Lage der Bildung in Entwicklungsländern
Der Bereich "Bildung" ist in den Entwicklungsländern generell in einem kritischen Zustand. Afrika südlich der Sahara hat mit der Perspektive, bis zum Jahre 2015 zusätzlich 80 Millionen Schulplätze zu schaffen, eine sehr schwierige Aufgabe zu bewältigen. Ausserdem soll eine Verbesserung der Qualität der Bildung erreicht werden. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Lehrkräften und der HIV/Aidsproblematik, ist dies eine grosse Herausforderung. Folglich wird nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene intensiv versucht, den Problemen entgegenzuwirken und die Herausforderungen in Zusammenarbeit zu bewältigen.
Schwerpunkte: Qualität und Kapazitätserweiterung
Die meisten Länder in Afrika sind heute soweit, dass sie nationale Bildungsstrategien haben, welche darauf zielen, die vorhandenen personellen und finanziellen Mittel besser einzusetzen. In Zukunft sollen nämlich dem Bildungssektor mehr Gelder zur Verfügung gestellt werden. Die Schwerpunkte der multilateralen Sektorprogramme liegen weniger im Bereich der Infrastruktur, sondern haben strategische Ziele, wie das Schaffen von zusätzlichen Kapazitäten in der Bildungsplanung, die Qualitätssicherung oder die Lehrerausbildung. Ebenso ist die Stärkung von dezentralen Strukturen, wie regionale Schulverbände und Gemeindeschulinitiativen, sowie eine verbesserte Zusammenarbeit unter den geldgebenden Institutionen, den NGOs und den Empfängerländern wichtig.
Schaffung von zusätzlichen Schulplätzen
Eine grosse Herausforderung ist es den Zugang zur Schulbildung zu erweitern, d.h. zusätzliche Schulplätze zu schaffen, und dabei gleichzeitig auch die Bildung qualitativ zu verbessern. In vielen afrikanischen Ländern südlich der Sahara scheiden ungefähr die Hälfte der eingeschulten Kinder vorzeitig aus dem Primarschulzyklus aus, weil die Schule, abgesehen von sehr dürftigen Rechen-, Lese- und Schreibfertigkeiten, wenig Brauchbares für das Leben und Überleben vermittelt. Die Lern- und Lehrkulturen beruhen oft noch auf Instruktion und Auswendiglernen, insbesondere in ländlichen Gegenden, wo Lehrmittel und Lernhilfen in ungenügender Zahl und mangelhafter Qualität vorhanden sind.
Zusätzlich werden auf der Sekundarstufe II die institutionellen Kapazitäten zunehmend dünner. So steht etwa in Afrika weniger als einem Drittel der Schulkinder (und Jugendlichen) nach dem Primarschulabschluss ein Sekundarschulplatz zur Verfügung. Die Schulgebühren und Ausbildungskosten nehmen tendenziell auf der Sekundarstufe I und II zu. Diese Tatsache verschärft zusätzlich die ohnehin schon vorhandene hohe Selektivität, die auf ethnischen, geschlechtsspezifischen, sozialen, wirtschaftlichen und geographischen Kriterien beruht.
Konkrete Massnahmen zur Erreichung der Hauptziele sind unter anderem:
Schwerpunkte: Qualität und Kapazitätserweiterung
Die meisten Länder in Afrika sind heute soweit, dass sie nationale Bildungsstrategien haben, welche darauf zielen, die vorhandenen personellen und finanziellen Mittel besser einzusetzen. In Zukunft sollen nämlich dem Bildungssektor mehr Gelder zur Verfügung gestellt werden. Die Schwerpunkte der multilateralen Sektorprogramme liegen weniger im Bereich der Infrastruktur, sondern haben strategische Ziele, wie das Schaffen von zusätzlichen Kapazitäten in der Bildungsplanung, die Qualitätssicherung oder die Lehrerausbildung. Ebenso ist die Stärkung von dezentralen Strukturen, wie regionale Schulverbände und Gemeindeschulinitiativen, sowie eine verbesserte Zusammenarbeit unter den geldgebenden Institutionen, den NGOs und den Empfängerländern wichtig.
Schaffung von zusätzlichen Schulplätzen
Eine grosse Herausforderung ist es den Zugang zur Schulbildung zu erweitern, d.h. zusätzliche Schulplätze zu schaffen, und dabei gleichzeitig auch die Bildung qualitativ zu verbessern. In vielen afrikanischen Ländern südlich der Sahara scheiden ungefähr die Hälfte der eingeschulten Kinder vorzeitig aus dem Primarschulzyklus aus, weil die Schule, abgesehen von sehr dürftigen Rechen-, Lese- und Schreibfertigkeiten, wenig Brauchbares für das Leben und Überleben vermittelt. Die Lern- und Lehrkulturen beruhen oft noch auf Instruktion und Auswendiglernen, insbesondere in ländlichen Gegenden, wo Lehrmittel und Lernhilfen in ungenügender Zahl und mangelhafter Qualität vorhanden sind.
