Digitalisierung und Bildung

Die Schweiz braucht entsprechende Kompetenzen, um die Wissensgesellschaft zu entwickeln und die Vorteile von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) vollumfänglich nutzen zu können. Der Vermittlung von ICT-Kompetenzen über das Bildungssystem kommt daher eine zentrale Bedeutung zu, denn die fortschreitende Digitalisierung transformiert den Kontext, in dem Lehren und Lernen stattfindet. Durch die orts- und zeitungebundene Verfügbarkeit von Wissen werden Lernprozesse neu ausgerichtet und die Rollen der Lehrenden und Lernenden verändert.

Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft

Aufgabe der Schule ist es, Kinder und Jugendliche auf lebenslanges Lernen, eine immer komplexere Gesellschaft und eine Arbeitswelt in dauerndem Umbruch vorzubereiten. Eine der Herausforderungen besteht darin, der Schweizer Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten, mittels ICT kompetent an politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Prozessen teilzunehmen sowie risikobewusst und eigenverantwortlich mit den Gefahren im Online-Bereich umgehen zu können. Die Rahmenbedingungen zur Steuerung und Organisation müssen darauf ausgerichtet sein, Potenziale auszuschöpfen und einen hohen Sicherheitsschutz zu gewährleisten.

Die Strategie «Digitale Schweiz» von 2016 gibt die Stossrichtung für die Integration der ICT und der Digitalisierung vor. Damit die Schweiz den Transformationsprozess, der mit der Digitalisierung einhergeht, zum Nutzen ihres Gemeinwesens gestalten kann, gibt die Strategie die Leitlinien für das staatliche Handeln vor.

Zuständigkeiten im Bildungswesen

Im föderalistischen System der Schweiz tragen die Kantone die Hauptverantwortung für das Bildungswesen. Die obligatorische Schule ist kantonal und lokal verankert. Im nachobligatorischen Bereich (Berufsfachschule, Gymnasien, tertiäre Stufe) teilen sich Kantone und Bund die Zuständigkeit.

Das Thema Digitalisierung in der Bildung hängt zusammen mit dem Verfassungsauftrag (Art. 61a BV), der eine verstärkte Zusammenarbeit sowohl zwischen Bund und Kantonen, wie auch interkantonal, fordert. Der Bund wird durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) vertreten. Die Kantone koordinieren sich über die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), die sich aus den 26 Erziehungsdirektorinnen und -direktoren zusammensetzt.

Zusammenarbeit Bund – Kantone

Im Rahmen der bildungspolitischen Zusammenarbeit stimmen Bund und Kantone deshalb ihre Strategien zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität im Bereich der Integration von ICT im Bildungswesen eng aufeinander ab. Sie gewichten die mit der Digitalisierung einhergehenden Herausforderungen für das Bildungssystem in besonderem Masse, ermitteln den damit verbundenen Handlungsbedarf und tragen gemeinsam im Rahmen ihrer Zuständigkeit zur Qualitätssicherung und Durchlässigkeit des Bildungsraumes Schweiz bei.

Um sicherzustellen, dass sich das schweizerische Bildungssystem an die digitale Entwicklung anpasst, hat der Bundesrat das SBFI beauftragt, die Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz vertieft zu untersuchen. Auf der Basis des Berichts «Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz» vom Juli 2017 konnte, in Zusammenarbeit mit den Kantonen, ein Aktionsplan und Massnahmen im Bildungsbereich für die Periode 2019-2020 definiert werden.

  • Aktionsfeld 1: Verbesserung der digitalen Kompetenzen in der Schule

  • Aktionsfeld 2: Nutzung der ICT beim Lehren und Lernen

  • Aktionsfeld 3: Rasche Anpassung des Bildungssystems an die Anforderungen des Marktes

  • Aktionsfeld 4: Koordination und Kommunikation in der Bildungszusammenarbeit

Gemeinsame Instrumente
Bund und Kantone gehen die Transformation der Bildungswelt durch die Digitalisierung bereichsübergreifend, interdisziplinär und vernetzt an. Sie unterstützen die Netzwerkbildung der wichtigen Akteure und einen koordinierten Dialog auf nationaler Ebene. Zu diesem Zweck bedienen sie sich folgender gemeinsamer Instrumente:

