Wie setzt der Fährimaa interkulturell übere und zrugg?

Wie setzt der Fährimaa interkulturell übere und zrugg?

Dolmetsch-Interaktionen im Trialog

Die Trialog-Gespräche zwischen Fachperson, KlientIn und ÜbersetzerIn finden regelmässig in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales statt. In der Schweiz hat sich dafür der Ausdruck "interkulturelles Übersetzen im Trialog" eingebürgert. Hier wird einerseits der interkulturelle Aspekt, andererseits das Gespräch zu dritt explizit zum Ausdruck gebracht. In andern Ländern heisst diese Gesprächsform "Gesprächsdolmetschen" bzw. "Community Interpreting" (in Unkenntnis der Tatsachen leider auch "Laiendolmetschen"). Wenn eine Übersetzungsleistung nur in Form eines unterstützten Dialogs stattfindet, kommen die fachlichen Kompetenzen der interkulturellen ÜbersetzerInnen (weiterhin ikÜ genannt) aber nicht voll zum Tragen. Mit "Trialog" wird die aktive Rolle aller Beteiligten bezeichnet – dadurch können die ikÜ ganz wesentlich zum Gelingen der Kommunikation beitragen.

Interaktivität

Im Mittelpunkt steht dabei die interaktive Dimension – die Gesprächsituation wird von allen Beteiligten gemeinsam bewältigt. Laut einer empirischen Untersuchung von Professor Birgit Apfelbaum (2004) erweist es sich als konstitutiv, wenn alle Beteiligten in einem Arbeitsbündnis gemeinsam Verantwortung übernehmen, "und zwar weitgehend unabhängig davon, ob erfahrene Dolmetscherinnen oder Dolmetscher in der Ausbildung beteiligt sind" (Apfelbaum, Birgit: Gesprächsdynamik in Dolmetsch-Interaktionen, Radolfzell 2004, iii). Die Schlussfolgerung für die Ausbildung: Nur im Trialog – im interkulturellen Balanceakt zwischen allen Beteiligten – können ikÜ als Fährmänner und Fährfrauen in der Dolmetsch-Interaktion erfolgreich übere- und zrugg setzen.

Systematische und systemische Sprachkompetenz

Die ikÜ als Fährleute gelangen in einem zweistufigen Training dahin.

Nach der Vermittlung der systematischen Sprachkompetenz im herkömmlichen Sinn (Wortschatzarbeit, Aufgaben zu sprachlichen Strukturen, Grammatik usw.) wird in den Kursen ‚Em Fährimaa’ neu eine systemische Sprachkompetenz aufgebaut, damit ist das vielschichtige Wahrnehmen aller kommunikativer Ebenen angestrebt, auch über paraverbale und nonverbale Kanäle und unter Verwendung eines dialektal geprägten Sprachstils im soziokulturell spezifischen Setting. Im Kurs arbeiten wir daran, diesen erweiterten systemischen Zugang zum Übersetzen mit spezifischen Blended-Learning-Sequenzen zu unterstützen.

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