Zusätzlich werden auf der Sekundarstufe II die institutionellen Kapazitäten zunehmend dünner. So steht etwa in Afrika weniger als einem Drittel der Schulkinder (und Jugendlichen) nach dem Primarschulabschluss ein Sekundarschulplatz zur Verfügung. Die Schulgebühren und Ausbildungskosten nehmen tendenziell auf der Sekundarstufe I und II zu. Diese Tatsache verschärft zusätzlich die ohnehin schon vorhandene hohe Selektivität, die auf ethnischen, geschlechtsspezifischen, sozialen, wirtschaftlichen und geographischen Kriterien beruht.
Konkrete Massnahmen zur Erreichung der Hauptziele sind unter anderem:
| wesentlich mehr Lehrer und vor allem Lehrerinnen auszubilden als bisher. | |
| die Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte attraktiver zu machen, um deren Verbleib im Schuldienst (besonders in ländlichen Gegenden) gewährleisten zu können. | |
| die Effizienz der Schule zu steigern und so deren Akzeptanz bei der ländlichen Bevölkerung zu erhöhen. | |
| die Repetentenquote und die vorzeitigen Schulabgänge zu reduzieren. | |
| wesentlich mehr Mädchen einzuschulen. | |
| den Zugang zu Schulbildung in ländlichen Gebieten den städtischen anzugleichen. | |
| die Curricula auf ihre lokale, geschlechterspezifische und kulturelle Relevanz zu überprüfen. | |
| die vermehrte Investition in die Sekundarstufe. |
Die grösste Sorge ist die Lehrerausbildung
Angesichts der angestrebten Erweiterung des Zugangs zur Schulbildung, d.h. zusätzliche Schulplätze zu schaffen, und der qualitativen Verbesserung des Unterrichts, bildet die adäquate Lehrerausbildung einen Hauptfaktor zur Verbesserung der Bildungssituation in Afrika. Aber gerade hier ist die Situation äusserst schwierig. Zurzeit können aus verschiedenen Gründen nicht genügend Lehrpersonen ausgebildet werden. Die grosse Nachfrage nach gut ausgebildeten Lehrpersonen kann somit nicht gedeckt werden. Dazu kommt, dass die Qualifikationen der bereits ausgebildeten Lehrkräfte meist ungenügend sind.
Lehrpersonenmangel
Speziell in den Ländern südlich der Sahara kommt erschwerend dazu, dass sich die hohe HIV/Aidsrate deutlich auf die Lehrerzahlen auswirkt. In den von der HIV/Aidsproblematik am schlimmsten betroffenen Regionen ist die Situation so kritisch, dass zum Teil ganze Schulen eine massive Unterbesetzung von Lehrpersonen aufweisen und dadurch bestenfalls ein Drittel der jährlichen Unterrichtsstunden abhalten können. Diese Situation führt zu enormen Qualitätsproblemen. Der gesellschaftliche Druck auf die Bildungsverantwortlichen und die Lehrpersonen wächst schneller, als brauchbare Lösungen gefunden werden können.
Angesichts der angestrebten Erweiterung des Zugangs zur Schulbildung, d.h. zusätzliche Schulplätze zu schaffen, und der qualitativen Verbesserung des Unterrichts, bildet die adäquate Lehrerausbildung einen Hauptfaktor zur Verbesserung der Bildungssituation in Afrika. Aber gerade hier ist die Situation äusserst schwierig. Zurzeit können aus verschiedenen Gründen nicht genügend Lehrpersonen ausgebildet werden. Die grosse Nachfrage nach gut ausgebildeten Lehrpersonen kann somit nicht gedeckt werden. Dazu kommt, dass die Qualifikationen der bereits ausgebildeten Lehrkräfte meist ungenügend sind.
Lehrpersonenmangel
Speziell in den Ländern südlich der Sahara kommt erschwerend dazu, dass sich die hohe HIV/Aidsrate deutlich auf die Lehrerzahlen auswirkt. In den von der HIV/Aidsproblematik am schlimmsten betroffenen Regionen ist die Situation so kritisch, dass zum Teil ganze Schulen eine massive Unterbesetzung von Lehrpersonen aufweisen und dadurch bestenfalls ein Drittel der jährlichen Unterrichtsstunden abhalten können. Diese Situation führt zu enormen Qualitätsproblemen. Der gesellschaftliche Druck auf die Bildungsverantwortlichen und die Lehrpersonen wächst schneller, als brauchbare Lösungen gefunden werden können.
Internationale Vereinbarungen zur Verbesserung der Bildung
Auf internationaler Ebene hat die im Jahre 1990 in Jomtien (Thailand) lancierte globale Education for All (EFA) Initiative den Beginn der gegenwärtigen Bildungsentwicklung eingeläutet. Nach mässigen Erfolgen in den 90iger Jahren wurde im Jahr 2000 am Weltforum für Bildung in Dakar (Senegal) die Strategie Dakar Framework for Action angenommen. Mit dieser Annahme sagten alle Mitgliedsstaaten ihre Unterstützung für das Erreichen der sechs Ziele der EFA Initiative zu.