  • Das Bildungszusammenarbeitsgesetz (BiZG) schafft die nötigen Voraussetzungen für eine kohärente gesamtschweizerische Politik zur Gestaltung des Bildungsangebots im digitalen Wandel.
    Bildungszusammenarbeitsgesetz (BiZG) (pdf)

  • Der Koordinationsausschuss Digitalisierung in der Bildung (KoA Digi), als Plattform für den strategisch angelegten Austausch zwischen Bund, Kantonen und ihren Partnern, koordiniert bereichsübergreifend und interdisziplinär die gemeinsamen Strategiemassnahmen im Bereich der Digitalisierung des Bildungswesens.
    Koordinationsausschuss Digitalisierung in der Bildung (KoA Digi)

  • Das Monitoring des digitalen Bildungsraums zielt darauf ab, mithilfe von Daten aus Forschung und Statistik, die Voraussetzungen zu schaffen für eine Weiterentwicklung des Bildungssystems im Hinblick auf die Digitalisierung.
    Monitoring des digitalen Bildungsraums

  • educa.ch unterstützt in ihrer Rolle als Fachagentur für ICT und Bildung die Akteure des Bildungssystems bei Aufgaben im Bereich der digitalen Transformation. Sie nimmt wichtige Rolle wahr zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität im Bereich von ICT in der obligatorischen Schule und auf Sekundarstufe II.
    educa.ch – Fachagentur für ICT und Bildung

  • Die Massnahmen zur Nachwuchsförderung im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) haben zum Ziel, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Kompetenzen zu fördern, an die digitale Gesellschaft gestellt werden.
    educamint.ch

Verankerung von ICT im Bildungssystem

Die EDK hat am 8. Juni 2000 eine Erklärung verabschiedet zu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT), um den Anforderungen an ihre Integration im Bildungswesen sowie der Entwicklung von Medienkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern zu entsprechen. Bei der Festlegung der Prioritäten der interkantonalen Koordination wurde sie von der nationalen Initiative «Public Private Partnership – Schule im Netz (PPP-SiN)» unterstützt. Dieses Programm mit einer Laufzeit von fünf Jahren (August 2002 bis Juli 2007) entstand aus der Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und der Privatwirtschaft. Ziel war es, günstige Konditionen für die Beschaffung von Hard- und Software sowie Internetzugang und damit die Aufrüstung der Infrastruktur der Schweizer Schulen (obligatorische Schulen, Fachmittel- und gymnasiale Maturitätsschulen) zu gewährleisten. Im Weiteren galt es, die Weiterbildung von Lehrpersonen aufzubauen.

Im März 2007 haben die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren ihre ICT-Strategie bestätigt und aktualisiert. Eine erneute Überprüfung der Strategie und ihre Handlungsfelder sind in Planung, um sie an die Herausforderungen der Digitalisierung in der Bildung anzupassen.

Ziele der EDK-Strategie

  • ICT als Hilfsmittel für Lehren und Lernen in die einzelnen Fächer einbeziehen

  • ICT in eine umfassende Medienpädagogik einbetten

  • allen Schülerinnen und Schülern der Volksschulstufe Grundfertigkeiten im Umgang mit ICT vermitteln

  • Chancengleichheit bezüglich ICT und Medien fördern

  • für die Sekundarstufe II zusätzlich: Wissen um Zusammenhänge und elementares fachliches Kernwissen Informatik vermitteln

Handlungsfelder der EDK-Strategie

In der Zuständigkeit der Kantone

  • ICT in die kantonalen und regionalen Lehrpläne einbeziehen
    Lehrpläne

  • Produktion von digitalen Lehrmitteln fördern, deren Qualität unter Bezug auf die kantonalen und sprachregionalen Lehrpläne sicherstellen und den Zugang erleichtern
    Lehrmittel

  • Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen fördern
    Aus- und Weiterbildung

  • Koordination zwischen den verschiedenen Schulstufen sicherstellen
    Kantonale ICT-Fachstellen

In der Zuständigkeit von educa.ch

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.2017

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