ICT und Bildung

Die Schweiz will die Chancen nutzen, die die Digitalisierung bietet, um notwendige Voraussetzungen für ihre Entwicklung zu schaffen und um die laufenden Aktivitäten in den verschiedenen Bereichen effizient zu koordinieren. Mit diesem Ziel hat der Bundesrat am 20. April 2016 die Strategie «Digitale Schweiz» verabschiedet. Sie löst die «Strategie des Bundesrates für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz» aus dem Jahr 1998, überarbeitet 2006 und 2012, ab.

Die Strategie «Digitale Schweiz» gibt die Stossrichtung für die Integration der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) und der Digitalisierung in der Schweiz vor. Damit die Schweiz den Transformationsprozess, der mit der Digitalisierung einhergeht, zum Nutzen ihres Gemeinwesens gestalten kann, gibt die Strategie die Leitlinien für das staatliche Handeln vor und zeigt auf, wo und wie Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik zusammenarbeiten müssen.

Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft

Die Schweiz braucht entsprechende Kompetenzen, um die Wissensgesellschaft zu entwickeln und die Vorteile von ICT vollumfänglich nutzen zu können. Der Vermittlung von ICT-Kompetenzen über das Bildungssystem kommt daher eine zentrale Bedeutung zu, denn die fortschreitende Digitalisierung transformiert den Kontext, in dem Lehren und Lernen stattfindet. Durch die orts- und zeitungebundene Verfügbarkeit von Wissen werden Lernprozesse neu ausgerichtet und die Rollen der Lehrenden und Lernenden verändert.

Aufgabe der Schule ist es, Kinder und Jugendliche auf lebenslanges Lernen, eine immer komplexere Gesellschaft und eine Arbeitswelt in dauerndem Umbruch vorzubereiten. Eine der Herausforderungen besteht darin, der Schweizer Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten, mittels ICT kompetent an politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Prozessen teilzunehmen sowie risikobewusst und eigenverantwortlich mit den Gefahren im Online-Bereich umgehen zu können. Die Rahmenbedingungen zur Steuerung und Organisation müssen darauf ausgerichtet sein, Potenziale auszuschöpfen und einen hohen Sicherheitsschutz zu gewährleisten.

Zuständigkeiten im Bildungswesen

Im föderalistischen System der Schweiz tragen die Kantone die Hauptverantwortung für das Bildungswesen. Die obligatorische Schule ist kantonal und lokal verankert. Im nachobligatorischen Bereich (Berufsfachschule, Gymnasien, tertiäre Stufe) teilen sich Kantone und Bund die Zuständigkeit.

Art. 61a der Bundesverfassung sieht vor, dass Bund und Kantone, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten, für hohe Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraumes Schweiz sorgen, ihre Aktivitäten koordinieren und ihre Zusammenarbeit stärken. Das Thema Digitalisierung in der Bildung hängt zusammen mit dem Verfassungsauftrag, der eine verstärkte Zusammenarbeit sowohl zwischen Bund und Kantonen, wie auch interkantonal, fordert. Der Bund wird durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) vertreten. Die Kantone koordinieren sich über die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), die sich aus den 26 Erziehungsdirektorinnen und -direktoren zusammensetzt.

Zusammenarbeit Bund – Kantone

Im Rahmen der bildungspolitischen Zusammenarbeit stimmen Bund und Kantone deshalb ihre Strategien zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität im Bereich der Integration von ICT im Bildungswesen eng aufeinander ab. Sie gewichten die mit der Digitalisierung einhergehenden Herausforderungen für das Bildungssystem in besonderem Masse, ermitteln den damit verbundenen Handlungsbedarf und tragen gemeinsam im Rahmen ihrer Zuständigkeit zur Qualitätssicherung und Durchlässigkeit des Bildungsraumes Schweiz bei.

Gemeinsame Instrumente
Bund und Kantone gehen die Transformation der Bildungswelt durch die Digitalisierung bereichsübergreifend, interdisziplinär und vernetzt an. Sie unterstützen die Netzwerkbildung der wichtigen Akteure und einen koordinierten Dialog auf nationaler Ebene.

Das neue Bildungszusammenarbeitsgesetz (BiZG) schafft die nötigen Voraussetzungen für eine kohärente gesamtschweizerische Politik zur Gestaltung des Bildungsangebots im digitalen Wandel.

Der Koordinationsausschuss Digitalisierung in der Bildung (KoA Digi), als Plattform für den strategisch angelegten Austausch zwischen Bund, Kantonen und ihren Partnern, koordiniert bereichsübergreifend und interdisziplinär die gemeinsamen Strategiemassnahmen im Bereich der Digitalisierung des Bildungswesens.
Koordinationsausschuss Digitalisierung in der Bildung (KoA Digi)

educa.ch unterstützt in ihrer Rolle als Schweizer Fachagentur für ICT und Bildung die Akteure des Bildungssystems bei Fragen zur Digitalisierung. Sie nimmt wichtige Aufgaben wahr zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität im Bereich von ICT in der obligatorischen Schule und auf Sekundarstufe II.
Fachagentur educa.ch

Die Massnahmen des Bunds und der Kantone zur Nachwuchsförderung im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) haben zum Ziel, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Kompetenzen zu fördern, die das Arbeiten in der digitalen Gesellschaft verlangt.
MINT

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.02.2017

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