Ist myMoment schon auf der Unterstufe einsetzbar?

Erfahrungen aus der 1. bzw. 2. Klasse der Primarschule Niederrohrdorf von Ines Schmid:

“Im März 2005 stieg ich mit meiner damaligen ersten Klasse ins Schreibprojekt myMoment ein. Die Kinder waren seit Anfang ihrer Schulzeit daran gewohnt, mit dem Computer zu arbeiten. Sie nutzten ihn mit verschiedenen CD-ROMs im Rechnen und Lesen. Das Handling mit Tastatur und Maus war den Schülern und Schülerinnen also schon beim Einstieg ins Projekt einigermassen vertraut. Unsere Schule verfügt über einen Computerraum mit 15 Geräten. Also konnte jedes Kind der Halbklasse an einem eigenen Computer arbeiten. Wir starteten gemeinsam die Seite und lasen Geschichten, die Kinder aus anderen Klassen geschrieben hatten. In der Stunde darauf wagten sich die Kinder daran, selber eine Geschichte oder ein Elfchen zu schreiben.

Die SchülerInnen hatten bereits vorgängig Erfahrungen im Schreiben von Geschichten gesammelt. Sie schrieben und zeichneten kleine Büchlein zu selbst gewählten Themen. Diese lasen sie im Rahmen eines Literaturcafés mit grossem Stolz andern Kindern und Erwachsenen vor. Die Büchlein lagen im Schulzimmer auf und konnten so jederzeit gegenseitig gelesen werden.

Die Klasse hatte von Beginn an einen sehr leseintensiven Unterricht. Sie beschäftigten sich immer mit Büchern. Zu diesen gelesenen Texten gestalteten sie eine oder mehrere Seiten für ihr Bücherbuch. Anfänglich schrieben sie den Titel ab und malten ein Bild dazu. Später begannen sie Textstellen, die ihnen gefielen, abzuschreiben. Diese Arbeit am Bücherbuch führen sie bis heute weiter. Hie und da schreiben sie schon Kommentare zu den gelesenen Büchern, auch auf Lesetagebuchvorlagen.

Jede Woche jubelten einige Kinder, wenn wieder myMoment-Stunde am Computer war. Sie waren begeistert von dieser Arbeit. Sie nahmen Fotos mit und schrieben die passenden Erlebnisse auf. Sie erzählten auf der Plattform von der Jugireise, von der Schulreise und von ereignisreichen Wochenenden. Gut gefiel ihnen, dass sie Geschichten zu eigenen Themen schreiben durften. Dass sie eine Rubrik auswählen konnten, z.B. Minigeschichten, Sport, etc., motivierte sie zusätzlich. Gerne lasen sie immer wieder ihre eigenen Geschichten (“Lueg, ech schriibe scho so vel!“) und diejenigen von andern Kindern. Diese waren dank der Computerschrift leichter zu lesen als die von Hand geschriebenen. Die Kinder wurden im Erzählfluss nicht gebremst durch Überlegungen, wie denn ein Buchstaben schon wieder geformt werden muss. Auf der Tastatur sind alle Buchstaben da.

Erst nach einiger Zeit merkten sie, dass sie ihre Geschichten bewerten lassen oder Kommentare zu Geschichten schreiben konnten. Dies löste im Unterricht spannende Diskussionen aus: Wie darf ich einem andern Kind etwas sagen? Welche Kommentare nützen mir selber etwas? Welche tun mir weh?

Einige Kinder nutzten diese neu entdeckten Funktionen, vor allem diejenigen mit guten Lesefertigkeiten.

Immer länger wurden die Geschichten, denn auch die Schreibfertigkeit am Computer nahm mit der Übung zu. Ich erlebte, dass die Faszination des Geschichtenschreibens während der ganzen ersten und zweiten Klasse anhielt, angetrieben natürlich auch von meiner eigenen grossen Begeisterung für die Texte der Kinder.”

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