Sinnvoller Einsatz von ICT

Bei den Informations- und Kommunikationstechnologien unterscheidet man grundsätzlich zwischen den Digitalen (Computer und Internet) und den Traditionellen (Radio, Video, Telefon und Fernsehen). Wobei Letztere auch digitalisiert werden können.

Digital im Vergleich zu traditionell

Die traditionellen Technologien werden oft von den Digitalen in den Hintergrund gedrängt, obwohl sie gerade in der Entwicklungszusammenarbeit häufig praktikablere Lösungen anbieten. Zum Beispiel spielt das batteriebetriebene Radio in den weitläufigen ländlichen Regionen eine wichtige Rolle für die Kommunikation von Information. Auch das Mobiltelefon verbreitet sich rasant. Das Aufstellen von Antennen ist nicht nur kostengünstiger als das Verlegen eines Bodennetzes, sondern auch weniger zeitaufwendig und erlaubt eine viel raschere Erschliessung von neuen Gebieten. Zum Beispiel werden Mobiltelefone von Bauern gebraucht, um den Marktwert ihrer Produkte in Erfahrung zu bringen. Dadurch, dass sie nun nicht mehr von Mittelsmännern abhängig sind, die den Bauern jeweils zu tiefe Marktpreise angegeben haben, können sie ihren Gewinn optimieren. Generell, haben die Entwicklungen in den verschiedenen Bereichen der Informations- und Kommunikationstechnologien das Ablegen, Kommunizieren, Transferieren, und Auswerten von Information rasant verbessert.

Einsatz von ICT in der Entwicklungszusammenarbeit

Folglich haben die Informations- und Kommunikationstechnologien als Ganzes das Potential zum Wohl und Fortschritt der Gesellschaft beizutragen. Der Einsatz in der Entwicklungszusammenarbeit erfolgt hauptsächlich in den folgenden drei Bereichen:

  • Erleichterter Zugang zu Information

    Informations- und Kommunikationstechnologien vereinfachen das Erstellen, das Speichern, die Verwaltung und die Weitergabe von Information. Der Zugang zu Information und Wissen wird gesamthaft optimiert.

  • Stärkung des Mitspracherechts

    Informations- und Kommunikationstechnologien vereinfachen die Vermittlung und Verbreitung von Meinungen, Rechten, Interessen und lokaler Kultur. Die effizientere und breitere Streuung von Informationen und Meinungen ermöglicht den Armen stärkeren Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse zu nehmen und stärkt so ihre Stimme in diesen Prozessen.

  • Förderung von Netzwerken

    Die digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen eine interaktive und dezentralisierte Kommunikation, über welche Menschen Wissen und Information mitteilen und austauschen können. Dies unterstützt die Bildung und den Unterhalt von Netzwerken.

Für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in diesen drei Bereichen sind folgende Schlüsselfaktoren von grosser Bedeutung:

  • Der Einsatz sollte von der Nachfrage gesteuert sein und dabei die Menschen in den Mittelpunkt stellen. So lassen sich angemessene Lösungen erarbeiten.

  • Lösungen sollten ganzheitlich sein und über die simple Bereitstellung von Gerätschaft hinausgehen.

  • Der Einsatz sollte in den umfangreichen Zielen der Entwicklungszusammenarbeit eingebettet sein.

  • Es sollte vor allem aus den für die Informations- und Kommunikationstechnologien spezifischen Vorteilen und Neuerungen, wie die mögliche Interaktivität, die enorme Geschwindigkeit und den geringeren Kosten Kapital geschlagen werden.

Gefahr, Unterschiede zu verstärken

Die Informations- und Kommunikationstechnologien haben das Potential zum Wohl einer Gesellschaft beizutragen. Aber, es droht auch die Gefahr, dass soziale und wirtschaftliche Unterschiede verstärkt werden. Die Entwicklungsländer können sowohl von der angemessenen Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien profitieren, als auch durch den Ausschluss aus den laufenden Entwicklungen noch weiter ins Abseits rutschen. Die Überbrückung dieser Unterschiede ist eine der grössten Herausforderung in der Entwicklungszusammenarbeit.

Unterschiede im Zugang zu ICT findet man unter anderem:

  • zwischen Industrie- und Entwicklungsländern,

  • innerhalb staatlicher Grenzen zwischen ländlichen und städtischen Gebieten,

  • zwischen Arm und Wohlhabend, und auch

  • im Genderbereich, wo Frauen oft zu den Menschen ohne Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien gehören.

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