Organisation
Eidgenössische Berufsprüfungen, höhere Fachprüfungen
Die Prüfungsvorbereitungen sind nicht reglementiert. Die öffentlichen oder privaten Bildungsinstitutionen oder die Organisation der Arbeitswelt (OdA), die entsprechende Vorbereitungskurse anbieten, bestimmen Programm, Dauer und Ausbildungsniveau. Die Kurse werden berufsbegleitend absolviert und dauern zwischen drei bis vier Semester. Die Vorbereitung kann auch autodidaktisch erfolgen. Die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) führen ein- oder zweimal pro Jahr die eidgenössisch reglementierten Prüfungen durch. Die eidgenössischen Berufsprüfungen werden mit einem eidgenössischen Fachausweis abgeschlossen. Als Titel kann der Berufsbezeichnung der Zusatz „mit eidg. Fachausweis“ beigefügt werden. Die eidgenössischen höheren Fachprüfungen schliessen mit einem eidgenössisch anerkannten Diplom ab. Der betreffenden Berufsbezeichnung kann der Zusatz „diplomiert“ beigefügt werden.
Höhere Fachschulen (HF)
Die vollzeitliche Bildung dauert inklusive Praktika mindestens zwei Jahre, die berufsbegleitende Bildung mindestens drei Jahre. Bei berufsbegleitenden Studien ist eine Berufstätigkeit im entsprechenden Gebiet von mindestens 50% vorgeschrieben. Für die Bildungsgänge gelten Mindestzahlen an Lernstunden. Die Bildungsanbieter erlassen eine eigene Promotionsordnung. Das Qualifikationsverfahren für das Abschlussdiplom wird in der Verordnung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen geregelt: Die Qualifikationsverfahren bestehen mindestens aus einer praxisorientierten Diplom- oder Projektarbeit und aus mündlichen oder schriftlichen Prüfungen. Weitere Anforderungen werden in den Rahmenlehrplänen geregelt.
Die Titel von höheren Fachschulen (HF), die vom Bund anerkannt sind, sind gesetzlich geschützt: Im Diplom werden der Bildungsgang und der entsprechende Titel mit „dipl.“ (diplomiert) und den Ergänzungen „HF“ (höherer Fachschule) aufgeführt.
European Credit System ECVET
Die erreichten Kompetenzen bzw. Qualifikationen in der Berufsbildung sollen ähnlich dem European Credit Transfer System (ECTS) im Bereich der Hochschulen in einem anerkannten Kreditpunktesystem für die Berufsbildung (European Credit System for Vocational Education and Training; ECVET) übertragen werden können. Entsprechende Entwicklungsarbeiten in der Europäischen Union sind angelaufen, an denen sich auch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) beteiligt.


