Brutale Videoclips

Der 16-jährige Markus hat seinen Laptop mit in die Schule gebracht, auf dem er viele kleine Videoclips gesammelt hat, in denen Menschen auf möglichst spektakuläre Weise zu Schaden kommen. In einer Pause bemerkt ihn eine Lehrerin wie er einer Gruppe von Gleichaltrigen und einigen Jüngeren gerade extreme Motorrad- und Autounfälle vorführt. Ein besonders spektakulärer Clip zeigt detailliert, wie ein Rennauto in eine Menschenmenge rast. Einige johlen, andere wenden sich erschrocken ab. Als die Lehrperson ihn auffordert die Vorführung sofort zu beenden, weigert sich Markus, da wahrscheinlich doch alles gespielt sei. Im Fernsehen werde täglich viel schlimmeres gezeigt, z.B. die Anschläge auf das World Trade Center. Seine Eltern würden ihm so etwas auch nicht verbieten.

  • Ist es verboten solche Inhalte zu betrachten?

  • Warum faszinieren derartige Bilder?

  • Soll die Lehrperson den Computer sofort konfiszieren?

  • Darf die Lehrperson alle Videoclips löschen?

  • Warum wirken solche Bilder auf unterschiedliche Menschen unterschiedlich?

  • Welche Konsequenzen hat das Betrachten solcher Clips im Kleinen und im Grossen?

  • Welche häuslichen Medienkulturen gibt es und wie können die Eltern sensibilisiert werden?

  • Wie können Gleichaltrige auf das Auftauchen solchere Clips reagieren?

  • Es ist immer weniger klar, welche Medieninhalte real und welche inszeniert sind. Viele Genres ziehen ihren Reiz gerade daraus, dass sie die Grenzen zum Verschwimmen bringen. Der Quelle der Gewaltdarstellungen sollte deshalb in jedem Einzelfall nachgegangen werden, insbesondere wenn keine Prüfung durch eine Institution stattgefunden hat (z.B. USK, FSK).

  • Menschen reagieren je nach Vorerfahrungen unterschiedlich sensibel auf Gewaltdarstellungen. Was für die einen spassig und unterhaltsam ist, ist für andere ab- und erschreckend. Für wieder bietet das Gezeigte ein nachahmungswürdiges Modell. Jugendliche sollten sich ihrer eigenen Reaktion bewusst werden und eine Sensibilität für die möglichen Wirkungen auf andere erwerben. Im Rahmen des Erlaubten sollte hier Rücksicht genommen werden.

  • Manche Inhalte, die für 16-Jährige geeignet sind, sind für jüngere Kinder und Jugendliche gefährdend. Solche Inhalte dürfen Jüngeren nicht zugänglich gemacht werden und deshalb öffentlich vorgeführt nicht werden. Solche Inhalte gehören deshalb nicht auf den Pausenplatz und die Lehrperson muss hier ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen, selbst wenn Markus die Inhalte betrachten dürfte.

  • Indem Gewaltdarstellungen konsumiert werden, werden mittelbar die Personen unterstützt, die solche Darstellungen herstellen und verbreiten. Jugendliche sollten hier ein Unrechtsbewusstsein entwickeln und von sich aus bestimmte Angebote meiden.

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