Entdeckendes Lernen
Zahlreiche weitere Begriffe werden als Synonyme für entdeckendes Lernen verwendet. So zum Beispiel forschendes, exploratives oder autonomes Lernen. Entdeckendes Lernen hat seine Wurzeln im antiken Griechenland, wobei Bruner (1961, 1981) den eigentlichen Begriff "Entdeckendes Lernen" prägte und mit seinem Konzept in den 60er-Jahren grossen Einfluss in der pädagogisch-psychologischen Diskussion hatte.
Eigenschaften des Entdeckenden Lernens
Lernen kann dann als "entdeckend" betitelt werden, wenn es folgende Eigenschaften hat (nach Reinmann-Rothmeier & Mandl 2001b):
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Lernende setzen sich aktiv mit Problemen auseinander
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Lernende sammeln selbständig Erfahrungen
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Lernende führen bei passenden Gelegenheiten Experimente durch
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und erlangen dadurch neue Einsichten in komplexe Sachverhalte und Prinzipien
Entdeckendes Lernen = pädagogische Grundhaltung
Bei Durchsicht der Eigenschaftsliste wird klar, dass entdeckendes Lernen dem konstruktivistischen Paradigma zugerechnet werden muss. Reinmann-Rothmeier und Mandl (2001b) führen Bruners Konzept denn auch unter den historischen Vorbildern neuer konstruktivistischer Ansätze auf. Entdeckendes Lernen kann daher im Grunde weniger als didaktisches Modell, sondern vielmehr als pädagogische Grundhaltung aufgefasst werden.
Hilfsfunktionen für Lernangebote
Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Neugier des Lernenden. Da diese grundsätzlich nicht bei allen Menschen gleichartig ausgerichtet ist, stellt sich die Frage, wie Lernarrangements gestaltet sein müssen, um entdeckendes Lernen zu fördern. Zum einen wird es aktiviert "...durch neue, überraschende, inkongruente oder komplexe Informationen beziehungsweise Situationen." (Kerres 2001, S.221). Bei computergestütztem Lernen können die Lernangebote aber auch mit verschiedenen Hilfsfunktionen ergänzt werden:
Orientierungshilfen für die Navigation
Orientierung ist essenziell, sonst gehen Lernende - insbesondere jene mit wenig domänenspezifischem Vorwissen - in den Lerninhalten verloren. Navigationshilfen sind zum Beispiel hierarchische Menüs oder interaktive Maps, welche die aktuelle Position anzeigen.
Weitere Orientierungshilfen im Internet:
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History-Funktion
Eine Liste der bereits bearbeiteten Inhalte kann sichtbar gemacht werden.
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Suchfunktion
Nach Inhalten kann per Stichwort gesucht werden, idealerweise als Volltextsuche.
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Lesezeichen/Bookmarks
Verschiedene Positionen im Lernpfad können markiert werden.
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Log-File und Wiederaufnahme
Der individuelle Lernpfad beziehungsweise Stand der Bearbeitung wird gespeichert und kann bei Wiedereinstieg in den Kurs anschliessen.
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Lernkompetenzen
Die Unterstützung von Orientierung und Navigation ist nur ein Aspekt. Exploratives Lernen verlangt von den Lernenden auch die Einsicht, dass "seriöses" Lernen auch ohne Steuerung durch Lehrpersonen möglich ist. Ausserdem sind auch Kompetenzen zur Planung, Durchführung und Selbstkontrolle des Lernprozesses verlangt. Deshalb muss bei Bedarf ein Coaching-Angebot zur Verfügung stehen. Bei hybriden Lernarrangements, die Präsenz- und Online-Lernen mischen, ist dies gewährleistet.


