Tele-Learning

Der Begriff Telelernen setzt sich zusammen aus "tele" (= griechisch 'fern') und dem Wort "lernen". Telelernen beschreibt eine Lernsituation, in der sich Lehrer und Lernender an voneinander getrennten Orten befinden. Diese Trennung kann räumlich und/oder zeitlich sein.

Für Telelernen haben sich unter anderen folgende Synonyme entwickelt: Fernlernen, Open Distance Learning, Tele-Teaching, Tele-Learning und Virtuelles Klassenzimmer (Virtual Campus).

Herkunft

Telelernen gibt es nicht erst seit der Nutzung der Personal Computer und des Internets. Bestimmte Formen des Telelernens, wie zum Beispiel das Telekolleg, existieren schon lange. Dabei befinden sich Lehrer, Schüler und Lehrstoff an unterschiedlichen Orten. Die Fernsehsendungen können auch von den Schülern aufgenommen werden, so ist die zeitliche Synchronität beim Lernen nicht mehr erforderlich. Eine andere bekannte Form ist das Fernstudium, bei dem Lehrer und Schüler mittels Briefkontakt miteinander kommunizieren. Der Schüler erhält das Lehrmaterial und Übungsaufgaben mit der Post, schickt die gelösten Aufgaben an seinen Betreuer, der die Aufgaben kontrolliert und sie mit Anmerkungen wieder zurücksendet.

Interaktionsarten

Es existieren zwei verschiedene Arten der Kommunikation - die synchrone und die asynchrone Kommunikation:

  • Synchrone Kommunikation

    Die synchrone Kommunikation bezeichnet eine Interaktion ohne wesentliche, zeitliche Verzögerung. Bei der klassischen Lernsituation ist das zum Beispiel der Fall, wenn der Lehrstoff durch Sprache oder anhand einer gemeinsamen Arbeitsfläche wie der Tafel erarbeitet wird. Nutzt man Computer zum Telelernen, so besteht die Möglichkeit zum Lehrer beziehungsweise Tutor Kontakt aufzunehmen, beispielsweise per Videokonferenzsystem. Ausserdem können auch Dokumente gemeinsam bearbeitet werden. Die häufigste und bekannteste synchrone Kommunikationsform per Computer ist wohl der Chat.

  • Asynchrone Kommunikation

    Die asynchrone Kommunikation ist eine Interaktion mit zeitlicher Verzögerung. In einer klassischen Lernsituation wäre das zum Beispiel der Fall, wenn ein Schüler den Lehrstoff allein ausarbeitet und später vom Lehrer die Ausarbeitungen korrigiert zurückbekommt. Mit dem Computer ergibt sich die Möglichkeit, dass sich der Schüler mit Hilfe unterschiedlichster Medien online oder offline ein Thema erarbeitet, gegebenenfalls unter Anleitung. Dabei ist es möglich, per E-Mail Rückfragen an den Lehrer/Tutor zu stellen und Probleme zu diskutieren. Auch Internet-Diskussionsforen wie Bulletin-Boards oder Newsgroups zählen zu den bekannten asynchronen Kommunikationsformen per Computer.

Offenes Tele-Lernen

Allgemein gesagt ist Tele-Lernen die Erweiterung von Computer Based Training mit Kommunikationswerkzeugen und selbstgesteuerten und selbstorganisiertem Lernen. Auf der Homepage der Initiative der EU-Kommission "Open and Distance Learning" findet sich folgende Definition:

"Offenes Lernen bedeutet, dass dem Lerner eine möglichst grosse Bandbreite an Möglichkeiten eröffnet wird zu lernen. Innerhalb dieses Angebots an Möglichkeiten kann er sehr selbstgesteuert seine individuellen Qualifizierungsziele verwirklichen. Ein 'Offenes Lernsystem' gibt dem Lerner einen Rahmen und unterstützt seinen Lernprozess inhaltlich und strukturell. Der Lerner hat dabei die Freiheit, verschiedenste Aspekte des Lernprozesses aktiv und frei zu steuern. Diese Freiheit oder Offenheit kann mehr oder weniger umfassend sein. Grösste Freiheitsgrade hat der Lerner, wenn er die Kontrolle über Ort, Zeit, Geschwindigkeit, Lernmethode und -medium sowie Inhalt und Schwierigkeitsgrad ausübt. Dann hat der Lerner in jeder Hinsicht die Wahl. Offenes Lernen verwirklicht auch eine flexible Interaktivität zwischen Lerner und Instruktionsmedium (sei es ein Lehrer oder Lernmaterial), aber auch zwischen Lernern. Sie verwirklichen offenen Zugang zum Lernsystem ebenso wie die Anpassbarkeit des Lernsystems an verschiedene Ziele und Gruppen. Der Grad an Offenheit eines Lernsystems kann variieren. Die Grenze zu nicht 'offenen' Lernformen ist fliessend. Sie hängt vor allem an den Steuerungsmöglichkeiten für den Lerner."

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