Verankerung von ICT im Bildungssystem

Das schweizerische Bildungssystem beruht auf einer komplexen Interaktion von Bund, Kantonen und Gemeinden. Die Zuständigkeiten für Regelung, Finanzierung, Vollzug und Aufsicht variieren je nach Bildungsstufe und Bildungseinrichtung. Während die Kantone in erster Linie für die obligatorische Schule zuständig sind, teilen sich Bund und Kantone im post-obligatorischen Bereich die Verantwortung. Für die Ausführung des Mandats sind allerdings hauptsächlich die Kantone zuständig, die in der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) zusammenarbeiten, wann immer Entscheidungen auf nationaler Ebene notwendig werden.

Die EDK hat am 8. Juni 2000 eine Erklärung verabschiedet zu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT), um den Anforderungen an ihre Integration im Bildungswesen sowie der Entwicklung von Medienkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern zu entsprechen. Bei der Festlegung der Prioritäten der interkantonalen Koordination wurde sie von der nationalen Initiative «Public Private Partnership – Schule im Netz (PPP-SiN)» unterstützt. Dieses Programm mit einer Laufzeit von fünf Jahren (August 2002 bis Juli 2007) entstand aus der Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und der Privatwirtschaft. Ziel war es, günstige Konditionen für die Beschaffung von Hard- und Software sowie Internetzugang und damit die Aufrüstung der Infrastruktur der Schweizer Schulen (obligatorische Schulen, Fachmittel- und gymnasiale Maturitätsschulen) zu gewährleisten. Im Weiteren galt es, die Weiterbildung von Lehrpersonen aufzubauen.

Im März 2007 haben die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren ihre ICT-Strategie bestätigt und aktualisiert. Eine erneute Überprüfung der Strategie und ihre Handlungsfelder sind in Planung, um sie an die Herausforderungen der Digitalisierung in der Bildung anzupassen.

Ziele der EDK-Strategie

  • ICT als Hilfsmittel für Lehren und Lernen in die einzelnen Fächer einbeziehen

  • ICT in eine umfassende Medienpädagogik einbetten

  • allen Schülerinnen und Schülern der Volksschulstufe Grundfertigkeiten im Umgang mit ICT vermitteln

  • Chancengleichheit bezüglich ICT und Medien fördern

  • für die Sekundarstufe II zusätzlich: Wissen um Zusammenhänge und elementares fachliches Kernwissen Informatik vermitteln

Handlungsfelder der EDK-Strategie

In der Zuständigkeit der Kantone

  • ICT in die kantonalen und regionalen Lehrpläne einbeziehen

  • Produktion von digitalen Lehrmitteln fördern, deren Qualität unter Bezug auf die kantonalen und sprachregionalen Lehrpläne sicherstellen und den Zugang erleichtern

  • Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen fördern

  • Koordination zwischen den verschiedenen Schulstufen sicherstellen

In der Zuständigkeit von educa.ch

  • Zugang zu digitalen Lehrmitteln und Online-Diensten sicherstellen

  • die Interessen des öffentlichen Sektors gegenüber privaten Anbietern vertreten

  • den Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren stärken und ihre Zusammenarbeit fördern

  • Expertise zu technischen, juristischen und ethischen Fragen einbringen, die auf nationaler Ebene koordiniert werden
    educa.ch – Schweizer Fachagentur für ICT und Bildung

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.03.2017

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