Kognitivismus - Tutorielle Systeme
| In der Folge wurde - im Gegensatz zum Behaviorismus - nicht mehr nur das Verhalten von aussen beobachtet, man betrachtete nun das menschliche Lernen aus der Perspektive der Gedächtnis- und Wissenspsychologie und interessierte sich für die Denkprozesse während des Lernens. Verknüpfung von Neuem und Bestehendem Das Zusammenspiel von neuen Informationen und Vorwissen spielt eine zentrale Rolle im Lernprozess. Denken Sie beispielsweise an zeitgenössische E-Musik oder Be-Bop. Beide Musikstile klingen für Novizen nach "Chaos", erst mit entsprechendem Vorwissen kann darin etwas erkannt werden. Erst dann wird die Musik bedeutungsvoll. Je intensiver und vielfältiger Neues mit Bestehendem verknüpft werden kann, desto tiefer wird das neue Wissen verarbeitet. Dies führt zu besserer Verankerung im Langzeitgedächtnis. Praktisch umgesetzt führt diese Erkenntnis beispielsweise zur bekannten Textlesemethode "PQ4R" (s. Weiterführende Links). |
Individualisierung des Lernprozesses
Im Laufe der jahrzehntelangen Forschung wurde klar, dass die Lernleistung von unzähligen Faktoren beeinflusst ist. Forschungserkenntnisse führten beispielsweise zur Unterscheidung von deklarativem und prozeduralem Wissen (später ergänzt durch kontextuelles Wissen). Zur Planung des didaktischen Designs musste nun erfasst werden, welchem dieser Wissenssubsysteme der jeweilige Lerngegenstand zugeordnet werden muss.
Selbst gute Lernprogramme können nicht allen Faktoren gerecht werden und so ist auch die ursprüngliche Euphorie gegenüber den (intelligenten) tutoriellen Systemen beeinträchtigt. Mit ihnen wird versucht, aus dem Antwortverhalten von Lernenden Rückschlüsse auf ihre kognitive Struktur zu ziehen. Nach dem Vergleich mit einer Expertenstruktur werden aus der Differenz die einzelnen Lernschritte abgeleitet. Tutorielle Systeme sollen über die programmierte Unterweisung hinaus eine Individualisierung des Lernprozesses erreichen, indem sie den Lernenden beziehungsweise das Lernverhalten am Computer analysieren, um daraufhin die Unterstützung des Lernprozesses dem aktuellen Wissensstand anzupassen (mehr hierzu im Kapitel "Adaptivität").
Der Entwicklungsaufwand für derartige Systeme ist immens. Es stellte sich beispielsweise heraus, dass sich aus der Antwortdiagnose kaum auf die Defizite des Lernenden schliessen lässt.
Im Laufe der jahrzehntelangen Forschung wurde klar, dass die Lernleistung von unzähligen Faktoren beeinflusst ist. Forschungserkenntnisse führten beispielsweise zur Unterscheidung von deklarativem und prozeduralem Wissen (später ergänzt durch kontextuelles Wissen). Zur Planung des didaktischen Designs musste nun erfasst werden, welchem dieser Wissenssubsysteme der jeweilige Lerngegenstand zugeordnet werden muss.
Selbst gute Lernprogramme können nicht allen Faktoren gerecht werden und so ist auch die ursprüngliche Euphorie gegenüber den (intelligenten) tutoriellen Systemen beeinträchtigt. Mit ihnen wird versucht, aus dem Antwortverhalten von Lernenden Rückschlüsse auf ihre kognitive Struktur zu ziehen. Nach dem Vergleich mit einer Expertenstruktur werden aus der Differenz die einzelnen Lernschritte abgeleitet. Tutorielle Systeme sollen über die programmierte Unterweisung hinaus eine Individualisierung des Lernprozesses erreichen, indem sie den Lernenden beziehungsweise das Lernverhalten am Computer analysieren, um daraufhin die Unterstützung des Lernprozesses dem aktuellen Wissensstand anzupassen (mehr hierzu im Kapitel "Adaptivität").
Der Entwicklungsaufwand für derartige Systeme ist immens. Es stellte sich beispielsweise heraus, dass sich aus der Antwortdiagnose kaum auf die Defizite des Lernenden schliessen lässt.
