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Gemeinsames Schreibprojekt mit WIKI
 
Während einer Ausbildung am TECFA der Universität Genf erhielten Corinne Bourgnon und Véronique  Crelier aus dem Jura die Möglichkeit, sich mit mehreren belgischen und Schweizer Universitäten am europäischen Projekt LEARNET zu beteiligen. Thema war die Integration von ICT in den Unterricht.
 
Schreiben im Alter von 12 Jahren
Sie beschlossen, mit 12-jährigen Schülerinnen und Schülern ein Schreibprojekt durchzuführen. Corinne und Véronique schlugen ihrer Partnerin, einer belgischen Lehrerin, vor, ein WIKI als Schreibwerkzeug einzusetzen. Ihr Schreibprojekt bestand darin, Kontakt mit anderen aufzunehmen und  sich über das Geschriebene zu unterhalten. Das WIKI hat den Vorteil, dass jeder Schreiber sich jederzeit in den gemeinsamen Schreibprozess einschalten kann. Ausserdem kann er auf die verschiedenen Versionen des Geschriebenen zurückgreifen und auf diese Weise den Prozess der Entstehung des Textes  besser verstehen.

Die Infrastruktur
LEARNET bot den Lehrerinnen eine Infrastruktur mit Chat, Forum und Videokonferenz. Die Universität Genf ihrerseits stellte ihnen ein Portal mit eben diesem WIKI für ihre Arbeit mit der Klasse im Jura zur Verfügung.

Diskussion mit den belgischen Partnern
Corinne und Véronique haben gleich von Anfang an das WIKI benutzt, um ihrer belgischen Partnerin das Projekt zu erklären und es mit ihr zu besprechen. Trotz der räumlichen Entfernung verstand die belgische Lehrerin die Funktionsweise des WIKI sofort. Die Offenheit des Projekts machte die Entscheidungsfindung auf Distanz gelegentlich etwas schwierig, insbesondere weil sich die Beteiligten nicht persönlich kannten.

Einfache Handhabung
Für ihre Schüler wählten die Lehrkräfte eine einfache Funktionsweise des WIKI. Technische Probleme traten nicht auf. Die Schülerinnen und Schüler brachten keine Internet-Erfahrung mit, hatten dafür aber von Chat gehört und wollte ihn unbedingt nutzen. Sie versuchten es also und waren begeistert von der Art, wie man sich ganz direkt miteinander unterhalten konnte. Allerdings hatten sie Schwierigkeiten, der Konversation zu folgen - hauptsächlich, weil sie so langsam schrieben.

Zusammenarbeit auf Distanz
Belgier und Schweizer hatten die Aufgabe, sich über das Land der anderen Gruppe zu informieren, eine Beschreibung dieses Landes zu verfassen und sie den Schülerinnen und Schülern des Partnerlandes zu schicken. Die Arbeit wurde von einer belgischen Tutorin überwacht, die sich zwar nicht in die Arbeiten einmischte, dafür aber die Interaktion mit der belgischen Lehrerin aufmerksam verfolgte. Diese fühlte sich im Nachteil gegenüber den beiden Schweizer Lehrerinnen, vor allem, weil die beiden Schweizerinnen sich jederzeit auch persönlich über das Projekt unterhalten konnten. Als die beiden das Projekt vorstellten, war es bereits so fortgeschritten, dass es eigentlich keinen Raum mehr für die belgische Lehrerin gab. Das Eingreifen der Tutorin hat dann dazu geführt, dass man sich der Probleme einer Zusammenarbeit auf Distanz bewusst wurde. Auf allen Seiten wurde diese Erkenntnis sehr geschätzt.

Projekttagebuch
Sehr geschätzt wurden auch die Rahmenbedingungen des Projekts, die von LEARNET geschaffen worden waren, vor allem das Tagebuch zur Projektarbeit. Dieses Tagebuch - in Form eines Weblogs - war mit einer Reihe von Fragen ausgestattet, welche die Überlegungen aller Beteiligten auf den Punkt brachten. Dieses Tagebuch konnte jederzeit von allen Teilnehmenden und der Tutorin eingesehen werden. Die beiden Schweizer Lehrerinnen hatten schon einmal mit einem Portfolio gearbeitet und fanden diese Arbeit sehr stimulierend - da man sich auf diese Weise leicht gegenseitig Einblick in den Fortgang der Arbeit geben konnte.

Schwächen von LEARNET
Der einzige Nachteil von LEARNET war denn auch, dass sie hier den Fortschritt bei der Arbeit der anderen nicht sehen konnten, während ihnen das TECFA-Portal gerade in dieser Hinsicht einen weiteren Vorteil bei der Zusammenarbeit und Interaktion gab.
Zusätzlich zu ihrer Arbeit als Lehrerinnen bilden Corinne und Véronique im Kanton Jura Lehrpersonen aus. Seit einem Jahr gibt es eine "Inhouse"-Lehrerfortbildung.

Inhouse-Fortbildung
In der Praxis bedeutet das, dass sich Lehrpersonen kleiner Landschulen zusammen tun, um gemeinsam einer Fortbildung in Workshopform zu folgen. Aus diesen Fortbildungen ergeben sich Netzwerke. Corinne und Véronique haben vorgeschlagen, diese Netzwerke zu coachen. (Näheres dazu auf Französisch auf der Site des PEC PED Sonnette).
Die beiden Leherinnen würden diese internationale Zusammenarbeit gerne fortsetzen, besonders mit Belgien, aber es fehlt an den Rahmenstrukturen. Hauptschwierigkeit ist dabei das Finden eines Partners.

Erster Preis für Szenario F3-MITIC
Corinne und Véronique haben 2003 den ersten Preis bei einem Wettbewerb für pädagogische Szenarien im Rahmen von F3-MITIC PPP-Schule im Netz gewonnen.
 
Kontakt
 
Corinne Bourgnon
E-Mail : p_bourgnon@bluewin.ch

Véronique Crelier
E-Mail :  veronique.crelier@educanet.ch
 
Interessante Links
 
Externer LinkSite PEC PED Sonnette (französisch)