ICT an den Schulen
Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich nicht nur in der Wahl der Ausbildungen von Frauen und Männern. ICT, Informatik und Unterricht mit ICT sind in der Regel eine Männerdomäne. An den Schulen sind die für ICT und webbasierten Unterricht zuständigen Lehrpersonen oftmals Lehrer mit natur- und exaktwissenschaftlichem Hintergrund. Das führt einerseits dazu, dass der Schwerpunkt im Umgang mit den technischen Geräten innerhalb der Schulen technisch (und weniger pädagogisch-didaktisch) geprägt ist. Gleichzeitig bedeutet es, dass die Zuständigkeiten für den Gerätepark eindeutig geschlechtsspezifisch geprägt sind. Unterhalt und Neuanschaffungen sind in der Regel Tätigkeiten, für die Lehrer die Verantwortung übernehmen. Diese Umstände bestärken die Jungen darin, dass Informationstechnologien in ihren ureigensten Zuständigkeitsbereich fallen, währenddem den Mädchen Identifikationsfiguren versagt bleiben. Das unterstützt diese in ihrer Tendenz, Technik und damit auch Computer als (zu) kompliziert und als für Mädchen ungeeignet abzutun.
Train-the-trainer-Ausbildungen in ICT für Frauen
Der Unterschied zwischen Männern und Frauen zeigt sich im Übrigen auch in den Weiterbildungen zu ICT und Bildung. Für die Durchführung der Ausbildung von Ausbildnerinnen und Ausbildnern in ICT (F3-Ausbildungen), die im Rahmen der Bildungsinitiative PPP-SiN gefördert wurden, waren die Kantone angehalten, Frauen besonders für eine Teilnahme zu ermutigen. Obwohl diese Ausbildungen auf pädagogisch-didaktischem Wissen aufbauten, mussten die Teilnehmenden ein Basiswissen rund um ICT mitbringen.Ein abschreckendes Kriterium für Frauen. Wie verschiedentlich beobachtet, unterschätzten die Frauen auch hier ihr Wissen in diesem Bereich. In der ganzen Schweiz waren nur ein Viertel der Teilnehmenden Frauen. Der Frauenanteil bei allen Lehrpersonen hingegen beträgt rund zwei Drittel.
Keine weiblichen Identifikationsfiguren
Die Tatsache, dass an den meisten Schulen Männer für den Technik-Park zuständig sind, hat wie erwähnt einen Einfluss auf verbriefte Rollenmuster. Sie verstärkt bei den Schülerinnen und Schülern den Eindruck, dass die Informations- und Kommunikationstechnologien etwas seien, wofür hauptsächlich oder ausschliesslich Männer kompetent genug seien.Die Mädchen ihrerseits bleiben so ohne Vorbilder, an denen sie sich orientieren könnten. Dies verstärkt ihre Idee, „die Technik“ sei etwas Kompliziertes und sie somit nicht dafür bestimmt.


