Elena Mock
von Elena Mock
Heute scheint es klar zu sein, dass der Platz der Frauen im Zusammenleben der Menschheit in keiner Hinsicht das direkte Produkt ihres Wirkens ist, sondern vielmehr der Bedeutung entspricht, die ihre Tätigkeit durch die konkrete soziale Wechselwirkung erhält. Deshalb muss man verstehen lernen, durch welche Handlungen sich die Bedeutung auszeichnet, die das Verhältnis Frauen – ICT erhält. Wir könnten uns fragen: „Welche Bedeutung haben die ICT innerhalb der Gesellschaft? Wie haben sich die ICT entwickelt? Welche Beziehung haben die Frauen zu den ICT? Wie gesagt, können ICT die sozialen Ungleichgewichte in neue Richtungen lenken und beeinflussen, vor allem im Zusammenhang mit der Art und Weise, wie sie konzipiert, geschaffen, genutzt und eingesetzt werden.
Die digitale Spaltung
Die digitale Spaltung besteht aus zahlreichen Gründen weiter: Armut, fehlende Mittel, Analphabetismus, Fehlen einer angemessenen Ausbildung im Umgang mit den neuen Technologien. Die digitale Spaltung wird notgedrungen weiterbestehen und sich sogar noch vergrössern, wenn diese Aspekte nicht als primäre Anforderungen betrachtet werden, die zu erfüllen sind.Ausserdem scheint es naheliegend, dass die digitale Spaltung starkgeschlechtsspezifisch ist. So wie der Unterlegenheitsstatus der Frauen sehr von den Geschlechterunterschieden in Verbindung mit der Verwaltung der Produktionsmittel und einer beschränkten Kontrolle über die politischen Entscheidungen abhängt, könnte die Gefahr des schlechteren Zugangs der Frauen zu den Technologien ihren Zugang zur Arbeitswelt, zur Bildung und zu den Entscheidungsprozessen zusätzlich einschränken. Diese Sorgen werden durch die Tatsache bestätigt, dass in Fachbereichen, in denen die neuen Technologien einen wichtige Rolle spielen, die Zahl der Studentinnen auch heute noch deutlich unter derjenigen der Studenten liegt.
Grenzen der Herkunftskultur
Die Entwicklung im ICT-Bereich findet auch heute noch in einem kleinen technisch-wissenschaftlichen Kreis statt. Dieser zeichnet sich durch eine Mentalität aus, die aus einem psychologischen und soziologischen Blickwinkel heraus als „jugendlich, männlich, weiss, westlich“ beschrieben werden kann (wie dies von Forschern aus der Dritten Welt und auf diesem Gebiet tätigem Frauengruppen bemerkt wurde). Aber die Fein- und Massenverteilung der ICT und ihr Vordringen in verschiedenste Bereiche zeigen auch die Grenzen dieser Herkunftskultur auf.
Radikale Verschmelzung
Der Zeitpunkt einer radikalen Verschmelzung scheint gekommen zu sein, in der auch Raum für die Subjektivität und damit für die weibliche Subjektivität besteht und sich die Innovation innerhalb der Innovation ausbreiten kann.
In Europa gibt es in der Tat zahlreiche Netzwerke und Gruppierungen, die sich mit der Thematik der Geschlechter und ICT befassen. Gruppierungen, die in der Lage sind, die Geschlechter- und Technologiethematik in einem grösseren symbolischen und kulturellen Zusammenhang zu sehen (insbesondere bei der Ausarbeitung von Ausbildungsmodellen)- und die auch fähig sind, die von der Europäischen Union bereitgestellten Ressourcen zu nutzen, um die Mitwirkung der Frauen im ICT-Bereich zu fördern. Gewisse Frauen stellen sich die Frage, ob es möglich ist, sich die Computer-Software und ICT ausgehend von Geschlechterorientierungen anders vorzustellen.
Eine Untersuchung an einigen Tessiner Berufsschulen
Eine Untersuchung an einigen Tessiner Berufsschulen über den Umgang mit dem Bild hat bestätigt, wie wichtig gewisse Gemeinplätze und Geschlechtermodelle bei der Interpretation von Bildern sind, die von den Massenmedien täglich gezeigt werden, und wie sich diese Interpretation auf die Schaffung der Geschlechtsidentität auswirken kann.
Trotzdem sind die jungen Frauen immer weniger bereit, die traditionellen Erwartungen an die weiblichen Rollen kritiklos zu akzeptieren Sie möchten bei ihrer Ausbildungs- und Berufswahl frei sein. Es ist daher zu erwarten, dass die bessere Integration der Frauen in naturwissenschaftsnahe Bildungsbereiche und in technisch-wissenschaftliche Unternehmen zu einer Neudefinition der Verhaltens- und Handlungsweisen führt, die eine Sicht der technisch-wissenschaftlichen Fachbereiche in einem Werte- und Integrationsumfeld einschliessen, das die Anforderungen der jungen Frauen besser vertritt. So wird es möglich sein, die Grundlagen für eine zunehmende Reduktion der Gemeinplätze zu legen, welche die Frauen nach wie vor diskriminieren.
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Genere e ICT una sfida in salita (pdf) (PDF, 271.36 KB)


