Berufsfachschule BBB (BerufsBildungBaden)
Die Berufsschule Baden, die heute rund 120 Lehrpersonen und 2500 Berufslernende beherbergt, wurde 2006 neu gebaut resp. renoviert und gleichzeitig mit einer IT-Infrastruktur auf höchster Ebene ausgestattet. Unter Führung des verantwortlichen Schulleiters für Informatik, Hanspeter Vogt, wurde eine IT- und E-Learning-Strategie erarbeitet. Die Strategie ging von der Schulleitung aus und wurde dann in Gesprächen weiter entwickelt. Dabei ging es nicht nur um Hard- oder Software, sondern um eine Grundsatzentscheidung für ein didaktisch-pädagogisches Konzept. Aufgrund dieses Konzepts entschied sich die Schulleitung für eine Lernplattform, Moodle, und Windows für die gesamte Schule. Weiterhin folgten die Entscheidung, dass alle Lehrpersonen sechs Module des ECDL absolvieren mussten, und dass der Unterricht aller Abteilungen längerfristig als Unterrichtsobjekte auf Moodle abgelegt werden mussten. Auf dieser Basis wurde dann über weitere technische Einrichtungen, wie beispielsweise IWB entschieden.
Entscheidungsfindung
2004 wurden in der IT School in Dättwil ein Pilotversuch mit Smart Boards durchgeführt. Die Lehrpersonen gewöhnten sich gut an das Board, weil es mit Buntstiften und Schwamm eher an die Arbeitsweise auf einer Schiefertafel erinnerte. Die meisten Lehrpersonen hatten dadurch allerdings bereits Kontakt gehabt mit IWB und Erfahrungen gesammelt.
Die IT-Firma, die der Berufsschule Baden einen grossen Teil der IT-Geräte geliefert hatte, stellte schliesslich den Kontakt her zu den Produzenten der jetzigen IWB, GTCO CalComp.
Obwohl das Board weniger an die alten Schiefertafeln erinnert, gingen die Hersteller auf die Bedürfnisse des Kunden ein und bauten ihre InterWrite SchoolBoards nach dessen Wünschen um (grössere Projektionsfläche).
Ausrüstung
Derzeit sind alle 72 Klassenzimmer der Schule mit InterWrite SchoolBoards von CalComp ausgerüstet. Dazu kommen ein Lehrertisch, eine Dockingstation und ein Beamer. Daneben gibt es in jedem Zimmer auch noch ein nicht-aktives Whiteboard. Jede Lehrperson hat - mit Unterstützung der Schule - ihr eigenes Notebook.
Auf Wunsch der Lehrpersonen wurde kein WLAN in den Klassenzimmern installiert. 6 bis 8 “Kabelinseln“ pro Schulzimmer sorgen für ausreichend Stromquellen und verbinden die Arbeitsplätze mit dem Netzwerk.
Ausbildung der Lehrpersonen
Anders als in anderen Schulen waren die Lehrpersonen alle an den Umgang mit ICT gewöhnt. Sie hatten im Jahr 2004 alle einen ECDL-Lehrgang mit sechs Modulen (alle ausser Access) absolviert. Zusätzlich kannten einige IWB bereits aus der Dättwiler IT School. Die dann speziell auf IWB abgestimmte Schulung wurde von der Informatikabteilung der Schule selber als E-Learning-Kurs erstellt. Eine Woche vor Beginn eines jeden Schuljahres treffen sich alle Lehrpersonen und die Schulleitung zur Arbeit an gemeinsamen Projekten; immer im Herbst finden die sogenannten SETJet-Tage zur Schulentwicklung statt. Im Jahr 2006 wurden in der letzten Sommerferienwoche unter anderem Technologien wie Beamer, IWB, Multifunktionsprinter etc. eingeführt. Die SETJet-Tage im Herbst 2006 standen im Zeichen der Repetition der Bedienung dieser Geräte und des Ausblicks auf die Arbeit mit dem Learning Management System Moodle.
Unterrichtsobjekte
Hanspeter Vogt, IT-Leiter der BBB, schrieb die Abschlussarbeit seines Masterstudiums über "Unterrichtsobjekte", die, damals noch in der Planungsphase, heute den Unterrichtskern an der BBB bilden. Diese Unterrichtsobjekte werden von den Lehrpersonen selber entwickelt. Jedes Unterrichtsobjekt umfasst 40 Lektionen plus/minus 10 (also 30 bis 50 Lektionen) und besteht aus drei Teilobjekten:
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pädagogisch-didaktisches Objekt
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technisches Objekt
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Feedback
Jede Lehrperson übernimmt, proportional zu ihrem Pensum, die Erarbeitung einer Anzahl von Modulen aus seinem Wissens-, Fach- oder Interessensbereich. Diese Unterrichtsobjekte werden zentral abgelegt und sind fächer- und berufsgruppenübergreifend für alle anderen Lehrpersonen und Berufslernenden zugänglich. Jede Lehrperson, die ein Unterrichtsobjekt genutzt hat, muss ein Feedback abgeben.
Mit der Nutzung dieser Unterrichtsobjekte geht in der Regel auch die der IWB einher. Keine der Lehrpersonen ist gezwungen, IWB zu nutzen, aber die Unterrichtsmittel werden auf ihren Gebrauch ausgerichtet. Letztlich soll einfach guter Unterricht gemacht werden.
Erfahrungen
Eine formelle Evaluation wurde nicht durchgeführt. Hanspeter Vogt, Schulleiter Technik, schätzt, dass ca. 60 - 70% der Lehrpersonen heute das interaktive Whiteboard nutzen, die anderen die normale Weisswandtafel - alle Lehrpersonen nutzen allerdings den Beamer. Seiner Einschätzung nach hängt die Nutzung oder Nichtnutzung der IWB nicht mit einer generellen Ablehnung von ICT zusammen, sondern eher mit Gewohnheiten, wie beispielsweise dem Gefühl des Schreibens auf einer Wandtafel im Gegensatz zu einem IWB. Oft spielt dabei auch die Persönlichkeit des Unterrichtenden eine Rolle: eine extrovertierte, integrative Persönlichkeit arbeitet gerne zur Klasse gewandt mit einem IWB.
Ratschläge an andere Schulen
Vor allem einen Ratschlag würde Hanspeter Vogt einer Schule geben, die sich interaktive Whiteboards anschaffen will: Ziel ist nicht die Anschaffung einer Technologie. Ziel ist es, guten Unterricht zu machen. Aus diesem Grund sollte die Schule ein Konzept entwickeln, wie sie ihren Unterricht gestalten und welche Schwerpunkte sie setzen will. Darauf aufbauend sollte dann über die technischen Hilfsmittel, wie beispielsweise IWB entschieden werden.


