Warum ist das Internet besonders anfällig für fragwürdige Inhalte und Aktivitäten?
Im World Wide Web existiert keine kontrollierte Zugangsbeschränkung. Die meisten Aktivitäten geschehen relativ anonym. Die Qualität der Informationen und Dienstleistungen ist dadurch mit Unsicherheiten verbunden. Gleichzeitig führt die Offenheit des Netzes zu einer enormen Dynamik, welche den grossen Mehrwert des Mediums ausmacht, die jedoch auch verantwortungsvolle Nutzer und Nutzerinnen erfordert. Im Internet präsentieren sich alle Aspekte und Gruppen der sozialen Welt, die auch ausserhalb des Netzes bestehen: Museen, Geschäfte, Kirchen, Sekten, politische Parteien, Schulen, Sozialdienste, kriminelle Organisationen, Prostituierte, Künstler, Künstlerinnen und viele mehr. Die Identifikation des jeweiligen Angebots ist nicht immer eindeutig. Zwar wird es im Netz einfacher, mit Menschen in Kontakt zu treten, die ähnliche Interessen teilen, zugleich ist es schwieriger zu bestimmen, wer da eigentlich mit mir kommuniziert. Es muss sorgfältig geprüft werden, ob das E-Mail von der eigenen Bank nicht vielleicht eine Fälschung ist (Stichwort: Phishing) oder ob die Geschäftshomepage der vermeintlich einheimischen Firma von einem dubiosen Unternehmen aus Übersee stammt, das eine Adresse mit dem Kürzel „.ch“ oder „.com“ betreibt. Um dies zu beurteilen ist keine übertriebene, sondern eine normale Vorsicht nötig, die jedoch einige neue Kriterien erfordert.
Ein Mausklick im Internet hat unter Umständen weitreichende Konsequenzen in der realen Welt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, auch wenn die Internationalität des WWW die Strafverfolgung erschwert. Computer hinterlassen im Netz eindeutige Spuren, die jedoch nur bei besonders schwerwiegenden kriminellen Delikten mit hohem Aufwand zurückverfolgt werden. Die Grenzen zwischen ethisch fragwürdigem und rechtlich strafbarem Verhalten sind fliessend. Nicht alles was legal ist, ist auch ethisch, nicht alles was ethisch ist, ist legal. Im Internet können Menschen, auch ohne es unmittelbar zu realisieren, andere Personen schädigen, z.B.:
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Wer verbotene Inhalte im Internet ansieht (z.B. harte Pornographie, Gewalt, rassistische oder extremistische Propaganda) schädigt nicht nur sich selbst sondern unterstützt damit auch die Personen, die solche Inhalte produzieren und anbieten. Solche Inhalte zu speichern oder dafür zu bezahlen ist strafbar.
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Wer urheberrechtlich geschützte Werke unerlaubt im Internet verbreitet (z.B. auf Websites oder via Tauschbörsen), schädigt damit die Urheber und die Produzenten. Dies kann rechtliche Schritte nach sich ziehen, insbesondere, wenn es im grossen Stil oder mit kommerziellem Gewinn betrieben wird.
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Wer seinen Computer nicht ausreichend gegen Viren und andere schädliche Software schützt, schadet sich selbst und anderen. Persönliche Daten können ausspioniert oder zerstört werden. Der eigene Computer kann Viren weiter verbreiten und unbemerkt für Angriffe auf andere Rechner genutzt werden.
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Wer fragwürdige Informationen für richtig hält, zieht unter Umständen falsche Schlüsse für sein Handeln - mit mehr oder weniger grossen Konsequenzen für andere Menschen.
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Wer die Anonymität der Kommunikation im Netz nutzt und dabei Regeln von Anstand und Höflichkeit vergisst, verletzt unter Umständen die Würde von Adressaten auf der anderen Seite des Bildschirms.