Auf internationaler Ebene hat die im Jahre 1990 in Jomtien (Thailand) lancierte globale Education for All (EFA) Initiative den Beginn der gegenwärtigen Bildungsentwicklung eingeläutet. Nach mässigen Erfolgen in den 90iger Jahren wurde im Jahr 2000 am Weltforum für Bildung in Dakar (Senegal) die Strategie Dakar Framework for Action angenommen. Mit dieser Annahme sagten alle Mitgliedsstaaten ihre Unterstützung für das Erreichen der sechs Ziele der EFA Initiative zu.
| ZIEL 1: Ausweitung und Verbesserung der frühkindlichen Betreuung und Erziehung, insbesondere | |
| ZIEL 2: Einführung der kostenfreien Grundschulpflicht bis 2015 für alle Kinder, Jungen und Mädchen; | |
| ZIEL 3: Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen durch Zugang zu Lernangeboten und Training von Basisqualifikationen ("life skills"); | |
| ZIEL 4: Reduzierung der Analphabetenrate bei Erwachsenen um die Hälfte bis zum Jahr 2015 und Sicherung eines angemessenen Grundbildungsniveaus für Erwachsene; | |
| ZIEL 5: Ausgleich der Geschlechterdisparitäten im Bildungswesen insgesamt bis 2015; | |
| ZIEL 6: Verbesserung der Bildungsqualität. |
Heute ist die, aus der Education For All Initiative entstandene Dakar Framework for Action, die ganzheitlichste Bildungsvereinbarung in der Entwicklungszusammenarbeit weltweit. In den Punkten 71 bis 74 wird darin ausdrücklich erwähnt, dass die Informations- und Kommunikationstechnologien in der Bildung eingesetzt werden müssen.
Die Ziele 2 und 3 der Millennium Development Goals stammen auch aus dieser Education For All Initiative (siehe oben Ziele 2 und 5). Die Millennium Development Goals, oder kurz MDGs, vereinigen acht verschiedene Ziele zur globalen Armutsbekämpfung. Diese Erklärung wurde im Jahr 2000 formuliert und von allen Nationen und führenden Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit angenommen.
Das Erreichen der beiden MDGs im Bereich der Bildung wird unterstützt durch im Jahre 2002 lancierte globale Partnerschaft Education for All - Fast Track Initiative. Die Geber arbeiten dabei eng mit ihren Partnerländern zusammen. Diese verpflichten sich ein Hauptaugenmerk ihrer Aktivitäten auf die Förderung der Primarschule zu legen. Dafür vereinfachen ihnen die Geber den Zugang zu den dafür notwendigen Ressourcen.
Die Aussichten, die Zielvorgaben der Education For All Initiative und die MDGs erreichen zu können, sind sehr unterschiedlich. Sie beruhen nicht nur auf der Bereitschaft der Geberinstitutionen, die Finanzierung zu sichern, sondern hängen im Wesentlichen auch von der wirtschaftlichen Entwicklung und der politischen Stabilität des jeweiligen Staates ab.
Die Ziele 2 und 3 der Millennium Development Goals stammen auch aus dieser Education For All Initiative (siehe oben Ziele 2 und 5). Die Millennium Development Goals, oder kurz MDGs, vereinigen acht verschiedene Ziele zur globalen Armutsbekämpfung. Diese Erklärung wurde im Jahr 2000 formuliert und von allen Nationen und führenden Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit angenommen.
Das Erreichen der beiden MDGs im Bereich der Bildung wird unterstützt durch im Jahre 2002 lancierte globale Partnerschaft Education for All - Fast Track Initiative. Die Geber arbeiten dabei eng mit ihren Partnerländern zusammen. Diese verpflichten sich ein Hauptaugenmerk ihrer Aktivitäten auf die Förderung der Primarschule zu legen. Dafür vereinfachen ihnen die Geber den Zugang zu den dafür notwendigen Ressourcen.
Die Aussichten, die Zielvorgaben der Education For All Initiative und die MDGs erreichen zu können, sind sehr unterschiedlich. Sie beruhen nicht nur auf der Bereitschaft der Geberinstitutionen, die Finanzierung zu sichern, sondern hängen im Wesentlichen auch von der wirtschaftlichen Entwicklung und der politischen Stabilität des jeweiligen Staates ab.
| Association for the Development of Education in Africa (ADEA) ADEA ist die zentrale Stelle für Bildungsentwicklung in Afrika | |
| Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) Bildung ist ein Grundrecht, das allen zusteht. Sie steht im Zentrum jedes individuellen, kollektiven, gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungsprozesses. | |
| United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation UNESCO ist die Agentur der Vereinten Nationen verantwortlich für die Bildung. Seit ihrer Gründung in 1945, engagiert sich die Agentur weltweit für die Verbesserung der Bildung. | |
| Global Alliance for ICT and Development Global Alliance for ICT and Development ist seit dem Gipfel von Tunis die Nachfolgeagentur von UN ICT Task Force. Auf ihrer Homepage findet sich in ihrem Business Plan auf Seite 7 eine Beschreibung der Flagship Initiative "Free Access for all Schools to the Net". |
