Glossar

In diesem Glossar werden Begriffe zu ICT, E-Learning und Heterogenität erklärt, die im educa.Guide vorkommen

ICT

Unter ICT fallen alle denkbaren elektronischen Instrumente, angefangen beim Whiteboard über Beamer, Multimediaanlage, TV-Gerät bis hin zum Computer und dem Internet. In den meisten Fällen sind Teile davon in den Unterricht eingebunden, ohne dass wir uns darüber weitere Gedanken machen, so selbstverständlich ist deren Anwendung im Unterricht teilweise bereits geworden. ICT (Information and Communication Technologies) im Klassenunterricht ist die Einbindung der (elektronischen) Technik einschliesslich ihrer Methodik und Didaktik als integraler Bestandteil des Unterrichts.

E-Learning

In diesem Guide ist mit E-Learning "Blended Learning" (vermischtes Lernen, hybrides Lernen) gemeint. Blended Learning bezeichnet eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellem Lernen im Klassenzimmer und modernen Formen von E-Learning anstrebt. Präsenzphasen und Onlinephasen müssen dabei optimal aufeinander abgestimmt sein. Die synoptische Darstellung von Claudia Wiepcke (2006) vermag das integrative Element von Blended Learning gut zu veranschaulichen.

Heterogenität

Heterogenität als Resultat der individuellen Voraussetzungen der Lernenden in einem Klassenverband meint unterschiedliche individuelle Leistungsniveaus, Interessen, Motivationslagen, aber auch Lernkompetenzen wie etwa Selbstständigkeit, Selbststeuerung, Arbeitshaltung und Arbeitseinstellung.

Heterogenität als Ergebnis gezielter Unterrichtsgestaltung wird im Unterricht bewusst geschaffen und gestaltet und für das Lernen in der Klassengemeinschaft nutzbar gemacht. Dies aus ganz unterschiedlichen Motiven: So können Lernende zum Beispiel nach unterschiedlichen Unterrichtszielen oder -interessen oder nach methodischen Kriterien eingeteilt zwar am gleichen Gegenstand aber mit Hilfe unterschiedlicher Medien und Sozialformen arbeiten.

Heterogenität ist damit zugleich Herausforderung und Potential für die Unterrichtsgestaltung. Dabei kann z.B. die Vielfalt an Erfahrung und Wissen im gemeinsamen Lernen unter dem Aspekt sozialer Interaktion genutzt werden. Oder es werden heterogene Situationen geschaffen, welche den Gleichschritt verhindern und somit mehr Selbständigkeit und Selbsttätigkeit auf Seiten der Lernenden einfordern.

Äussere Differenzierung

Die "Äussere Differenzierung" betrifft alle organisatorischen Massnahmen, die klassenübergreifend erfolgen, zum Beispiel sind damit Klassen- und Stufeneinteilungen gemeint.

Innere Differenzierung

Die "Innere Differenzierung" bezieht sich auf organisatorische Massnahmen innerhalb einer Klasse bzw. Lerngemeinschaft. Dabei kann die innere Differenzierung sowohl kurzfristige ad hoc Massnahmen umfassen als auch Gruppeneinteilungen für längere Zeitabschnitte. Die innere Differenzierung ist somit eine organisatorische Massnahme der Unterrichtsgestaltung: Lernende werden nach ausgewählten Kriterien, zum Beispiel nach Zielen (intentional), Themen (thematisch), Motivation (motivational), nach sozialen Kriterien (sozial), entsprechend dem Einsatz gewisser Medien (medial), nach Leistungskriterien, Interessen, Schwierigkeitsgraden, nach dem Grad individueller Handlungskompetenz (z.B. dem Grad der Selbständigkeit), nach Merkmalen des individuellen Verhaltens in zeitlich befristete oder unbefristete Gruppen eingeteilt.

Individualisierung

Mit Individualisierung sind methodisch-didaktische Arrangements gemeint, die das ressourcenorientiert-individuelle Lernen möglichst breit unterstützen und fördern.

Autonome Lernhandlung und Selbststeuerung

Der Förderung der autonomen Lernhandlung und Selbststeuerung kommt besondere Bedeutung zu. Sie zeichnet sich durch die folgenden Merkmale aus:

1. Lernschritte

Handlungsorientiertes Lernen ist exploratives aber trotzdem systematisches Vorgehen. Die Lernsteuerung wird hier zur Lernbegleitung. Die Lernenden werden befähigt, selbständig Lernschritte zu unternehmen, autonom tätig zu werden, d.h. ohne fremdbestimmte, vorstrukturierte Fragen und Antworten ihr Vorgehen zu planen, das Geplante zu reflektieren, zu korrigieren, usw.

2. Rückbezüglichkeit

Die durch Eigenaktivität geschaffene Lernerfahrung hat den Charakter der Rückbezüglichkeit. Das Lernhandeln hinterlässt Wirkungen emotionaler, kognitiver, metakognitiver, sozialer Art und bestimmt das weitere Handeln. Die erworbenen Erfahrungen erweitern die Kompetenzen.

3. Gegenstands- bzw. Sacherfahrung

Gegenstands- bzw. Sacherfahrung bezieht sich nicht nur auf den Lerngegenstand. Lernende machen nicht nur einmalige bereichsspezifische Lernerfahrungen. Vielmehr beziehen sich ihre Erfahrungen auch auf das Lernen selber. Sie haben sich nicht bloss Sachkompetenz neu erworben, im lernenden Umgang mit der Sache sind sie u.U. auch lernkompetenter geworden, zwar nicht unbedingt im formalen, allgemeinen Sinn, aber doch innerhalb des bearbeiteten Gegenstandsfeldes.

4. Metakognitive Lernerfahrung

Metakognitive Lernerfahrung meint den Kompetenzzuwachs an deklarativem Wissen. Das heisst, die Lerndenden haben gelernt, wie man in einem bestimmten Bereich Fragen stellen kann, wie man Dinge ordnen kann, was man aufschreiben sollte, wie man etwas darstellen kann: im lernenden Umgang haben sie sich Lernwissen angeeignet, damit experimentiert, es erprobt und es verfeinert.

5. Lernkompetenz im prozeduralen Bereich

Das fünfte Merkmal schliesslich betrifft die durch Eigenaktivität erworbene Lernkompetenz im prozeduralen Bereich: Damit sind alle bereichsspezifischen Strategien gemeint: Techniken, Handhabungen usw., z.B. neue Erfahrungen darin, wie man eine Sache angeht, Beobachtungen macht, Werkzeuge nutzt etc. Das sollten positive Erfahrungen sein, damit sich ein konstruktiver Zugang zum Gegenstand eröffnen kann. Das allerdings setzt ergänzend zur Lernerautonomie entsprechende Lernbegleitung voraus. Die innere Haltung der Lehrperson muss dabei ganz auf dieses Verständnis der Individualisierung ausgerichtet sein.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.12.2017

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