Digitale Spaltung

Der typische Internetnutzer ist jung, männlich, und verfügt über einen höheren Bildungsabschluss. Nicht nur zwischen den sozialen Schichten, entlang der Altersgrenzen oder auf Grund der unterschiedlichen Schulbildung tut sich die sogenannte „digitale Spaltung“ auf, sondern auch zwischen Frauen und Männern.

Internetnutzung nach Geschlecht

In der Schweiz ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern in der Nutzung der Informationstechnologien noch höher als in anderen europäischen Ländern. In Zahlen ausgedrückt nutzen rund 83% der Männer, die am Wohnort über einen Internetzugang verfügen, das Internet von zu Hause aus, während der Anteil bei Frauen nur 67% beträgt. Dabei muss allerdings festgehalten werden, dass bei Internet-Nutzerinnen und –nutzern bis 25 Jahre kaum ein Unterschied feststellbar ist.

Frequenz der Internetnutzung

Die weiblichen und männlichen Internauten unterscheiden sich auch in der Häufigkeit, in der sie das Internet nutzen. Rund 51% aller Männer surfen täglich (gegenüber 35% der Frauen), und sie surfen länger. 42% aller Männer verbringen pro Woche 6 und mehr Stunden vor dem Computer, hingegen nur 23% der Frauen. Umgekehrt sind beinahe ein Drittel aller Frauen weniger als eine halbe Stunde online, bei den Männern hingegen nur 15%. Dabei gilt es festzuhalten, dass ein Grossteil der Frauen das Internet während der Arbeit nie nutzt (48%), wo nur 28% der männlichen Internauten das Internet während der Arbeit nicht nutzt.

Geschlechtsspezifische Segregation der Arbeit

Die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes, also die Tatsache, dass Frauen und Männer unterschiedliche Berufsfelder besetzen, kann diese Unterschiede weitgehend erklären. In der Tat sind Hausarbeit und Kindererziehung nach wie vor Arbeiten, die hauptsächlich von Frauen erledigt werden. Weil viele Frauen neben diesen Aufgaben einer Erwerbstätigkeit nachgehen, bleibt ihnen weniger Zeit für anderes, wie die Suche nach Informationen im Netz.

Motive zur Internetnutzung

Es zeigt sich zudem ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Einkommens und der Nutzung von ICT, und zwar in der Schweiz wie in Europa. Je mehr jemand verdient, desto häufiger nutzt die Person die Informationstechnologien. Oftmals sind Berufe mit tieferen Einkommen solche, die von Frauen ausgeübt werden, und durchschnittlich verfügen sie nach wie vor über ein kleineres Einkommen als die Männer.

Männer und Frauen haben auch unterschiedliche Motive, ICT zu nutzen. Zeigt sich in der Nutzung von Mailservices kaum ein Unterschied, so nutzen Männer das Internet um einiges häufiger als Frauen, um an spezifische Informationen zu gelangen, oder um Finanz-Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Kommunikation versus Information

Verschiedene Studien zeigen, dass die Informationstechnologien und insbesondere das Internet für Frauen ein Kommunikationsmittel sind. So nutzen Frauen sehr häufig interaktive Werkzeuge wie Mailing-Programme, Chat-Foren oder Diskussions-Gruppen und unterhalten so soziale Kontakte zu anderen Internautinnen und Internauten. Männer interessieren sich eher dafür, wie Internetdienste oder andere Informationstechnologien funktionieren. Wenn sie Blogs, Foren etc. nutzen, dann in erster Linie, um sich politisch zu äussern, oder um mit Gleichgesinnten bestimmte Informationen auszutauschen.

Geringe geschlechterspezifische Spaltung bei der Jugend

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen bezüglich Nutzung der ICT ist bei jüngeren Generationen deutlich geringer. Diese Tatsache vermag optimistisch zu stimmen, denn es besteht die Möglichkeit, dass die digitale Spaltung zwischen Mann und Frau sich von alleine behebt. Dennoch kann es nicht schaden, die hier hervorgehobenen Aspekte (Zugang, Häufigkeit und Motive) im Hinterkopf zu behalten und sie beim Unterricht mit ICT zu berücksichtigen.

Weblink

UNTERRICHT

Schulorganisation

Bildungsszene

Logo BBT

Logo EDK

educa.ch