Technische Wissenschaften

Auch heute noch sind die Informationstechnologien sowie technische, naturwissenschaftliche und exakte Wissenschaften sowie die Berufe in diesen Bereichen Männerbastionen.

Technik, Natur- und exakte Wissenschaften

Ganz allgemein zeigt sich ein unterschiedlicher Zugang zwischen Männern und Frauen zu Technik, Natur- und Exakten Wissenschaften. Verschiedene Studien zeigen, dass sich Frauen aus verschiedenen Gründen vom Studium von Fächern wie Mathematik, Informatik oder Physik abhalten lassen. Sie wählen beispielsweise eher interdisziplinäre Fächer, die nicht nur abstraktes Wissen vermitteln, sondern einen konkreten Bezug zur Gesellschaft aufweisen. Zudem entscheiden sich Frauen für ein Fach wie Mathematik, Informatik oder (weniger) Physik in der Regel nur dann, wenn sie absolut überzeugt sind, den intellektuellen Anforderungen, die ein solches Studium an sie stellt, zu genügen.Dies hat nichts mit dem (nicht) vorhandenen Interesse der Frauen zu tun. Gerade in der Mathematik kann für Frauen und Männer ein gleiches intrinsisches Interesse festgestellt werden. Jedoch ist der Zugang von Frauen zu einem Fach weniger stark ein instrumentaler. Dies bedeutet, dass es Frauen weniger darum geht, das mathematische Wissen anzuwenden und in den Dienst einer späteren Berufsausübung zu stellen, sondern dass das Interesse der Mathematik an sich gilt. Hinzu kommt, dass Frauen in einem männlich dominierten Umfeld weniger stark an ihre eigenen Fähigkeiten glauben, was wiederum ein möglicher Erklärungsansatz für den Studienabbruch von Frauen sein kann.

Der Informatiksektor

Wie die Technikwissenschaften ist der gesamte Informatiksektor ein Bereich, indem sich vorwiegend Männer betätigen. Die Informatikerin und Erziehungswissenschaftlerin Isabelle Collet erforschte den Prozess, der die Informatik zu einem männerdominierten Beschäftigungssektor werden liess.

Das Aufkommen der PC's

In den 1970er-Jahren galt der Computer als Nachfolger der Schreibmaschine und somit als typisches Werkzeug für das Büro. Auf diese Weise war der Computer Teil des Tertiärsektors, der in der Regel weiblich konnotiert war. Erst mit dem Aufkommen der PC’s (Personal Computer) zu Beginn der 1980-er Jahre wurde der Computer „männlich“. Mit seinem Aufkommen begann der PC, sich bei den Jugendlichen als erste Konsumenten dieses neuen technischen Gadgets zu verbreiten. Die Jugendlichen, meist Knaben, sind seit damals die intensivsten Nutzer des familieneigenen Computers. Rund um den Kleincomputer lebten junge Männer nun eine Geselligkeit aus, in deren Zentrum Computer-Programmierung und Videospiele standen. Mit dieser Beschäftigung begannen die Knaben just in einem Alter, in dem es für sie wie für die Mädchen wichtig ist, sich an gleichaltrigen Gruppen zu orientieren und sich gegenüber dem andern Geschlecht abzugrenzen.

„Des Informatiker"

Dazu kommt, wie Isabelle Collet hervorhebt, dass der PC in der Regel für den gesamten Informatikbereich steht, wobei die Informatiker die erwachsene Version der jugendlichen Technophilen verkörpern. Auch wenn dabei oft Leidenschaft mitschwingt, so wird doch oftmals ein falsches Bild „des Informatikers“ portiert. Denn der „wahre Informatiker“ ist fanatisch und Technikverrückt, asozial, einzelgängerisch und vernachlässigt, unfähig, sich von seinem Bildschirm zu lösen. Zudem ist „der Informatiker“ in dieser Darstellung oft ein junger Mann, weiss, und aus der Mittelschicht.

Identifikation mit dem Berufsbild

Diese Überzeichnungen machen es gerade für Mädchen und Frauen schwierig, sich mit dem Berufsbild der Informatikerin und des Informatikers zu identifizieren und eine Leidenschaft für die damit verbundenen Tätigkeiten zu verbinden. Denn gerade Frauen und Mädchen lernten in ihrer Erziehung, dass für sie eine diesem Bild entgegengesetzte Werteskala zähle. Aber auch andere Männer, ältere, oder solche, die nicht der weissen Mittelschicht angehören, machen diese Erfahrung. Deshalb sind die Frauen, die sich für einen Beruf im Bereich der Informatik entscheiden, so rar.

Motivation Computerspiel

Die Computerspiele, oftmals kritisiert als Quelle der (scheinbar zunehmenden) Jugendgewalt, sind im Übrigen eine weitere wichtige Motivation, sich mit Informatik zu beschäftigen. Indem (in der Regel) Knaben spielen und sich mit anderen über ihre Aktivitäten austauschen, lernen sie viel über die Funktionsweisen technischer Geräte und erhöhen ihre Medien-Kompetenzen. Dass sich Mädchen weniger für Computerspiele interessieren, liegt oft auch daran, dass die Inhalte der Spiele sich mehr oder weniger explizit an Knaben wenden.

Computerspiele für Mädchen

Mittlerweile gibt es verschiedene Versuche, Computerspiele zu entwickeln, deren Inhalt Mädchen interessieren. Dieses Vorgehen heizt jedoch die Diskussionen an. Für einige erlaubten mädchengerechte Computerspiele den Mädchen, ihren Rückstand aufzuholen. Andere sehen in solchen Spielen einzig eine Verstärkung vorherrschender Stereotypen, da sie den Mädchen erneut eine traditionelle Rolle zuweisen.

Weblink

UNTERRICHT

Schulorganisation

Bildungsszene

Logo BBT

Logo EDK

educa.ch