Lehrpläne

Um Kinder und Jugendliche auf ein Leben in der digitalen Gesellschaft vorzubereiten, sind Medienbildung und Kenntnisse im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) von fundamentaler Bedeutung.

Obligatorische Schule

Daher wurden diese offiziell in die regionalen Lehrpläne aufgenommen, die aus der interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) am 14. Juni 2007 hervorgingen. Ziel der Medienbildung ist es, die Lernenden auf das Leben in einer digitalen Gesellschaft vorzubereiten. Zu diesem Zweck müssen sie nicht nur das technische Basiswissen lernen, sondern auch den verantwortungsvollen Umgang mit modernen Medien. Dieses Hintergrundwissen wird ihnen helfen, neue Medien dann zu nutzen, wenn sie gegenüber anderen Werkzeugen einen Mehrwert ergeben. Sie lernen damit auch zu verstehen, wie sich Medien gegenseitig ergänzen und sie dann effizient, kreativ und sicher anzuwenden. Themen wie Urheberrechte, die Grenze zwischen Privatsphäre und öffentlichem Leben, Entwicklung eines kritischen Geistes etc. sind ebenfalls feste Bestandteile der Medienbildung.

In der Deutschschweiz und im Tessin beinhalten die Lehrpläne zudem den Aspekt der Informatikbildung: Schülerinnen und Schüler verstehen Grundkonzepte der automatisierten Informationsverarbeitung, nutzen sie zur Entwicklung von Lösungsstrategien in allen Lebensbereichen und zum Verständnis der Informationsgesellschaft. Dabei werden sie mit grundlegenden Programmiervorgängen und Algorithmen vertraut gemacht, um sich in der digitalen Gesellschaft gut entfalten zu können.

Die Kompetenzen im Bereich Medien und ICT werden in den Lehrplänen und in allen Sprachregionen transversal mit allen Schulfächern verknüpft. Die Modalitäten der Umsetzung hängen von den einzelnen kantonalen Verordnungen und der vorhandenen ICT-Ausstattung ab.

Deutschschweiz
Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) hat den Lehrplan 21 (LP21) im Oktober 2014 angenommen. Der LP21 setzt sich zusammen aus Fachbereichen und Modulen mit fächerübergreifenden Aufgaben wozu auch der Kompetenzbereich «Medien und Informatik» gehört. Die 21 betroffenen Kantonen haben sich für eine schrittweise Einführung von Lehrplänen auf Basis des LP21 entschieden. Basel-Landschaft und Basel-Stadt sind die ersten, die mit Schuljahresbeginn 2015/2016 angefangen haben, den LP21 einzuführen. Die anderen Kantone planen eine schrittweise Einführung ab 2017/2018 und 2018/2019.
Lehrplan 21: Medien und Informatik

Westschweiz
Der Lehrplan «Plan d’études romand (PER)» wird von der Konferenz der interkantonalen Erziehungsdirektoren der Westschweiz und Tessin (CIIP) erlassen. Er wurde nach und nach zum Schuljahresbeginn 2011/2012 bis 2014/2015 eingeführt und wird laufend weiterentwickelt. Zusätzlich zu den traditionellen Schulfächern setzt der PER auf fächerübergreifende Kompetenzen und allgemeinbildende Ausbildungsgänge, wozu «Medien, Bild und ICT (MITIC)» gehören. Die Modalitäten der Umsetzung von MITIC in den Lehrplan hängen vom jeweiligen Kanton ab.
Plan d'études romand: MITIC

Tessin
Der Tessiner Lehrplan (Piano di studio) steht seit September 2015 zur Verfügung. Der Kanton plant eine schrittweise Einführung über drei Jahre ab dem Schuljahr 2015/2016. Wie der PER ruht der Tessiner Lehrplan auf drei Säulen: Schulfächer, fächerübergreifende Kompetenzen und allgemeinbildende Ausbildungsgänge, wozu «Technologien und Medien» gehören.
Piano di studio: Tecnologie e media

Sekundarstufe II

Die Sekundarstufe II umfasst Bildungsgänge an allgemeinbildenden Schulen (Fachmittelschulen und gymnasiale Maturitätsschulen) und Bildungsgänge der beruflichen Grundbildung (eidgenössische Fähigkeitszeugnisse (EFZ), eidgenössische Berufsatteste (EBA), und Berufsmatura).

  • Im Bereich der Allgemeinbildung teilen sich Bund und Kantone die Verantwortung, aber strategische Steuerung, Regelung und Vollzug obliegt den Kantonen. Die Rahmenlehrpläne liegen in der Verantwortung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

  • Im Bereich der Berufsbildung ist der Bund zuständig für die strategische Steuerung und Regelung; ebenso trägt er die Verantwortung für Rahmenlehrpläne. Der Vollzug hingegen obliegt den Kantonen.

Informatik und Kenntnis der Medien sowie der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) sind in den Lehrplänen der Sekundarstufe II gut etabliert. Derzeit hat die EDK eine Anhörung darüber lanciert, ob der Informatikunterricht an Gymnasien obligatorisch werden soll. Sie wird auf Basis der Ergebnisse der Anhörung voraussichtlich im Oktober 2017 über den Erlass des Rahmenlehrplans Informatik befinden.

Je nach Ausbildungsgang kann es sich um ein eigenständiges Fach, Ergänzungsfächer oder um Instrumente zur fächerübergreifenden Integration in den Unterricht handeln. Kantone und Schulen erlassen daraufhin, basierend auf dem entsprechenden Rahmenlehrplan, ihren eigenen Lehrplan.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.11.2017

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