Leitfaden - Anstelle einer Schlussfolgerung

Leitfaden - Anstelle einer Schlussfolgerung

Das Schema, das wir Ihnen zum Schluss anbieten, gestattet es, alle im Beobachtungsraster angesprochenen Aspekte anzugehen. Dabei möchten wir festhalten, dass jedes einzeln betrachtete Element nicht ausreicht, eine geschlechtsneutrale Ausbildung zu garantieren. Daher ist die Tabelle so strukturiert, dass sie es gestattet, in einem ersten Schritt die verschiedenen Aspekte einzeln zu bearbeiten, um sie nach und nach zusammenzuführen. Am Schluss kann auf die Zusammmenhänge zwischen den verschiedenen Aspekten eingegangen werden.

Interaktionen zwischen den Teilnehmenden

Folglich muss eine geschlechtsneutrale Ausbildung die Gender-Frage auf allen Ebenen berücksichtigen. Zuallererst in den Interaktionen zwischen den Einzelnen (in der pädagogischen Beziehung, aber auch zwischen Lehrpersonenn oder zwischen Lernenden), wobei darauf zu achten ist, dass weder die einen noch die anderen bevorzugt werden, dass die Beiträge aller respektiert werden, und dass in den Beziehungen keine Macht ausgeübt wird.

Unterrichtsform

Aber nicht nur die Unterrichtsform (gemischtes Zweierteam), sondern auch die genutzten Lehrmittel (geschlechtsneutrale Vorträge und Unterlagen, Lehrmittel, die allen (Frauen und Männern) zugänglich sind, Beispiele von Bildern, welche Frauen und Männer in den vielfältigsten Situationen darstellen, nach Geschlecht aufgegliederte Daten usw.) gilt es dabei zu beachten.

Inhalte

Zu guter Letzt spielen die Inhalte (Bilder und Beispiele, die zum Nachdenken über die Gleichstellungsfrage veranlassen, im Programm oder im Rahmen der Kursziele verfügbare Zeit, um auf die Frage der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern einzugehen, Vorstellung des Fachs (Wirtschaft, Informatik, Mathematik, Recht) unter dem Blickwinkel des Gender-Ansatzes, der historischen oder soziologischen Betrachtung des Fachs auf eine Weise, die es erlaubt, die Über- oder Untervertretung des einen oder des anderen Geschlechts zu hinterfragen) eine wichtige Rolle.

ICT als Unterrichtsmittel

Wenn schliesslich ICT als Unterrichtsmittel integriert werden (Blended Learning oder E-Learning), geht es darum, die pädagogische Perspektive auf genderrelevante Unterschiede im Unterricht zu werden. Diskriminieren die eingesetzten Hilfsmittel einen Teil der Lernenden? Im Gegenteil, Websites und Software (Lernsoftware) erlauben es allen (Frauen und Männern), sich darin zurechtzufinden, sich im Umgang mit diesen Mitteln wohl zu fühlen.

Geschlechtsneutraler Unterricht

Obwohl die ICT an sich den geschlechtsneutralen Unterricht nicht unbedingt begünstigen, ist darauf zu achten, dass sie die Ungleichheiten nicht verstärken oder neue produzieren. Die ICT – wie andere Lehrmittel – müssen daher als eine vierte Ebene gedacht werden, die sich mit den weiter oben angesprochenen Ebenen überschneidet und die in ihrem Zusammenspiel zu berücktichtigen sind. Wie verändern bspw. ICT die Interaktion unter Lehrenden und Lernenden? Begünstigen sie bestimmte Formen der Zusammenarbeit? Und verhindern sie andere? Ist der Inhalt der mit diesem Mittel erteilten Ausbildung geschlechtsneutral? Oder ist er auf eher technische Überlegungen ausgerichtet, die folglich stärker mit Männern assoziiert sind? Lässt die gewählte Form eine im Allgemeinen männliche Betrachtungsweise erkennen und könnte dies demzufolge abschreckend auf Frauen wirken?

Obwohl diese Fragen hier im Zusammenhang mit dem Einsatz der ICT angesprochen werden, können sie in Bezug auf jede Art von Lehrmittel gestellt werden.

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