Welche Projekte machen Sinn?

Anlässlich eines Workshops im September 2005 haben sich verschiedene Schweizer Akteure aus dem Bereich ICT und Entwicklungszusammenarbeit bei educa.ch in Bern getroffen. Das Thema des Workshops war „Sinn und Chancen von Schulpartnerschaften zur Förderung von ICT in der Bildung“.

Folgende Aspekte wurden diskutiert in Bezug auf den Sinn eines Projektes und die Chancen auf Erfolg:

  • Anreiz für Lehrkräfte

    Die aktive Beteiligung von Lehrkräften ist für die Integration von Computer und Internet im Unterricht unentbehrlich. Darum müssen den Lehrkräften Anreize angeboten werden. Die Chance eines Projektes hängt sehr davon ab, ob und wie man die Lehrkräfte motiviert. Es können finanzielle Anreize sein, aber auch andere Anreize, welche die Lehrkräfte dazu anspornen, über länger am Projekt teilzunehmen.

  • „Keep ICT simple“

    Die Anwendung von Computer und Internet im Unterricht muss an die jeweilige lokale Situation angepasst werden. Sie muss den technischen Möglichkeiten vor Ort entsprechen sowie die technischen Kenntnissen der Teilnehmer nicht überschreiten. Meistens sind die einfachsten Anwendungen am effektivsten.

  • Optimale Unterstützung der Lehrkräfte

    Nebst dem Anreiz zur Teilnahme, müssen Lehrkräfte auch eine optimale Unterstützung bekommen, um Projekte längerfristig durchführen zu können. Die Integration von Computer und Internet im Unterricht ist komplex und zeitaufwendig. Es gibt viele Hürden zu bewältigen. Nicht nur technische und pädagogische sondern auch institutionelle und betriebswirtschaftliche Bereiche stellen Lehrkräfte oft vor Probleme, die sie alleine nicht bewältigen können. Eine optimale Unterstützung in diesen Bereichen ist erforderlich, um die Nachhaltigkeit der Projekte zu garantieren.

  • Das Potential der ICTs in der Bildung

    Der Nutzen des Computers und des Internets im Unterricht ist umstritten. Die Suche nach Fallbeispielen, die das Potential der digitalen Technologien im Unterricht aufzeigen, muss fortgesetzt werden. Dabei ist es aber wichtig, kritisch zu bleiben und positive wie negative Aspekte zu thematisieren.

    In vieler Hinsicht zielt der Norden darauf hin, seine Erfahrungen im Einsatz von Technologien in der Bildung direkt auf den Süden zu übertragen. Es bleibt aber die Frage, ob diese Erfahrungen so einfach übertragen werden können oder, ob der Einsatz Computer und Internet die Bildung grundsätzlich verändert.

  • Pädagogischer Ansatz abgleichen

    Die Art und Weise, wie der Unterricht geführt wird, unterscheidet sich von Kultur zu Kultur. Folglich muss in interkulturellen Partnerschaften zuerst der unterschiedliche pädagogische Ansatz thematisiert und abgeglichen werden. Dies ist vor allem wichtig, wenn man alte oder neue Lehrmaterialien im Unterricht einsetzen möchte.

  • Institutionalisierung für Nachhaltigkeit

    Partnerschaften werden meistens zwischen individuellen Personen, oft Lehrkräfte, initiiert. Damit eine Partnerschaft über länger bestehen bleibt, müssen die Aktivitäten institutionalisiert werden. Nur so kann die Nachhaltigkeit einer Partnerschaft garantiert werden.

  • Erwartungen angleichen

    Die Einführung von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Bildung weckt unterschiedliche Erwartungen. Manche Teilnehmer erhoffen sich eine bessere Kommunikation und Andere pädagogische Innovationen. Daher ist es wichtig, die Erwartungen anzugleichen.

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