lernprozesse des Schülers Durch den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht hat der Schüler neue Möglichkeiten aktiv sein Wissen und seine Kompetenzen auf- und auszubauen. Dieser pädagogische Ansatz steht im Gegensatz zum traditionelleren Unterricht, wo das Wissen vor allem vermittelt wird. | |
| Interessanter und abwechslungsreicher Unterricht Die Informations- und Kommunikationstechnologien haben das Potential den Unterricht erheblich zu verbessern. Wie Eric Rusten in seinem Artikel Using Computers in School erklärt, ist der Computer einzigartig, weil er Schülern eine interaktive Lernerfahrung geben kann. Je mehr Computer zur Verfügung stehen, desto interessanter und individueller kann der Unterricht gestaltet werden. Bedauerlicherweise müssen sich in Entwicklungsländern oft zu viele Schüler einen Computer teilen. | |
| Optimierung der Schuladministration Computerprogramme können dabei helfen die administrativen Tätigkeiten einer Schule zu vereinfachen und verbessern. Zum Beispiel können Stundenpläne effizienter organisiert werden. Auch die Notenstatistik kann mit Computerprogrammen vereinfacht werden. Informationen können generell effizienter gespeichert, abgelegt, transferiert, ausgewertet und auch wieder abgerufen werden. | |
| Gender: Kulturelle Einschränkungen umgehen Knaben nutzen den Zugang zu den Informations- und Kommunikationstechnologien zur Verbesserung ihrer technologischen Fertigkeiten. Mädchen hingegen nutzen den Zugang mehr zur Beschaffung von Information und zur Kommunikation. Wie Robert Hawkins in seinem Bericht Ten Lessons for ICT and education in the developing world beschreibt, beschäftigen sich Schülerinnen im Internet auch ausführlich mit Themen wie Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaft und HIV/AIDS. Diese Themen sind in der Gesellschaft oft tabu. Durch den Zugang zu den Informationstechnologien können somit auch kulturelle Einschränkungen in der Informationsbeschaffung umgangen werden. | |
| Die Gemeinschaft kann auch profitieren Nicht nur die Schülerinnen und Schüler können von der Integration der Informations- und Kommunikationstechnologien in der Schule profitieren, sondern auch die Gemeinden. Projekte, welche die Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien in den Schulen vorsehen, bekommen meist die technische Infrastruktur geliefert und installiert. Für ein Entgelt kann diese Infrastruktur auch der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. Wie Stephen Cisler in seinem Artikel Planning for Sustainability: How to Keep Your ICT Project Running erklärt, ist diese Verbindung zwischen Schule und Gemeinde wichtig für die wirtschaftliche Nachhaltigkeit solcher Projekte. Da die finanzielle Unterstützung der Geberorganisationen praktisch immer zeitlich begrenzt ist, müssen die Schulen so früh wie möglich alternative Finanzquellen finden |
